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Kreis Viersen
Frauen Union diskutiert: Die Frau als Schlüssel zur Integration

Kreis Viersen. Männer, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, mit dem deutschen Frauenbild konfrontieren und ihnen unter anderem klar machen, dass ein Nein ein Nein ist - das war einer der Punkte, die bei der Veranstaltung der CDU Frauen-Union Kreis Viersen anlässlich des Weltfrauentages zur Sprache kamen. Unter dem Titel "Die Frau als Schlüssel zur Integration" stand die Herausforderung der Integration von Frauen und Männern in die deutsche Gesellschaft im Mittelpunkt der Diskussion im Ramshof in Neersen. "Das Frauenbild in Deutschland ist nicht für alle selbstverständlich. Wir haben viel zu tun, damit es dies wird. Auch die Frauen müssen es anerkennen, respektieren und in die Beziehung einfließen lassen. Schließlich sind sie die Personen, die es an die Kinder weitergeben", betonte Sonja Fucken-Kurzawa. Von Bianca Treffer

Damit sprach die Vorsitzende der Kreis-Frauen-Union aus Willich genau das Problem an. Wie können deutsche Frauen helfen, damit asylsuchende Frauen mit ihren Kindern in die Gesellschaft integriert werden und so die nächste Generation mit einem Selbstverständnis von Gleichberechtigung und Akzeptanz aufwächst. Es gelte nicht nur Sprache zu vermitteln, sondern auch einen Zugang zu den Grundwerten zu ebnen, bei denen das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt wird. Die in Deutschland bestehende Gleichstellung und Selbstbestimmung der Frauen müsse zum Selbstverständnis werden.

Aus den Reihen der Zuhörerinnen kam die Frage auf, wie man an die Flüchtlingsfrauen herantreten könne. Denn das ist nach wie vor nicht so einfach, da muslimische Frauen oftmals nicht an Angeboten, gerade abends, teilnehmen dürfen, weil es von ihren Männern nicht gewünscht ist. "Wir haben gute Erfahrungen mit den Treff-Cafés gemacht", berichtete die CDU-Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier, die als Referentin geladen war. Diese Cafés, zusätzlich mit Spielecken für Kinder ausgerüstet, würden gut angenommen und erweckten auch nicht den Eindruck einer Schulsituation. Vielmehr entstünden lockere Gesprächseinheiten, bei denen ein Erstkontakt aufgenommen würde, auf den aufgebaut werden könne, so Doppmeier. Sie erinnerte daran, dass die Integration historische Dimensionen hat und keinesfalls eine neue Sache ist. Von 1944 bis 1948 kamen allein 1,95 Millionen Vertriebene aus Ostpreußen oder Schlesien in das heutige Deutschland. 2,6 Millionen Gastarbeiter waren es in den Jahren von 1960 bis 1973. "Hier hat auch die sprachliche Integration funktioniert", sagte die Landtagsabgeordnete. Ab 1990 folgten über drei Millionen Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, bei denen nur jeder Fünfte Deutschkenntnisse hatte. Inzwischen leben in Deutschland 16 Millionen Bürger mit Migrationshintergrund und machen damit 20 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung aus. "Dieses Zusammenleben hat Deutschland kulturell, wirtschaftlich und politisch geprägt", sagte Doppmeier.

Wichtig sei die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt, die die Ermittlung von Bildungsstand und beruflicher Qualifikation voraussetzt. "Wir geben den Menschen Schutz und wollen keine Gewalt aus den Ländern importieren, aus denen die Flüchtlinge zu uns kommen. Wir erwarten, dass unsere Grundwerte akzeptiert werden", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer.

Quelle: RP
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