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Schwestern Unserer Lieben Frau in Grefrath
Fast 800 Jahre Ordensleben im Kloster in Mülhausen

Schwestern Unserer Lieben Frau in Grefrath: Fast 800 Jahre Ordensleben im Kloster in Mülhausen
Zusammengenommen gehören sie seit 755 Jahren dem Orden an. Das wurde gestern in Mülhausen groß gefeiert. FOTO: Achim Hüskes
Gemeinde Grefrath. Die Ordensgemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau im Kloster in Mülhausen feierte gestern die Ordensjubiläen von 13 Schwestern. Schwester Maria Igna Kewitsch gehört dem Orden seit 75 Jahren an. Von Manfred Baum

Die katholische Kirche feierte am gestrigen Tag den "Sonntag des guten Hirten" wie auch den "Welttag der geistlichen Berufe". Die Ordensgemeinschaft der Schwestern Unserer Lieben Frau im Kloster in Mülhausen nutzte diesen Sonntag dazu, das Ordensjubiläen von 13 Schwestern zu feiern. 755 Ordensjahre nach der ewigen Profess kamen dabei zusammen. Hinzu kommt noch jeweils das Noviziat.

Mülhausen wäre wohl niemals so weit über die Ortsgrenzen bekanntgeworden, gäbe es nicht die Ordensgemeinschaft und die Liebfrauenschule seit mehr als 125 Jahren im Dorf. Kloster und Schule sowie das neue Altenheim Haus Salus (2003 erbaut) sind nicht nur der Ortsmittelpunkt des Dorfs, sondern haben ebenso einen prägenden Charakter für Mülhausen. Das Herzstück des Klosters ist die Liebfrauenschule, in der viele Ordensschwestern gelehrt haben. 55 Schwestern leben im Haus Salus, darunter auch einige Jubilarinnen, die gestern ihr Ordensjubiläum feierten. Dabei ragte das Jubiläum von Schwester Maria Igna Kewitsch (96), die aus Hagen in Westfalen stammt, heraus, denn ein sogenanntes "Freudenjubiläum" (75 Jahre im Orden) können nur wenige Ordensschwestern feiern. Schwester Maria Igna war viele Jahre als Missionarin in Brasilien tätig.

Die Wirkungsfelder der Schwestern im apostolischen Dienst lagen in Leitungsaufgaben, bei der Erziehung und Bildung in Schulen, Internaten und Kinderheimen, der Missionsarbeit, dem Dienst in Kliniken und Altenheimen, wie auch den Dienst in der Küche und anderen internen Bereichen. Während am gestrigen Sonntag im Kreis der Ordensschwestern gefeiert wurde, geht es weiter am 22. Mai, wenn die verwandten der Jubilarinnen zur Feier nach Mülhausen aus ganz Deutschland kommen werden.

Ihr "eisernes Ordensjubiläum" (65 Jahre) feierte die gebürtige Kölnerin Schwester Maria Severina Meyer (93). Im Alter von 24 Jahren trat sie ins Kloster und war zuvor Verkäuferin und Kinderkrankenschwester. Sie hatte schon früh Kontakt zu den Ordensschwestern, war viele Jahre in Aachen in einem Haus mit körperbehinderten Menschen tätig. Schwester Maria Mechtilde Kotterik (84) konnte ihr diamantenes Ordensjubiläum (60 Jahre) feiern. 1953 trat sie in den Orden ein. "Meine Eltern waren tief traurig, als ich aus dem Haus ging und in den Orden eintrat", erinnert sie sich. Vor ihrer Ordenszeit hat sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht. In Mülhausen hat sie ihr Abitur nachgeholt. In Bonn hat sie Deutsch und Geschichte studiert und war viele Jahre Leiterin eines Gymnasiums. Ein Dutzend Jahre war sie die Leiterin der Provinz Mülhausen. Damals eine Provinz mit über 400 Schwestern und 31 Filiale. Weiter war sie 17 Jahre im Generalat in Rom.

Schwester Maria Berntraud Dahlmann (74) stammt aus Gelsenkirchen-Horst. Sie ist im Kreis Kleve aufgewachsen, hatte fünf Geschwister und trat mit 20 Jahren in den Orden ein. Sie feierte gestern ihr Goldenes Ordensjubiläum. Am 1. Dezember 1962 kam sie nach Mülhausen. Sie war "Wirtschafterin" in Aachen in einem Behindertenheim. Sie hat ebenso Lehrlinge ausgebildet und spricht dabei von ihrer "schönsten und sinnvollsten Zeit", weil sie tüchtige Lehrlinge hatte.

Die weiteren Jubilarinnen waren gestern in Mülhausen: Schwester Maria Ambrosa Meurer, Schwester Maria Gunhild, Schwester Maria Lamberta, Maria Laurina, Maria Herlinde, Maria Adelhardia, . Schwester Maria Hedwig, Maria Ludgerie und Maria Liboria.

Quelle: RP
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