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Gemeinde Grefrath
Flüchtlingsfrauen: Collagen schildern Schicksale

Gemeinde Grefrath: Flüchtlingsfrauen: Collagen schildern Schicksale
Flüchtlingsfrauen haben ihre Lebensgeschichte in beachtlicher Weise künstlerisch umgesetzt. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Bei "Mutter und mehr" sind erstaunliche Kunstwerke entstanden. Die Ausstellung läuft bis Donnerstag.

Es ist ein Strauß von bunten Bildern, allesamt akkurat aus Zeitschriften herausgeschnitten. Eine weiße Katze ist zu sehen, Lebensmittel und fertige Gerichte unterschiedlichster Art sind zwischen Kosmetikartikeln und Mode abgebildet. Mittendrin mehrere Passfotos von Kindergesichtern, die sich allesamt um ein Gesicht sammeln. Bunte Straßsteinchen und kleine Schmetterlingen umranden die Fotos und verbinden sie. "Das bin ich, und das sind meine fünf Kinder", sagt Ayten, deutet auf die Bilder und beginnt zu erzählen, dass sie Katzen mag, sehr gerne kocht und sich für Mode sowie Kosmetik interessiert.

Nicht minder vielfältig geht es ein Stückchen weiter zu. Auch hier sind es Dutzende von ausgeschnitten Zeitungsbildern, die ein Gesamtwerk ergeben. Darunter ein blauer Mini Cooper, ein Kaninchen, eine romantisch eingerichtet Veranda, Kopfhörer, eine Syrienflagge, ein Schreibtisch mit Stuhl und ein junges Mädchen auf einem Skateboard. "Auf dem Skateboard, das bin ich. Der Schreibtisch steht fürs Lernen, die Veranda für ein ruhiges Daheim, die Flagge für mein Geburtsland. Ich höre gerne Musik, hätte gerne ein Haustier und ein blauer Mini ist mein Traum", verrät die 15-jährige Nisrim mit einem Lächeln. Zahra (22) aus Afghanistan hat nicht zu Schere und Papier gegriffen, sondern sich auf Naturmaterialien konzentriert. Aus Ästen, Blättern und Eicheln hat sie ihre persönliche Collage gestaltet. "Ich liebe den Herbst. Er hat so schöne Farben. Ich bin gerne in Natur und genieße die Stille." Elf Flüchtlingsfrauen haben ihre Träume, Wünsche, Hoffnungen und Dinge, die ihnen wichtig sind, in Form von Collagen festgehalten und stellen diese noch bis Donnerstag im Frauen- und Familienzentrum Mum (Mutter und mehr), Vinkrather Straße 64 a, aus. Hier entstanden die Werke auch. Angefangen hat alles mit der Betreuung von Kleinkindern verschiedener Flüchtlingsfrauen. Über die Kinderbetreuung entstand der Kontakt zu den Flüchtlingsfrauen, die sich regelmäßig treffen.. "Wir haben bei er Arbeit viel Freude gehabt. Es gab aber auch Momente in denen Tränen flossen, weil die Frauen von Erinnerungen überflutet wurden", erinnert sich Katja Schulte. Momente dieser Art seien aber durch die Gruppe aufgefangen worden. Man habe sich in den Arm genommen, zugehört und einfach gezeigt, dass man für jemanden da sei, fügt Irmgard Thimm, die die Gruppe ehrenamtlich mitbetreut. Groß ist indes das Interesse der zahlreich erschienen Besucher anlässlich der Ausstellungseröffnung. "Das Projekt bringt Menschen zusammen", bemerkt Bürgermeister Manfred Lommetz.

(tre)
 
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