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Stadt Kempen
Es kommt Bewegung ins Hagelkreuz

Stadt Kempen. Im Dialog mit dem Quartiersentwickler hatten die Bewohner viele Vorschläge, ihren Stadtteil attraktiver zu machen: Besonderes Anliegen ist die Barrierefreiheit, damit Ältere länger in ihren Wohnungen leben können. Von Manfred Baum

Es gibt Versammlungen, da spürt man sofort: Hier entwickelt sich etwas. Ein solcher Abend war es im Pfarrheim Christ König im Stadtteil Hagelkreuz beim ersten Treffen des Forums Hagelkreuz mit dem neuen Quartiersentwickler Ingo Behr (55) aus Duisburg, der das vom Land NRW geförderte Projekt bis Februar 2018 vor Ort begleiten wird. Man spürte förmlich in jeder Minute, wie den Teilnehmern diese Diskussionsrunde Freude bereitete, denn sie wollen allesamt, dass sich im Hagelkreuz etwas verändert. Da wurden weder die alten noch die jungen Bewohner vergessen.

Drei zentrale Themen schälten sich heraus. Das waren die Barrierefreiheit, die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten und die Schaffung eines Treffpunktes für die Menschen, die auch mal mehr als nur das Bürgerfest feiern möchten. Beigeordneter Michael Klee brachte schon früh auf den Punkt, was wichtig ist: "Nicht nur Konzepte entwickeln, sondern diese auch umsetzen." Behr machte deutlich, dass sich ein Quartier immer wieder neu entwickele. Das haben die Menschen, die länger im Hagelkreuz wohnen, selbst erlebt.

Behr unterstrich die Notwendigkeit der Kontaktpflege zwischen den Generationen. Klaus Helfenstein (Senioren-Initiative) bezeichnete die Struktur im Hagelkreuz als gut. Horst Latzel (CDU-Ortsausschuss) erinnerte daran, dass es wichtig sei, den älteren Menschen zu helfen. Pfarrer Michael Gallach (Evangelische Kirchengemeinde) hat bei Besuchen der älteren Menschen erlebt, dass sie sich mit ihrem Stadtteil identifizieren, sich aber auch Barrierefreiheit wünschen. Dezernent Klee ließ das Forum wissen, dass man als Stadt mit Blick auf die Barrierefreiheit auch Druck auf die GWG (Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft) machen werde.

Birgit Halbach (SPD) brachte auf den Punkt, was viele Diskussionsteilnehmer mit ihren Aussagen unterstrichen: "Wir brauchen ein Begegnungszentrum. Man muss sich im Hagelkreuz treffen können, und zwar nicht nur auf der Straße." Eva Walther, die im Hagelkreuz lebt und dort viele Spaziergänge mit ihrem Hund unternimmt, stellte fest, dass das Image immer noch schlecht sei.

Ein ganz anderes Problem sprach Willi Stenhorst (CDU) an. Er wünscht sich Verbesserungen in der baulichen Struktur der Häuser. Das Bürgerfest fand er gut, aber insgesamt gebe es zu wenige Veranstaltungen im Hagelkreuz. Klaus Zens (Bürgerverein) sprach an, was viele Bürger sich wünschen - die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten.

Behr sah durch das jetzt begonnene Projekt Bewegung ins Quartier kommen. Er blickte zurück auf den Erkundungsspaziergang am 18. Januar. Da war unter anderem ein wichtiger Punkt, dass am Concordienplatz der Fahrradweg verlegt wird, der derzeit direkt an den Geschäften vorbei führt. Eine Postfiliale fehlt, Bänke stehen in der falschen Richtung. Den Spielplatz an der Paul-Ehrlicher Straße sollte man so umgestalten, dass er auch von älteren Menschen genutzt werden kann. Die ausgelaufene Fröbelschule sollte für bürgerschaftliche Aktivitäten genutzt werden.Auch Behr machte noch einmal deutlich, dass die Barrierefreiheit im Hagelkreuz ein generelles Anliegen sei. Dazu gehöre der barrierefreie Wohnraum ebenso wie Aufzüge in mehrgeschossigen Wohnhäusern. Dort gibt es Menschen, die beklagen, dass sie ohne fremde Hilfe aus den oberen Stockwerken nicht mehr nach draußen kommen können. Man war sich einig, dass die Quartiere altengerecht werden müssen.

Quelle: RP
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