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Stadt Kempen
Friedhofskultur wird in Kempen vielfältiger

Stadt Kempen: Friedhofskultur wird in Kempen vielfältiger
Auf dem städtischen Friedhof an der Berliner Allee in Kempen gibt es eine Vielzahl von neuen Bestattungsvarianten, die angeboten werden. Es gibt mehr kleine Grabstätten und Urnengräber, die vor allem pflegeleicht sind. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Pflegeleicht sollen die Grabstätten sein und dürfen nicht viel kosten. Der veränderten Nachfrage trägt nun auch die Stadt Kempen Rechnung. Auf dem Friedhof an der Berliner Allee gibt es jetzt verschiedene Urnengrabstellen. Von Andreas Reiners

Es war ein langer Diskussionsprozess, bis das Konzept stand und von der Politik beschlossen werden konnte. Im Juli dieses Jahres ist die neue Friedhofs- und Gebührensatzung der Stadt Kempen nach mehrjähriger Beratung in Kraft getreten. Kernpunkt: Das Angebot an Grabstellen wurde der veränderten Nachfrage angepasst und das Tarifsystem entsprechend neu gestaltet. Wer am heutigen Feiertag Allerheiligen die Gräber der Angehörigen auf dem städtischen Friedhof an der Berliner Allee besucht und sich umschaut, wird vielleicht an der einen oder anderen Stelle ungewohnte Grabstellen entdecken.

Besonders ins Auge fällt die neue Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage, die für insgesamt 108 Urnen Platz bietet. Die erste Bestattung hat es dort bereits gegeben. Ein kleiner Blumenstrauß erinnert an den Verstorbenen. Die Anlage ist eines von mehreren neuen Angeboten, die die Stadt auf dem Kempener Friedhof vorhält. Andere sind kleinere Urnen-Wahlgräber, Wahlgrabstätten mit geringem Pflegeaufwand sowie pflegefreie Rasengrabstätten oder Grabstellen unter Bäumen.

Über das erweiterte Angebot und die neuen Tarife informiert ein Faltblatt, das an einigen Stellen auf dem Friedhof - vor allem an der Friedhofskapelle - ausliegt, beim städtischen Grünflächenamt erhältlich ist oder von der Internetseite der Stadt (www.kempen.de/friedhoefe) heruntergeladen kann.

Dass sich die Nachfrage nach Grabstellen in den vergangenen Jahren erheblich verändert hat, haben Patricia Schürmann, Leiterin des Grünflächenamtes, und ihre Mitarbeiter feststellen können. Was andernorts bereits seit geraumer Zeit praktiziert wurde, soll nun auch auf den Kempener Friedhöfen möglich sein: eine größte Auswahl an Bestattungsangeboten. Irmgard Genneper und Claudia Hendrix, die in der Friedhofsverwaltung für die Beratung der Angehörigen von Verstorbenen, aber auch für Bestattungsunternehmen und Landschafts- und Gartenbaubetriebe zuständig sind, haben festgestellt, dass die Kunden vor allem Urnengrabstellen in verschiedenen Ausführungen wünschen. Generell ist die Nachfrage nach pflegeleichten Grabstellen gestiegen. Größere Wahlgräber für die ganze Familie werden kaum noch nachgefragt, was auch an den damit verbundenen hohen Kosten liegt.

Wie individuell die Gestaltung bei kleineren Grabstellen sein kann, zeigen Beispiele auf dem städtischen Friedhof an der Berliner Allee. Auch wenn sich Angehörige von Verstorbenen, die unter Bäumen oder auf Gemeinschaftsgrabanlagen beerdigt wurden, manchmal schwer tun, auf üppigen Grabschmuck zu verzichten, und mit diesem zuweilen übers Ziel hinausschießen, so zeigt sich die Friedhofsverwaltung in der Regel nachsichtig. "Wir wollen den Wunsch der Angehörigen zu trauern respektieren und werden nicht jeden Grabschmuck, der so nicht erlaubt ist, rigoros entfernen", sagt Patricia Schürmann. Die Stadt setzt da lieber aufs Gespräch und letztlich auf die Einsicht der Angehörigen.

Was derzeit auf dem städtischen Friedhof an der Berliner Allee bereits konzeptionell umgesetzt wird, soll später auch auf den Friedhöfen in St. Hubert und Tönisberg zum Tragen kommen. Dabei will die Stadt aber örtliche Besonderheiten berücksichtigen.

Quelle: RP
 
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