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Gemeinde Grefrath
Grefrath: "Ampel" will ein neues Rathaus

Gemeinde Grefrath. SPD, FDP und Grüne haben einen gemeinsamen Antrag gestellt: Die Gemeinde soll das ehemalige Gebäude von Johnson Controls kaufen und zum Rathaus umbauen. Eine Sanierung des jetzigen Gebäudes sei viel zu teuer. Von Heiner Deckers

Das alte Grefrather Rathaus soll der Abrissbirne zum Opfer fallen, die Verwaltung in das ehemalige Entwicklungszentrum von Johnson Controls am Bronkhorster Weg umziehen. Das fordern SPD, FDP und Grüne in einem gemeinsamen Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss. Die "Ampel" verfügt über eine Mehrheit, könnte ihre Vorstellungen also gegen die CDU als stärkste Fraktion gemeinsam durchsetzen.

Das Gebäude von Johnson Controls sei nicht die schönste, aber die billigste Lösung, sagte gestern SPD-Fraktionschef Jochen Monhof: "Mehr können wir uns als Gemeinde Grefrath nicht leisten. Wir müssen sparen." Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, haben sich die drei Fraktionen auf eine Kostendeckelung von 2,15 Millionen Euro für Kauf, Umbau und Umzug geeinigt. Wobei sich der Umbau im Rahmen halten soll: Nicht jeder brauche ein Einzelbüro, der Großraum tue es meist auch. Die Vereine haben angekündigt, ihre Räumlichkeiten in Eigenleistung zu renovieren oder es durch Spenden zu finanzieren.

Der Antrag, so Monhof, sei auch eine Reaktion auf die neuen Planungen der CDU, im Gewerbegebiet Wasserwerk eine Halle anzumieten und dort neben Jugendlichen auch die Vereine "Älter werden in der Gemeinde Grefrath" und "Mutter und mehr" unterzubringen. "Die Zeit ist reif für eine Entscheidung", betont der Fraktionschef und spricht von einem "stimmigen Konzept". Für und Wider seien hinreichend diskutiert worden, und das schon seit zweieinhalb Jahren.

Ein Umbau des jetzigen Rathauses scheide aus Kostengründen aus, sagt Heinz Hagl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP. Energietechnisch gesehen sei es auch nicht haltbar, gleichzeitig Rathäuser in Grefrath und Oedt zu unterhalten. Alle Mitarbeiter der Gemeinde sollten unter ein Dach. "Der Ankauf des Johnson-Controls-Gebäudes ist die beste Lösung", unterstreicht Hagl. Auf Sicht werde dieser Schritt der Gemeinde eine Menge Geld sparen. Bedingung für die FDP ist allerdings, dass mit dem Umzug gleichzeitig eine Verwaltungsreform angepackt wird. Am besten sei es, wenn ein externen Fachinstitut mit der Umsetzung beauftragt werde.

Die Grünen seien von Anfang an für einen Ankauf des Gebäudes am Bronkhorster Weg gewesen, betont deren Fraktionschef Dirk Drießen. Eine Sanierung der beiden jetzigen Rathäuser sei deutlich teurer.

Das Grefrather Rathaus wird nach den Plänen von SPD, FDP und Grünen komplett abgerissen. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) Kreis Viersen soll auf dem dann frei werden Gelände seniorengerechte Wohnungen errichten. Das Oedter Rathaus hat noch bis 2015 Bindungsschutz. Was dann daraus werden soll, sei offen.

SPD-Fraktionschef Jochen Monhof hatte im Übrigen auch noch ein Lob für Bürgermeister Manfred Lommetz parat, neben dem Gebäude habe er auch eine riesige Fläche erworben: "Da hat er richtig gut verhandelt", sagt Monhof. Und hat auch gleich eine Idee für die Finanzierung: "Vielleicht kann man es erreichen, dass die Gemeinde erst zahlen muss, wenn das Gelände des alten Rathauses verkauft ist."

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(RP/rl)
 
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