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Kreis Viersen
Gegen Gülle-Geruch hilft Technik

Kreis Viersen: Gegen Gülle-Geruch hilft Technik
FOTO: Heike Ahlen
Kreis Viersen. Frühlingszeit ist Güllezeit - und das stinkt nicht nur vielen Menschen auf dem Land, sondern auch den Landwirten. Moderne Technik hilft, dass Nährstoffe und Geruch im Boden landen und nicht in der Luft. Von Heike Ahlen

Ein Trecker fährt mit einem Güllefass, hinter der Maschine angebracht, über den Acker. Die Gülle fließt aus dem Fass und landet auf einer Art Teller, von wo aus sie in alle Himmelsrichtungen gesprüht wird. Jeder kennt dieses Bild, doch es ist immer seltener zu sehen. Denn wenn es zum Himmel stinkt, ist das nicht nur unschön für die Bevölkerung, sondern auch für die Landwirte. Denn die Nährstoffe sollen an die Wurzeln der Pflanzen gelangen. Doch so wie beschrieben "verpuffen" sie einfach in der Luft. Die Folge liegt auf der Hand: Man kann zwar berechnen, wie viele Nährstoffe welcher Art in den Boden kommen müssten. Man kann aber nicht genau sagen, wie viel auch tatsächlich in den Boden gelangt. Nach dem Motto "viel hilft viel" dürfen die Landwirte aber auch nicht vorgehen. Zum einen, weil die Düngemittelverordnung genau regelt, wer was wann wohin bringen darf. Zum anderen aber auch, weil zu viel Dünger ebenso für ein schlechtes Ergebnis sorgen kann wie zu wenig Dünger: Überdüngte Pflanzen reifen nicht gut. Zuckerrüben enthalten zu wenig Zucker, Weizen bleibt dunkelgrün. Beides bedeutet Einbußen für die Bauern.

Auf dem Hof des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens P & P Coenen stellten der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und einige Landwirte jetzt ihr neues Plakat für die Öffentlichkeitskampagne "Wir machen Mief" vor, im Rahmen derer die rheinischen Bauern den Dialog mit der Bevölkerung suchen. Seit gestern hängt das Plakat an rund 100 Straßen im Rheinland und an großen Bahnhöfen.

Dabei stellten die Landwirte auch die neue Technik vor, die bei der Gülle-Ausbringung hilft. Die Technik sorgt für eine genauere Dosierung, so dass die Nährstoffe auch im Boden ankommen, und für weniger Geruchsbelästigung. Mit einem Schleppschlauch-Verteiler beispielsweise fließt die Gülle direkt aufs Feld. Schleppschläuche werden vor allem da eingesetzt, wo schon zarte Pflanzen stehen und der Boden nicht mehr umgegraben werden kann. Dort, wo noch nichts wächst, kann die Scheiben-Egge mit Injektor genutzt werden: Dabei wird der Boden in einem Arbeitsgang über die frische Gülle geworfen. So kann Gülle genauer dosiert werden.

Gülle helfe den Landwirten auch, auf teuren Mineraldünger zu verzichten, erklärte der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Krefeld-Viersen, Paul-Christian Küskens: Mineraldünger müsse unter Einsatz von viel Energie künstlich erzeugt werden, während Gülle ein natürliches Abfallprodukt der Landwirtschaft sei.

Quelle: RP
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