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Stadt Kempen
Frischer Wind bei den Lackwerken

Stadt Kempen: Frischer Wind bei den Lackwerken
Am Girls' Day konnten die jungen Besucherinnen bei den Lackwerken Peters selbst kleinere Versuche vornehmen. Die 13 und 14 Jahre alten Schülerinnen wurden unter anderem von Azubis des Kempener Unternehmens betreut. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Bei den Lackwerken Peters hat der Girls'Day Tradition. Gestern nutzten zehn Schülerinnen das Angebot des Kempener Unternehmens, einmal in technische Berufe hinein zu schnuppern. Von Bianca Treffer

"Feste dagegen pusten. Das war nur eine leichte Brise", meint Antje Broll mit Blick auf das Display des Strömungsmessgerätes lachend. Dabei gibt die Diplom Chemikerin aus der Abteilung Anwendungstechnik der Lackwerke Peters das Messgerät an die nächste Schülerin weiter. Marie schafft es einen Ausschlag von 16,5 zu erzielen, was Antje Broll mit einem stürmischen Wind vergleicht. Herzliches Lachen ist bei den zehn Schülerinnen im Alter von 13 und 14 Jahren zu hören. Dann erklärt die Chemikerin genau, was es mit dem Strömungsmessgerät auf sich hat und wo es Anwendung findet. Nicht weniger unterhaltsam stellt die Mitarbeiterin der Lackwerke das Shore-Messgerät vor, mit dem Vergussmaterialien gemessen werden können und das Schichtdickenmessgerät, das zur Kontrolle dient, ob Lacke in der entsprechend gewünschten Stärke aufgetragen worden sind. Selbst komplizierte technische Vorgänge werden so lebendig vorgetragen, dass sie schnell verständlich sind.

Und genau darum geht es. Zum nunmehr 17. Mal nehmen die Lackwerke Peters am Girls' Day teil. Der Tag, an dem Mädchen in Berufe hineinschnuppern können, in denen zumeist Männer anzutreffen sind. "Es ist nicht nur für die Mädchen interessant, Berufe kennenzulernen, die vielleicht nicht gerade frauentypisch sind. Für uns ist es zudem eine gute Chance, Nachwuchs zu gewinnen. Aus dem Girls' Day hat sich schon so manchen Praktikum im Anschluss ergeben und wir konnten über dieses Angebot bereits eine chemisch-technischen Assistentin gewinnen", berichtet Geschäftsführer Ralf Schwartz.

Dem Unternehmen sind dabei Kleingruppen wichtig, damit die Mädchen auch wirklich etwas mitnehmen können. Zudem binden die Lackwerke ihre eigenen Azubis ein. Diese sind nämlich für den Ablauf des Girls' Day im Werk zuständig. "Die Organisation macht Spaß und es ist interessant zu sehen, was die Besucherinnen für sich an Erfahrungen mitnehmen können", sagt Christina Ibbels, die den Girls' Day bei den Lackwerken federführend mit den anderen fünf Auszubildenden organisiert hat und die Schülerinnen auch von Station zu Station begleitet.

So ist man inzwischen von der Anwendungstechnik im Labor gelandet. Hier geht es darum zu verstehen, wie die Lackdichten bestimmt werden, wobei in diesem Fall mit Zuckerlösungen gearbeitet wird. Die beiden Labormitarbeiterinnen Claudia Mülders und Sandra Busch haben einen ersten Versuch vorbereitet, bei dem die Mädchen Zuckerlösungen in unterschiedlichen Konzentrationen ansetzen sollen. Für die fünfprozentige Lösung kommen 12,5 Gramm Zucker in einen Behälter, der danach mit 237,5 Gramm Wasser aufgefüllt werden muss. Die genaue Wasservorgabe zu treffen ist dabei gar nicht einfach, wie die Mädchen an den Waagen feststellen. Alle sind konzentriert bei der Arbeit. Während die erste Charge von Rührfischen auf den Magnetrührern verrührt wird, steht die zehnprozentige Lösung an. "Durch die Möglichkeit, selber Versuche zu machen, bekommt man einen ganz anderen Einblick", meint Carla. Die Schülerin vom Luise-von-Duesberg-Gymnasium kann sich gut vorstellen, Chemie zu studieren. Lösungen ansetzen, Dichten bestimmen, Leiterplatten beschichten - in den fünf Stunden bei den Lackwerken erleben die Girls'Day-Teilnehmerinnen einiges. Wobei es für alle zum Abschluss noch ein Zertifikat der Lackwerke Peters gibt.

Quelle: RP
 
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