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Stadt Kempen
"Gleis 3" braucht noch etwas Zeit

Stadt Kempen: "Gleis 3" braucht noch etwas Zeit
Die ausrangierte Straßenbahn ist von Jugendlichen bereits äußerlich umgestaltet worden. Sie steht noch im Depot in Krefeld. FOTO: Braun/Stadt Kempen
Stadt Kempen. Stadtwerke und Stadt Kempen haben den Schenkungsvertrag für die ausrangierte Straßenbahn unterschrieben. Wann der neue Jugendtreff am Sportzentrum Berliner Allee eröffnet, ist derzeit noch offen. Von Willi Schöfer und Andreas Reiners

Stadtjugendpfleger André Fitzner war im November vergangenen Jahres sehr optimistisch. "Vielleicht können wir die neue Straßenbahn für die Kinder und Jugendlichen schon im Frühjahr 2016 im Sportzentrum an der Berliner Allee aufstellen", sagte er damals. Es könnte aber auch Mai oder Juni werden, meint Fitzner jetzt. Kempens Stadtwerke-Geschäftsführer Siegfried Ferling hält indes einen Termin im Herbst diesen Jahres eher für realistisch. Zumal die Stadtwerke Kempen erst jetzt einen Architekten beauftragen konnten, der den Bauantrag für das neue Gleisbett und danach die Ausschreibungen der Arbeiten und für den aufwendigen Transport des in Krefeld stehenden ausrangierten Triebwagens vornimmt.

Sicherlich gibt es für die Stadt Kempen derzeit andere Probleme zu bewältigen als die Einrichtung der Straßenbahn als neuen Jugendtreff. Erst am 29. Januar hatte Kempens Bürgermeister Volker Rübo und Siegfried Ferling den Schenkungsvertrag unterschrieben, wonach die Bahn, die bereits von Jugendlichen auf einer Seite bei einigen Workshops besprayt worden war (die RP berichtete), dann in das Eigentum der Stadt Kempen übergeht, wenn sie an der Berliner Straße auf ihrem Standplatz installiert ist Die Jugendlichen hatte der Bahn bereits bei den Spray-Workshops einen Namen gegeben: "Gleis 3". Deshalb, weil es derzeit am Kempener Bahnhof bereits zwei Gleisverbindungen gibt. Schon 2015 hatten die Stadtwerke Kempen von den Krefelder Stadtwerken den etwa 28 Meter langen rot-weißen Triebwagen "SWK 836" erworben Zwar kostete die Bahn nur einen symbolischen Schrottpreis, aber dennoch dürften sich die Gesamtkosten inklusive Transport, Bau eines Gleisbettes an der Berliner Allee oder für den Umbau zu einem Jugendtreff auf rund 30.000 Euro belaufen. Daran wollen sich Stadtwerke Kempen und Stadt etwa zur Hälfte beteiligten. "Wir arbeiten gerade mit Jugendamtsleiterin Heike Badberg an einem Sponsoren-Konzept, damit dort wirklich ein schöner Jugendtreff entstehen kann", erklärte Siegfried Ferling im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Schon vor Monaten hatte es in den Kempener Jugendeinrichtungen eine Umfrage gegeben, wie solch ein mobiler Treff aussehen könnte. Unter anderem wurden neben Heizung und Strom Kicker, Dart, Musikanlage, freies W-Lan, gemütliche Sitzecken oder Gesellschaftsspiele genannt. Auch der Vorschlag einer Roller-Werkstatt wurde gemacht. Außerdem kam der Vorschlag eines separaten Abteils für die weiblichen Besucher.

So weit ist es aber noch nicht. Auch um die Stromversorgung oder um die Heizung muss sich noch gekümmert werden. Fest steht auch noch nicht, in welcher Form das Gleisbett errichtet wird. Siegfried Ferling dazu: "Entweder bauen wir in einer Länge von rund 30 Meter ein herkömmliches Gleisbett oder wir setzen die Straßenbahn auf Metallplatten und bauen dann den Gleiskörper drum herum." Auch dies überprüfe jetzt der beauftragte Architekt.

Derzeit ist die Straßenbahn nur vor einer Seite besprayt. "Wir hatten bei den Workshops nicht genügend Zeit", erklärte Fitzer, dass sich dann, wenn die Bahn an der Berliner Allee steht, unter Anleitung noch weitere Jugendliche als Sprayer für die andere Seite nützlich machen könnten. Um die Inneneinrichtung kümmere sich nach der Installation das Jugendamt unter Mitwirkung der jungen Leute.

Übrigens: Die Aussage von Jugendamtsleiterin Heike Badberg, die Straßenbahn könne bereits nach den Osterferien feierlich als neuer Jugendtreff eröffnet werden, konnte Stadtwerke-Chef Ferling gestern auf RP-Nachfrage nicht nachvollziehen. Ein solcher Termin sei unrealistisch, betonte er. Heike Badberg hatte diesen Termin am Dienstagabend in der öffentlichen Sitzung des Jugendhilfeausschusses genannt. Der zuständige Dezernent Michael Klee hatte ihr nicht widersprochen. Stadtjugendpfleger André Fitzner war in der Sitzung nicht anwesend.

Quelle: RP
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