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Vor dem Schulbeginn
Für gutes Klima in der Schulklasse

Vor dem Schulbeginn: Für gutes Klima in der Schulklasse
Sie bieten Kompetenztraining für Schulklassen an: Ute Petring-Dörr (l.) und Tine Germann-Nagels. FOTO: rp-foto Wolfgang kaiser
Kempen. Soziales Kompetenztraining für Schulklassen haben sich Uta Petring-Dörr und Tine Germann-Nagels auf ihre Fahnen geschrieben. Die beiden Frauen führen das Unternehmen "team!works". Von Bianca Treffer

Wenn Uta Petring-Dörr und Tine Germann-Nagels nach ihrer Arbeitstätigkeit gefragt werden, dann ist als erstes ein ganz bestimmter Satz zu hören. "Wir liefern positive Klassenatmosphäre", heißt es nämlich unisono. Was sich so ungewöhnlich anhört, ist in der Tat so.

Die Diplom-Pädagogin und die Erzieherin, die beide weitere Zusatzausbildungen ihr eigen nennen, sorgen mit ihrer Arbeit unter dem Titel "team!works - soziales Kompetenztraining" für ein gutes Klima in einer Klasse, in dem miteinander gearbeitet wird, man sich versteht und gut lernen kann.

Was sich eigentlich jede Schule für ihre Klassen wünscht, ist nicht immer selbstverständlich. Gewalt nimmt teilweise an Schulen zu. Mobbing ist ein Thema geworden und es scheint, als wenn soziale Kompetenzen zurückgehen würden. In einer schlechten Klassengemeinschaft fühlt sich allerdings niemand wohl. "Es geht immer darum, das Schulleben für alle gut zu gestalten", betont Petring-Dörr und schließt damit Schüler wie Lehrer ein.

Die beiden Kempenerinnen, die seit 2007 zusammenarbeiten, bieten Lernräume an, in denen Schüler ihre Selbst- und Sozialkompetenz auf unterschiedlichste Art und Weise kennenlernen und vertiefen können. "Wir haben ein breitgefächertes Programm, das wir individuell einsetzen. Man kann vorher nie genau sagen, was in einem bestimmten Moment das Richtige ist, da muss man einfach improvisieren, um ein gutes Ergebnis zu erzielen", sagt Germann-Nagels. Eine Klasse durchläuft bei der Arbeit einen Prozess und davon abhängig, wie sich dieser gestaltet, muss agiert werden. Jedes Training gestaltet sich so anders.

Neben dem auf die jeweilige Klasse zugeschnittenem grundsätzlichen Programm sind daher Abweichungen und spontane Aktionen jederzeit möglich. Die Erfahrung der beiden Frauen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie erkennen feine Nuancen und wissen zu reagieren.

Die Praxis gestaltet sich vielschichtig. Trainings können sowohl in der Schule wie auch außerschulisch in Form von Klassentrainings mit erlebnispädagogischem Programm erfolgen. Sie können über einen Tag laufen, stundenweise angeboten werden und reichen hin bis zur Begleitung bei einer Klassenfahrt.

"Natürlich reicht ein einzelner Tag nicht für das ganze Schulleben. Aber wir geben Anstöße, die etwas in Bewegung setzen und die immer wieder aufgegriffen werden können", sagt Germann-Nagels. Um direkt mit einer guten Klassenatmosphäre zu starten, bieten Petring-Dörr und Germann-Nagels unter anderem für Fünfklässler zum Beispiel einen Tag am Hülser Berg mit Vertrauensübungen, Kommunikationsaufgaben und Kooperationsaktivitäten an.

Wobei es bei letzterem um Aufgaben geht, die nur in der Gruppe gelöst werden können. Eine Klasse kann sich so finden. Ganz wichtig sind die Feedback-Übungen bei ihren Angeboten. Dafür haben die beiden Fachfrauen eigene Programme entwickelt. "Die Teilnehmer ziehen zum Beispiel eine Karte, auf der eine bestimmte Aussage zu finden ist. Diese geben sie dann demjenigen, von dem sie meinen, dass diese aufgrund der vorher gemachten Erfahrungen zutrifft", erklärt Petring-Dörr.

Ganz wichtig ist auch, dass Stereotypen aufgebrochen werden, die sich in Klassen einschleichen. Die Kempenerinnen achten so darauf bei Gruppenübungen immer neue Konstellationen zum Tragen kommen zu lassen und dass nicht die gleichen Cliquen zusammenarbeiten.

Das soziale Kompetenztraining für Schulklassen bietet sich aber nicht nur im Bereich der Prävention an, sondern auch bei den unterschiedlichsten Problemfällen in Klassen. Das reicht vom Mobbing bis zur Ausgrenzung bestimmter Schüler. Zudem arbeitet "team!works" auch im Bereich von Workshops speziell für Lehrer.

Quelle: RP
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