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Stadt Kempen
Es müssen dringend Fachräume her

Stadt Kempen: Es müssen dringend Fachräume her
Die erweiterte Leitung der Städtischen Gesamtschule Kempen bei einem Besuch in einer der fünften Klassen (v.l.): Ute Joerißen, Markus Pricken, Ilka Werner und Uwe Hötter. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Die Kempener Gesamtschule möchte sich in den so genannten MINT-Fächern profilieren. Dafür braucht sie die entsprechende Ausstattung. 520 Kinder besuchen die Schule, davon haben 23 sonderpädagogischen Förderbedarf. Von Heiner Deckers

Die Gesamtschule hat jetzt drei Jahrgänge, ist also nach wie eine Schule im Aufbau. "Das ist ein spannender Prozess", sagt Schulleiter Uwe Hötter. 520 Mädchen und Jungen besuchen die Schule und werden von 54 Lehrkräften unterrichtet, die aus allen Schulformen kommen. Bereit jetzt gibt es Lehrer, die eine Qualifizierung für die Oberstufe haben. Die gibt es zwar noch nicht, ist aber durchaus bereits Thema. Wer Abi machen möchte, muss nämlich frühzeitig einige Weichen stellen, etwa in Klasse 6 oder 8 eine zweite Fremdsprache belegen.

Was dem Schulleiter sehr am Herzen liegt, ist eine vernünftige digitale Ausstattung mitsamt der Einbindung neuer Medien. Die Landesmittel, die bald nach Kempen fließen, sollen genau für diesen Bereich verwendet werden. Dringend für Hötter sind auch vernünftige Fachräume, hier sei die Stadt am Zug. Das sei besonders wichtig für die MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

An der Schule befinden sich aktuell 23 Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Sie werden, soweit es möglich ist, gemeinsam mit den anderen Schülern unterrichtet. "Vollkommen gemeinsam ist unrealistisch", sagt Ilka Werner, Abteilungsleiterin für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Immer wieder werden Kinder herausgenommen und gezielt gefördert, wobei es sich auch um Schüler handeln kann, die keine diagnostizierten Förderbedarf haben. "Damit profitieren alle davon", sagt Ilka Werner, die gleichzeitig betont, wie wichtig der Blick der Sonderpädagogen für die "normalen" Lehrer ist. "Das ist ein guter Ansatz. Voraussetzung ist, dass die personelle Ausstattung stimmt", sagt Hötter. Das ist zurzeit der Fall: Jede Klasse hat zwei Klassenlehrer.

Bereits von Beginn an fördert die Gesamtschule die Selbstständigkeit der Schüler, und zwar ausschließlich integriert in den Unterricht - Hausaufgaben gibt es nämlich generell nicht. In den Klassen 5 und 6 gibt es pro Woche zusätzlich vier Stunden zur Ergänzung des normalen Unterrichtsstoffs, schwerpunktmäßig in den Hauptfächern. Ab Klasse 7 bekommen die Schüler Wochenpläne, die sie in Eigenregie durcharbeiten. "Die Schule sorgt dabei für ein ruhiges Arbeitsumfeld mit zeitweisem Sprechverbot. In meiner Klasse gibt es auch Schallschutz-Kopfhörer, die sich großer Beliebtheit erfreuen", sagt Ilka Werner. Die Differenzierung der Schüler in Englisch und Mathe beginnt in Klasse 7. Die Kinder bleiben jedoch in derselben Klasse. Diese Binnendifferenzierung ist eine große Herausforderung für die Lehrer, macht den Übergang vom Grundkurs in den Erweiterungskurs aber deutlich leichter. Die Schüler profitieren voneinander und haben Erfolgserlebnisse. Bei einer Trennung der Klassen ist das nicht der Fall, weiß Markus Pricken, Abteilungsleiter der Jahrgangsstufen 7 und 8 und gleichzeitig noch Lehrer an der Hauptschule: "In getrennten Klassen sind die Schüler im Grundkurs deutlich weniger motiviert." In den Jahrgangsstufen 9 und 10 gehen die Bedürfnisse der Schüler dann aber so weit auseinander, dass die Klassen auch an der Gesamtschule getrennt werden müssen. Das ist vor allem wichtig wegen der Förderung derjenigen Schüler, die die Oberstufe besuchen und Abitur machen möchten, betont die stellvertretender Schulleiterin Ute Joerißen. Ob es später bei der Oberstufe zu einer irgendwie gearteten Zusammenarbeit mit den benachbarten Gymnasien kommt, ist offen. G 8 und G 9 seien in der Struktur unterschiedlich, sagt Hötter: "Das eine Jahr macht eine Menge aus."

Die Gesamtschule ist eine Ganztagsschule, an drei Tagen in der Woche sind die Schüler bis 15.40 Uhr dort. Das lasse genügend Zeit für andere Aktivitäten, sagt Hötter. Die Schüler könnten einem festgelegten Nachmittag auf das reichhaltige Angebot an Arbeitsgemeinschaften zurückgreifen. Darunter seien viele sportliche Aktivitäten, auch in außerschulischer Trägerschaft, sagt Ute Joerißen. Jahrgangsübergreifend sind der Chor, die Schulband und die Handball AG. Mit der dritten Jahrgangsstufe begann der Aufbau einer Schülervertretung. Sechs Kinder sind Mitglieder der Schulkonferenz und entscheiden damit gemeinsam mit Lehrer- und Elternvertretern über die Geschicke der Schule.

Quelle: RP
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