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Gemeinde Grefrath
Grefrather Karnevals-Komitee löst sich auf

Gemeinde Grefrath. Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, den Verein abzuwickeln. Es fehlt der Nachwuchs. Von Manfred Baum

Das Grefrather Karnevals-Komitee (GKK), das vor Jahren aus der Interessengemeinschaft Grefrather Karneval (IGK) hervor gegangen war, gibt es nicht mehr. Bei einer außerordentliche Mitgliederversammlung am Dienstag im Vereinslokal "Zum Fürsten Blücher" am Grefrather Marktplatz wurde einstimmig die Auflösung des Vereins beschlossen. Die Gründe für die Auflösung sind vielfältig. Die Karnevalisten der ersten Stunde sind entweder gestorben oder im Rentenalter. Nachwuchs konnte kaum gewonnen werden. Die Mitgliederzahl von einst rund 120 Mitgliedern sank zuletzt auf 35. Es gab aber auch Misswirtschaft von einigen Mitgliedern des Vorstandes in den zurückliegenden Jahren, unter denen das GKK sehr gelitten hat. Es fehlte an finanziellen Mitteln, um Sitzungen oder einen Tulpensonntagszug zu organisieren. Die Auflagen der Behörden wurden immer umfangreicher. Auch das war mit Kosten verbunden. "Uns fehlte zuletzt einfach das Personal und das Geld, um die Aufgaben bewältigen zu können", meinte Vorsitzender Heinz-Josef Nilges bei der Versammlung.

Fakt ist zudem, dass es im Karneval in Grefrath immer Höhen und Tiefen gegeben hat. Die IGK und das GKK haben früher alles geboten, was es im Karneval gibt: Prinzen und Prinzenpaare, Sitzungen, Altweiberbälle, Tulpensonntagszüge, die Erstürmung des Grefrather Rathauses, ein gutes Miteinander mit den befreundeten Karnevalisten anderer Vereinigungen auch außerhalb von Grefrath. Das GKK war Mitglied im Bund Deutscher Karneval, im Bund Linksrheinischer Karneval, in der Föderation Europäischer Narren und der Vereinsbaumgemeinschaft Grefrath. Begehrt war der Sonderorden "Närrischer Schlittschuh", der in den 37 Jahren nur 18 Mal verliehen wurde. Legendär sind die Büttenabende, die früher im "Saal Allen" stattfanden, oder die Veranstaltungen im Festzelt auf dem Deversdonk. Allein zu den Altweiberbällen kamen in mancher Session etwa 1000 Karnevalisten. All das ist bedauerlicherweise nun Geschichte

Schwierig wurde es für das GKK, als man immer weniger eigene Kräfte hatte und immer mehr auswärtige Kräfte verpflichten musste. Das kostete Geld. Hinzu kam, dass der Zusammenhalt in den Anfangsjahren größer war als zuletzt. Das GKK hat bedeutende Karnevalsgeschichte in Grefrath geschrieben.

Die Mitglieder hatten noch überlegt, den Verein einige Zeit ruhen zu lassen, doch dafür wäre auch ein geschäftsführender Vorstand erforderlich gewesen. Und auch dafür fehlten die Karnevalisten, die sich dabei engagiert hätten. Bis zum Ende dieses Monats wird es eine notarielle Eintragung im Vereinsregister geben und dann wird das GKK aus dem Verzeichnis beim Amtsgericht gelöscht.

Quelle: RP
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