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Kempen
Flatterhafte, bunte Falter
Kempen: Flatterhafte, bunte Falter
Der Kleine Fuchs ist schon in den ersten warmen Frühlingstagen zu sehen. Seine Flügel sind rostbraun mit schwarz-gelb-weißen Zeichnungen. FOTO: Pixelio
Kempen. Schmetterlinge kommen auf Wiesen, Feldern, an Büschen und Waldrändern vor. Die Falter wissen gleich, ob ihnen eine Blüte schmeckt, wenn sie darauf landen – sie "riechen" mit ihren empfindlichen Vorderbeinen. Von Julia Nakötter

Kreis Viersen Schmetterlinge werden auch Falter genannt. Dieser Name hat aber nichts mit dem Wort falten zu tun, sondern stammt ursprünglich von dem Wort flattern ab. Schmetterlinge sind leicht zu erkennen: Sie haben einen kleinen, dünnen Körper mit vier großen, oft farbigen oder bunten Flügeln. Die Farbe der Flügel entsteht durch ganz feine Farbschuppen. Manche Schmetterlinge haben rund eine Million solcher Farbschuppen auf ihren Flügeln.

Deshalb heißen Schmetterlinge und ihre nahen Verwandten auch Schuppenflügler. Die Farbschuppen bilden wunderschöne Muster, durch die sich die verschiedenen Arten voneinander unterscheiden lassen. An ihrem kleinen Kopf haben Schmetterlinge Facettenaugen, die aus bis zu 30  000 einzelnen Linsen oder Facetten zusammengesetzt sein können. Auffällig sind auch die langen Fühler, die wie Fäden, Kämme oder Keulen aussehen können.

Meistens kommen Schmetterlinge auf Wiesen, auf Feldern, an Büschen, an Waldrändern und in Wäldern vor. Die Schmetterlinge oder Schuppenflügler bilden mit rund 150 000 Arten eine große Gruppe innerhalb der Insekten. Zu den Schmetterlingen gehören auch die Falter, Nachtfalter, Schwärmer, Spanner, Spinner und Motten. Einige Schmetterlinge heißen auch Eulen, Bären, Ordensbänder oder Hausmutter.

Latumer und Hülser Bruch

Rebekka Eckelboom legt sich im Kreis Viersen auf die Lauer. Sie kartografiert für den Nabu die flatterhaften Wesen. "Ich kenne so gut wie jede Stelle in der Region, an der der Ameisenbläuling zu finden ist", erklärt sie. Der Ameisenbläuling mit seiner silbrig-hellblauen Verfärbung ist jedoch nur selten zu sehen. Häufiger flattern Kohlweißlinge, Tagpfauenaugen und der Edelfalter Admiral in unserer Region von Blüte zu Blüte. Eckelbooms Tipp für besonders schöne Blicke auf die bunten Schmetterlinge: Latumer und Hülser Bruch. "Man sollte sich anschauen, welche Futterpflanze welcher Schmetterling braucht – dann kann man die Wiese besichtigen", empfiehlt Rebekka Eckelboom, die momentan auf der Suche nach dem Ameisenbläuling mit dem Fahrrad von Wiese zu Wiese fährt. Schmetterlinge flattern von Blume zu Blume, um nach Nahrung zu suchen. Manche Schmetterlinge, die echten Tagfalter, tun dies am Tag, manche gehen in der Dämmerung auf Nahrungssuche und manche in der Nacht. Mit ihren Facettenaugen können sie ultraviolettes Licht sehen. Dieses Licht können Menschen nicht wahrnehmen. Damit sehen Blüten für Schmetterlinge ganz anders aus als für uns.

Aber ein Schmetterling weiß sowieso gleich, ob ihm eine Blüte schmeckt, wenn er darauf landet. Denn Schmetterlinge haben sehr empfindliche Geschmacksorgane an den Vorderbeinen. Damit "riechen" sie mehr als 1000-mal besser als Menschen. Bei ihrem Flug von Blüte zu Blüte und von Blume zu Blume transportieren Schmetterlinge wie andere Insekten auch Blütenstaub von einer Pflanze zur nächsten.

Nach der Paarung legt das Weibchen Eier, aus denen sich über verschiedene Stadien Schmetterlinge entwickeln. Die Larven, die aus den Eiern der Schmetterling schlüpfen, heißen Raupen. Für die Verwandlung zum Schmetterling muss die Raupe sich verpuppen. Sie spinnt aus ihrem Körper einen langen Faden und hüllt sich vollständig ein. Kokon nennt man diese Hülle und Puppe das Stadium in der Verwandlung zum Schmetterling.

Wenn der Umbau zum Schmetterling fertig ist, platzt die Hülle der Puppe, und der Schmetterling schlüpft aus. Er kann aber nicht gleich losfliegen, weil die Flügel noch verknittert sind. Deshalb muss der Schmetterling sie mit Hämolymphe – so wird das Blut der Insekten genannt – aufpumpen.

Quelle: RP
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