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Feuerwehren Viersen und Nettetal
Feuerwehren üben den Großeinsatz am Eisstadion

Feuerwehren Viersen und Nettetal: Feuerwehren üben den Großeinsatz am Eisstadion
Wer im Einsatz war, muss hinterher dekontaminiert werden. Dafür gibt es einen speziellen Container. FOTO: Heike Ahlen
Gemeinde Grefrath. Erste Großübung für den ABC-Zug West: Feuerwehrleute aus Viersen und Nettetal bilden im Kreis Viersen den gemeinsamen Zug, der auch bei Giftstoffen in den Einsatz geht. Von Heike Ahlen

Ein Großaufgebot an Feuerwehr am Eisstadion in Grefrath am Samstagvormittag, leichte Rauchentwicklung. Auf dem Parkplatz stehen zudem ein großer Container und ein Zelt. Feuerwehrleute eilen in Richtung der Technikräume, einige tragen orangefarbene und gelbe Schutzanzüge. Wenn nicht auf einem Feuerwehrauto gleich am Eingang des Platzes ein großes Schild darauf hinwiese, dass es sich um eine Übung handelt, könnte man nervös werden.

Zwei Wehrleute ziehen den Anzug ihres Kameraden aus, ein dritter hilft ihm aus den Stiefeln. FOTO: Ahlen Heike

Das Szenario ist relativ einfach: "Im Maschinenraum gibt es eine Undichtigkeit. Das Kühlmittel Ammoniak tritt aus, drei Personen werden in diesem Bereich vermisst. Es gilt, die Undichtigkeit zu finden, sie abzudichten und die Menschen zu retten", sagt Willi Lehnen, der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Nettetal zu dem, was sich die Übungsleiter für diesen Morgen ausgedacht haben.

Da sind die Spezialisten für Unfälle mit gefährlichen Stoffen gefragt - der ABC-Zug. ABC steht für atomare, biologische und chemische Stoffe. "Früher hatte jede Feuerwehr ihren eigenen ABC-Zug", erklärt Viersens Wehrführer Frank Kersbaum. Das war schwierig, denn die erforderliche Ausbildung ist sehr speziell, man braucht auch möglichst viele Menschen, die auf die verschiedenste Art mit einer solchen Lage umgehen können. Während die Rettung der Menschen und das Abdichten laufen, muss auch ein Gefahrenbereich umrissen werden. Die Wehrleute müssen feststellen, in welche Richtung die Ammoniak-Wolke zieht und wie konzentriert der Stoff ist.

Rückmeldung nach der Dekontamination: Wie sieht es drinnen aus? Konntet Ihr das Leck schließen? Habt Ihr die dritte vermisste Person gefunden? FOTO: Ahlen Heike

Bei der Windrichtung am Samstag wäre sie in Richtung des Grefra-ther Ortskerns gezogen. Die Bevölkerung müsste im Ernstfall informiert werden, der Krisenstab würde zusammentreten. Je nachdem, um welchen Stoff es sich handelt, müsste auch über Evakuierungsmaßnahmen gesprochen werden. "Ammoniak hat einen stechenden Geruch", erläutert Kersbaum. "Lebensgefahr besteht aber nicht."

Im Ernstfall würde der Löschzug Grefrath als erstes ausrücken - so ist das auch in der Übung geschehen, die ersten beiden Vermissten konnten sofort von Grefrather Kräften aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Parallel fordert die Feuerwehr, in deren Bereich das Unglück passiert ist, dann den ABC-Zug West an. Dieser besteht aus Kräften aus den Feuerwehren Nettetal und Viersen. "Wir haben Manpower gebündelt", erklärt Kersbaum. Es gehe darum, auf die verschiedensten Einsatzlagen optimal vorbereitet zu sein.

Die Übung in Grefrath war die erste große gemeinsame Übung, und die Verantwortlichen sind zufrieden. "Die komplexen Abläufe haben gut funktioniert", sagen Kersbaum und Lehnen. Gegen Mittag war die Übung, an der insgesamt 108 Kräfte mit 19 Fahrzeugen teilnahmen, beendet.

Und die Besucher des Eissportzentrums? Sie konnten ihre Runden ziehen, während die Feuerwehr für den Ernstfall geübt hat.

Quelle: RP
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