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Stadt Kempen
Fundsachen im Aqua Sol: Kaum etwas wird abgeholt

Stadt Kempen: Fundsachen im Aqua Sol: Kaum etwas wird abgeholt
Betriebsleiter Wolfgang Werthschulte präsentiert eine bunte Palette von Fundsachen. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Es ist durchaus erstaunlich, was die Besucher so alles im Schwimmbad vergessen. Nachfragen gibt es kaum, daher gibt es einen Trödelmarkt. Von Bianca Treffer

Große Badehandtücher in den unterschiedlichsten Farben, flauschige Bademäntel, witzige Badelatschen, schicke Bikinis und Badeanzüge. Dazu diverses Wasserspielzeug. Was sich in den Regalen tummelt, erinnert an eine Boutique für den Schwimmbad- und Saunabesuch. Allerdings zieren all diese Gegenstände keine Auslage, sondern verbringen ein eher ungesehenes Dasein in einem Abstellraum der Sauna- und Wasserwelt Aqua Sol in Kempen.

Sie sind auch nicht für den Verkauf bestimmt, sondern warten vielmehr auf ihren Besitzer. Zu den typischen Wasser- und Saunasportartikeln gesellen sich Bücher, Brillen, Schmuck, Isomatten, Duschgels und diverse Bekleidungsstücke. "Es ist erstaunlich, was die Besucher alles im Schwimmbad vergessen. Noch erstaunlicher ist aber, dass nahezu nichts wieder abgeholt wird. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist", sagt Betriebsleiter Wolfgang Werthschulte. Die jahrelange Erfahrung zeigt, dass kaum jemand ins Bad kommt und nach einem Gegenstand fragt. Es scheint, als würde nichts vermisst werden.

Die Mitarbeiter des Kempener Schwimmbades sammeln täglich etliches ein, was im Bad selber, den Umkleiden, der Sauna und dem Außengelände liegengeblieben ist. Im Laufe des Jahres kommen auf diesem Weg Hunderte von Gegenständen zusammen. Die wertvolleren Dinge wie Smartphones und dergleichen, die auch immer Mal wieder eingesammelt werden, wandern ins Fundbüro. Der ganze Rest verweilt im Schwimmbad. Die Aufbewahrungsfrist beträgt sechs Monate ab dem Tag des Fundes.

Ist der Eigentümer nicht bekannt oder macht er sein Recht an der Fundsache nicht geltend, dann geht der Fund in den Besitz des Finders über. Das heißt in diesem Fall an das Aqua Sol. Werthschulte hatte in diesem Zusammenhang eine Idee und zwar die eines Fundsachen-Trödelmarktes. Zweimal fand er in den vergangenen Jahren schon im Foyer statt, und zwar im Rahmen des Nikolausschwimmens "Das Angebot wurde gut angenommen, aber es bedeutet einen immensen Arbeitsaufwand, alles auf die Beine zu stellen", bemerkt Werthschulte. Die Erlöse der beiden Trödelmarkte gingen an soziale Einrichtungen, wobei die Stadtwerke den Betrag jeweils verdoppelten. Beim ersten Fundsachen-Trödelmarkt 2010 brachten die zahlreichen Gegenstände, die für 50 Cent oder einen Euro verkauft wurden, 500 Euro ein. Mit der Verdopplung machten das damals 1000 Euro aus, die an den St. Annenhof gingen.

Ob das Aqua Sol einen Fundsachen-Trödelmarkt wiederholt, steht allerdings noch in den Sternen. "Wenn, dann müssten wir dies im Sommer machen und mit einem unserer anderen Ereignis koppeln", meint Werthschulte. Fundgegenstände, deren halbes Jahr Wartezeit bereits abgelaufen sind, füllen derzeit etliche Kartons und blaue Mülltüten im Keller des Bades, denn der eigentliche Sammelraum kann diese Massen gar nicht mehr alle aufnehmen.

Quelle: RP
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