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Stadt Kempen
Glascontainer: Politiker sprechen von Schildbürgerstreich

Stadt Kempen. Die Politiker sind genervt, die betroffenen Anwohner nur noch verärgert. Zu einer Provinzposse erster Güte hat sich mittlerweile die Frage entwickelt, ob es Anwohnern zumutbar ist, dass nur wenige Meter vor ihren Wohnungen Container für Altglas stehen dürfen oder nicht. Von Andreas Reiners

Diese Posse, die derzeit immer noch nicht beendet ist, beschäftigt seit einigen Wochen auch die politischen Gremien der Stadt Kempen. Zuletzt war der Containerstandort an der Ecke Breslauer-/Königsberger Straße in Kamperlings sogar Thema in der Sitzung des Stadtrates. Der, das war der einhellige Tenor der Ratsmitglieder, habe eigentlich Wichtigeres zu tun, als über Containerstandorte zu entscheiden.

Aber noch mal der Reihe nach: Anwohner des Neubaus an der Ecke Breslauer-/Königsberger Straße hatten sich an das zuständige Tiefbauamt gewandt, um zu erreichen, dass die Altglascontainer, die unmittelbar vor ihren Wohnungen auf dem Parkstreifen der Breslauer Straße stehen, an einen anderen Standort versetzt werden. Beim Amt wurden sie, so sagen die Anwohner, mit der Bemerkung nach Hause geschickt, die Container blieben da stehen, weil die auch vor dem Neubau dort immer gestanden hätten. Die Anwohner wollten sich damit nicht zufrieden geben und wandten sich an die Fraktion der Grünen. Die beantragte hoch offiziell zu prüfen, ob die Container nicht woanders hinkönnten. Erstmals wurde darüber Ende Mai im zuständigen Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz diskutiert - allerdings ohne ein Ergebnis zu erzielen, das Tiefbauamt hatte alternative Vorschläge gemacht, die es aber noch näher zu prüfen galt. Schon in dieser Sitzung wurde von der Politik der Vorschlag gemacht, den Containerstandort notfalls ersatzlos zu streichen. Das will die Stadt allerdings nicht. Auch in der Ratssitzung betonte Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder, dass es in Kempen eigentlich zu wenig Standorte gäbe. Da könne man diesen vor dem Haus Breslauer Straße 36 nicht so einfach aufgeben. Das Thema sollte in den nächsten Umweltausschuss vertagt werden. Der tritt aber erst am 6. Oktober wieder zusammen. Die Fraktionen im Stadtrat, die eigentlich gar keine Lust hatten, über eine solche Kleinigkeit zu diskutieren, gaben der Verwaltung mit auf den Weg, schnellstmöglich eine Lösung des Problems zu finden. Politiker sprechen mittlerweile von einem Schildbürgerstreich der Stadtverwaltung.

Quelle: RP
 
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