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Stadt Kempen
Frau Kühne und ihr Heimspiel

Stadt Kempen: Frau Kühne und ihr Heimspiel
Die Kabarettistin Ingrid Kühne begeisterte ihr Publikum im St. Huberter Forum. FOTO: ILGNER
Stadt Kempen. Kabarettistin aus Aldekerk punktete mit sehr guter Ortskenntnis über Kempen. Von Silvia Ruf-Stanley

Das war schon fast ein Heimspiel für die Kabarettistin Ingrid Kühne am Montag- und Dienstagabend im St. Huberter Forum. Denn sie kommt aus Aldekerk, kennt Kempen und konnte so auch St. Hubert mit der richtigen Betonung aussprechen. Das war schon einmal ein Treffer gleich zu Beginn des Programms und sie hatte das Publikum auf ihrer Seite.

"Die Frau Kühne" heißt ihr Programm. Munter erzählt sie vom niederrheinischen Alltag, der sich zwischen Mann Ralf, Sohn Sven und Mutter wie auch Oma abspielt. Das ist alles so menschlich und alltäglich, aber in der Art, wie sie eine Geschichte nach der anderen entspinnt, ist es vor allem amüsant. Denn sie kommt immer wieder "vom Hölzken aufs Stöcksken".

Ingrid Kühne lässt viel Lokalkolorit einfließen. Denn ihr Vater war in der Thomas-Druckerei in Kempen beschäftigt. Und die alte Kneipe "Zum grünen Zweig" auf dem Weg zwischen Kempen und Aldekerk kennt sie auch noch. Denn da hat die kleine Ingrid häufiger warten müssen, bis Papa sein Bierchen getrunken hatte. Ach ja, auch der frühere Augenarzt Dr. Roberg aus Kempen taucht auf. Zumindest für alteingesessene Kempener war das alles ebenso vertraut wie für Frau Kühne.

In ihrer Beschreibung der alltäglichen Dinge ist sie sehr scharfsichtig. Ohne Probleme macht sie sich darüber Gedanken, ob ihr Bodymaß-index ihrem IQ entspricht. Das bringt sie dann sofort auf einen kleinen Ausblick zunächst auf Süßigkeiten-Werbung und dann auf Werbung im Allgemeinen. Man merkt dabei, dass sie Ende der 1960er-Jahre geboren ist, denn von Klementine bis hin zu Tilly oder den Pril-Blumen taucht alles auf, was früher in den Werbespots zu sehen war. Und das Publikum amüsiert sich köstlich und spricht automatisch die Sprüche der alten Werbung mit.

Ein Ausflug in die Welt der gängigen Mädchen- und Jungennamen gibt ihr Gelegenheit, ihre alte Klassenlehrerin zu begrüßen, die im Publikum sitzt. Wo sie einmal bei Namen ist, erzählt sie dann gleich von ihrem Sohn Sven. Der ist 16 und "zu jung fürs Ausziehen, zu alt für die Babyklappe". Wieder entlockt sie ihrem Publikum verständnisvolles Lachen, wenn sie von ihrem pubertierenden Sprössling erzählt. Da ist der Sprung zu den Eigenarten ihres Ehemannes nicht weit. Auch hier scheint sie alles ziemlich genau auf den Punkt zu bringen. Denn vor allem die Damen im Publikum können sich vor Lachen kaum halten.

Und so plaudert sie sich munter durch das ganze Leben. Man merkt ihr an, dass sie aus dem Karnevalsbrauchtum kommt. Dort hat ihre Karriere begonnen. Dann kam der Sprung ins Kabarett. Die Bühne ist ganz offensichtlich ihre Welt. Diese füllt sie für zwei Stunden mit einer ungeheuren Präsenz aus. Und sie gibt am Ende auch zu, das Heimspiel am Niederrhein sehr zu genießen. Ebenso wie das Publikum diesen Abend offensichtlich genossen hat. "Die hat wohl bei Hüsch unter Tisch gesessen und gelernt", meinte so ein Besucher anerkennend.

Quelle: RP
 
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