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Stadt Kempen
"Ferkesfreud" gegen den November-Blues

Stadt Kempen. Die Kendelbühne strapazierte wieder die Lachmuskeln ihrer Besucher. "Wohin mit der Leiche" heißt das neue Stück.

Glücklich können sich die St. Huberter preisen, denn sie haben in jedem Jahr ein probates Mittel gegen den November-Blues - die Auftritte der Kendel-Bühne. "Wohin mit der Leiche?" hieß der turbulente Spaß diesmal. Und die Kriminalkomödie von Walter G. Pfaus sorgte im ausverkauften Forum bei der Premiere für jede Menge "Ferkesfreud", wie Jürgen "Moses" Pankarz es auf echt Hüppersch Plott ausdrückte, der auch die Programme und Eintrittskarten wieder lustig illustriert hatte.

Nachdem die hübsche, aber naive Jutta Maler (Claudia Stickelbruck) kurz nach der Hochzeit mit ihrem Eheliebsten Fred Maler (Jupp Kranen) in dessen Junggesellenwohnung heftig aneinandergerät, schlägt sie ihn mit einer Flasche nieder und hält ihn für tot. Die Leiche versteckt sie unter einem Sofa und ruft ihre Mutter, Maria Franken (Irmi Lemke), zu Hilfe, um ihr bei der Beseitigung des Toten zu helfen. Doch ständig werden sie gestört. Erst erscheint Otto Tauber (Johannes Dicks), der der soeben Verwitweten heftig den Hof macht, dann Gabi Bausch (Sabine Kranen) und Lina Staller (Licia Stickelbrock), zwei Freundinnen von Fred. Aber auch die neugierige Nachbarin Elfriede Piepenbrink (Mia Laffien) und Hausbesitzerin Emma Thieme (Karin Balters) suchen den Ehemann, der wie sich dabei herausstellt, ein recht lockeres Leben führte und Jutta nur wegen ihres Geldes geheiratet hatte. Turbulent wird es, als mehrere Polizisten, zwei falsche (Licia Stickelbrock und Hartmut Reimer) und ein echter (Franz'l Becker) sowie ein Erpresserbrief auftauchen und zu allem Überfluss die Leiche verschwunden ist. Aber was wäre eine Komödie ohne ein Liebespaar und so liegen sich zum Schluss Jutta und Otto in den Armen, Balsam für die Seele der von Lachsalven geschüttelten Zuschauer.

Auch das Bühnenbild, die Junggesellenbude des Fred Maler, war bemerkenswert. Da fanden sich umherliegende Bierdosen, volle Aschenbecher und vertrocknete Pflanzen, an den Wänden erotische Kalender, auf dem Sofa rote Reizwäsche und ein Portrait des Weiberhelden in Bodybuilding-Pose. Allerlei Kalauer gab es beim Hin und Her mit der Leiche und Bigamisten aufgepasst, eine in Venlo geschlossene Ehe ist in St. Hubert nicht gültig. Mehr Lokalkolorit versprühte Johannes Dicks mit seinen Dialogen in Hüpersch Plott, wobei es hierzu sogar eine Übersetzungshilfe im Programm für "Ausländer" gab. Auch Mia Laffien, die mit Spiegel und Fernglas die Nachbarschaft "observierte", entzückte die Zuschauer, wenn sie feststellte: "Hee stimmt wat net!" Hartmut Reimer als Hans Staller, genannt Schmal, spielte sich mit dickglasiger Sehhilfe und roter Perücke trottelig dämlich in die Herzen der Kendelbühnen-Fans, kleine Rolle, große Begeisterung. Jupp Kranen als Fred Maler, herrlich anzusehen in seinem Gigolo-Outfit hatte sich als Leiche zwar still zu verhalten, aber wenn er auftauchte, war sofort was los.

(mv)
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