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Stadt Kempen
Flüchtlingsheime stehen teilweise leer

Stadt Kempen: Flüchtlingsheime stehen teilweise leer
Die Stadt Kempen hatte im vergangenen Jahr das ehemalige Verwaltungs- und Logistikgebäude der Volksbank Krefeld an der Peter-Jakob-Busch-Straße gekauft und als Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 150 Plätzen umbauen lassen. Bislang wurde es noch nicht als Wohnheim für Asylsuchende benötigt. Es steht leer. FOTO: Hüskes
Stadt Kempen. Für den heutigen Donnerstag sind der Stadt Kempen zwei Asyl suchende Iraner zur Unterbringung angekündigt. Das umgebaute ehemalige Bankgebäude ist noch nicht belegt. Die Planungen für das neue Begegnungszentrum laufen. Von Willi Schöfer

"Es gibt derzeit nur noch vereinzelte Familienzusammenführungen. Der Flüchtlingszustrom stagniert", sagt Theo van Treeck, der bei der Stadt Kempen für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig und auch mit der entsprechenden Sozialplanung betraut ist. Waren es in den Spitzenzeiten des vergangenen Jahres pro Woche 20 bis 30 Flüchtlinge, die der Stadt Kempen zur Unterbringung und Betreuung vom Land zugewiesen wurden, ist nunmehr auch in der Thomasstadt eine deutliche Entspannung eingetreten. Van Treeck: "So sind beispielsweise für diesen Donnerstag zwei Personen aus dem Iran angekündigt."

Derzeit werden in den verschiedenen Unterkünften in den Kempener Stadtteilen rund 350 Flüchtlinge und Asylbewerber betreut. Eine Zahl, die in etwa seit Februar/März konstant geblieben ist. "Wir wissen nicht, ob das so bleibt, sind aber auf alles vorbereitet", sagt van Treeck. Der Stadtmitarbeiter weist daraufhin, dass bereits seit Anfang dieses Jahres das ehemalige Verwaltungs- und Logistikgebäude der Volksbank Krefeld an der Peter-Jakob-Busch-Straße im Gewerbegebiet von Kempen für die Aufnahme von bis zu 150 Flüchtlingen bereitsteht.

Am Standort Hütterweg - am Kempener Ortsrand in Richtung Oedt - hat die Stadt im vergangenen Jahr weitere mobile Unterkünfte für Flüchtlinge errichten lassen. Hier gibt es noch einige freie Plätze. FOTO: Wolfgang Kaiser

"Wir warten die künftige Entwicklung ab, prüfen dabei auch, ob wir etwa das ehemalige Schulgebäude in St. Hubert frei bekommen und ob wir eventuell Flüchtlinge in dem noch leer stehenden Volksbankgebäude unterbringen." Van Treeck denkt konkret an die etwa 40 Asylbewerber, die im hinteren Teil der früheren Johannes-Hubertus-Schule in St. Hubert, die zuletzt eine Förderschule des Kreises war, leben. Dabei müsse man auch den sozialen Aspekt berücksichtigen und die Überlegung, dass Schulkinder nicht durch einen Umzug in einen anderen Stadtteil aus ihren bisherigen Umgebung heraus gerissen werden sollen.

Was passiert denn mit den Asylbewerbern, denen - wenn auch nur für einen befristeten Zeitraum - ein Bleiberecht bescheinigt wurde? Bleiben die in den Notunterkünften? Van Treeck weist darauf hin, dass es nicht einfach sei, auf dem freien Wohnungsmarkt entsprechende Wohnungen zu bekommen. Derzeit seien dafür nur noch ganz vereinzelt Wohnungen vorhanden. Von daher suche man weiter.

Jedenfalls hat Theo van Treeck jetzt Zeit, sich mit seinem Team auf ein anderes größeres Vorhaben zu konzentrieren: aus dem vorderen Teil der früheren Johannes-Hubertus-Schule für die einheimischen Bürger und die Flüchtlinge aus allen Stadtteilen ein Begegnungszentrum zu machen. Ein Anfang ist dort schon gemacht. Wie berichtet, gibt es dort bereits ein Spielzimmer, ein Kunstraum und einen Treffpunkt mit Computerecke. Der städtische Mitarbeiter erinnert daran, dass vor allem für den Umbau der alten Schule das Land einen 60-prozentigen Zuschuss in Höhe von 372.000 Euro bereit gestellt hat. Das bedeutet, dass nun umfangreiche Umbauarbeiten in Angriff genommen werden können. Als "sehr ambitioniert aber möglich" bezeichnet es van Treeck, wenn das neue Begegnungszentrum Anfang 2017 eröffnet werden könnte.

Kürzlich war dieses neue Zentrum auch bei einem Runden Tisch mit Ehrenamtlern und anderen Organisationen zur Sprache gekommen. So hätten unter anderem Kreisvolkshochschule und Kolpingsfamilie bereits signalisiert, sich dort mit Kursen oder anderen Aktivitäten einzubringen. Ferner denke man gerade darüber nach, mit den Fördergeldern befristet einen Quartiersentwickler zu beschäftigen, der die künftige Arbeit in diesem Zentrum, das für alle Stadtteile gedacht sei, koordiniert. "Wir werden weitere Informationen dazu jeweils aktuell auf der Internetseite "www.kempenhilft.de" veröffentlichen", erklärt van Treeck.

Quelle: RP
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