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Stadt Kempen
Fontys und Wirtschaft unter einem Dach

Stadt Kempen. Studienberatung, Sprachkurse und "richtiges" Studium bietet Fontys im TZN Kempen an. Man hofft auf Signalwirkung für andere Hochschulen. Auch mit Unternehmen will man ins Gespräch kommen. Von Jürgen Karsten

Am Technologiezentrum in Kempen weht jetzt auch eine Fahne von Fontys: Mit einer Feierstunde wurde kürzlich die Fontys Hochschule aus Venlo an ihrem neuen Studienstandort im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen willkommen geheißen (die RP berichtete). Damit wird die Thomasstadt internationaler Hochschulstandort. Fontys-Direktor Dr. Thomas Merz, der seit fünf Jahren mit TZN-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski erfolgreich zusammen arbeitet, hält das TZN-Gebäude mit seinen Büro- und Seminarräumen für hervorragend geeignet, hier ein zusätzliches Studium auf deutschem Boden anzubieten.

Studenten aus Deutschland und den Niederlanden können hier für den "Master of Business Management" studieren. Bachelor- und Masterarbeiten sind hier ebenso möglich wie Praktika und Projektarbeiten. Mehrmals wöchentlich finden hier Sprechstunden und Beratungsgespräche für Studieninteressierte statt. Die bei Fontys bestehenden 65 "Mini-Companies", kleine Gesellschaften, an denen Studenten sich darin üben können, eine Firma zu gründen und erfolgreich zu führen, werden hier ebenfalls arbeiten und mit Managern heimischer Firmen ins Gespräch kommen können. Sie werden in Kempen mit ihren "Aktionären" auch "Share Holder Meetings" durchführen, bei den sie fiktiv ihren Businessplan erläutern, Geschäftsentwicklungen kommentieren und Dividenden besprechen können. Auch Sprachkurse können demnächst im TZN belegt werden, darunter ein Niederländisch-Spezialkurs für deutsche Studenten.

Viele Deutsche studieren bei der Fontys in Venlo sehr gerne, weil man dort so praxisnah arbeitet. Diese haben jetzt kürzere Wege und einen leichteren Zugang zu den Studiengängen dieser Hochschule. Niederländische Studenten werden in aller Regel Fahrgemeinschaften bilden, um nach Kempen zu fahren. Eine preiswerte Cafeteria im TZN, das "Bistro Mangold", das für seine gute Küche inzwischen längst bekannt ist, versorgt die Studierenden.

Studenten und heimische Unternehmen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist ebenfalls ein herausragendes Motiv für die Wahl des neuen Standorts der Venloer Hochschule im Kreis Viersen. Man verspricht sich auch eine Signalwirkung auf andere Hochschulen, wie Hochschule Niederrhein und Hochschule Rhein-Waal, mit denen Kontakte bereits bestehen, die man noch vertiefen könnte. Landrat Dr. Andreas Coenen sagte auch schon die Kooperation der zum Studium hinführenden Schulen des Kreises zu. Man sei offen für eine Zusammenarbeit. Der neue "Campus Kempen" sei ein immenser Mehrwert in der Bildungslandschaft des Kreises und der ganzen Grenzregion. Der Kreis Viersen sei nicht länger ein weißer Fleck auf der Bildungslandschaft. Mit dem Einzug der Fontys Hochschule in das TZN werde auch der Zugang der Unternehmen - vor allem auch der kleinen und mittleren Unternehmen, die sich da oft noch schwer tun - zu den Hochschulen für Projekte, Mitarbeitergewinnung und Wissenstransfer wesentlich erleichtert. Natürlich verspricht man sich beim Kreis auch und ganz besonders davon, gute junge Leute in der Region halten und ihnen hier gute Start- und Karrierechancen anbieten zu können.

Das TZN bietet Fontys ideale Startbedingungen: Büroräume und ein Tagungs- und Konferenzzentrum mit Platz von 10 bis 90 Personen. TZN-Geschäftsführer Dr. Thomas Jablonski sieht die Zusammenarbeit mit Fontys in seinem Haus als "eine kleine Sensation" und vor allem als hervorragende Ergänzung der Start-Up-Unternehmen im TZN. Das vor 20 Jahren gegründete TZN hat aktuell 45 Unternehmen als Mieter und erreicht damit eine Auslastung von 85 Prozent. Seit Bestehen wurden durch das im TZN verankerte Startercenter 1200 Arbeitsplätze geschaffen. Seit 2008 gab es rund 1000 Intensiv- und weit über 5000 Kurzberatungen. 525 Unternehmen wurden bisher hier gegründet, davon bestehen noch 393, ein sehr guter Wert für Existenzgründungen.

Quelle: RP
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