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Gemeinde Grefrath
Grefraths Entwicklung mitgeprägt

Gemeinde Grefrath: Grefraths Entwicklung mitgeprägt
Ende des Monats geht der langjährige Bauamtsleiter Dr. Michael Räppel in Ruhestand. Gestern war sein letzter Arbeitstag. FOTO: NN
Gemeinde Grefrath. Für Dr. Michael Räppel war gestern der letzte Arbeitstag. Der langjährige Leiter des Bauamtes geht zum Monatsende in Ruhestand. Die Rheinische Post sprach mit ihm zum Abschied nach mehr als 25 Dienstjahren in der Niersgemeinde. Von Manfred Baum

Es sei, so meinte Bauamtsleiter Dr. Michael Räppel am gestrigen Freitag, "heute Gott sei Dank nicht Freitag, der 13.", als er um 13.01 Uhr sein Büro in der ersten Etage des Oedter Rathauses verließ. Als er die Stufen ins Erdgeschoss hinunter ging, erlebte er noch einmal das ihm längst vertraut gewordene Knarren der alten Stufen unter dem roten Treppenteppich. Im Gespräch mit der Rheinischen Post hatte er zuvor auf mehr als 25 Jahre im Dienst der Gemeinde Grefrath zurückgeblickt. Als Leiter des Bauamtes hat der gebürtige Lanker die Entwicklung in der Niersgemeinde über viele Jahre mitgeprägt.

Mit seiner großen Erfahrung und seinem Fachwissen hat Räppel seine Amtsgeschäfte geführt. Das wurde auch im Verhältnis zur Politik deutlich, spiegelt sich in der Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und seinem für die Themenbereiche Bauen, Planung und Umwelt zuständigen Fachausschuss.

Räppel war nicht nur stets ein unterhaltsamer Plauderer, sondern er hat mit seiner Meinung nie hinterm Berg gehalten. Ihm ging es immer um die Sache. Der promovierte Diplom-Ingenieur hinterlässt in Grefrath im sehr positiven Sinne vielfältige Spuren. Er kennt die Niersgemeinde wohl viel besser und umfassender als so mancher gebürtiger Grefrather.

Am meisten Spaß gemacht habe ihm die so genannte Euroga zu Beginn des 21. Jahrhunderts, sagte er. Er erinnerte an die Wiederherstellung des Altarms der Niers, an die Gestaltung des Umfeldes der Burg Uda, an den Bau der Skateranlage. Die Euroga 2002 hatte eine gut dreijährige Vorlaufzeit. Als man darüber in den politischen Gremien diskutierte, habe der damalige Grefrather Bürgermeister Josef Lepers - mit Blick auf den Altarm der Niers - von einer drohenden "Malaria-Epidemie" gesprochen und der frühere CDU-Ratsherr Albert Küsters aus dem Heitzerend "größte Befürchtungen" wegen möglicher Überschwemmungen geäußert.

Für die erste neu gepflasterte und verkehrsberuhigte Straße in Oedt, die geschichtsträchtige Albert-Mooren-Allee, hatte er Oedt, um Landesmittel zu bekommen, kurzerhand zum "Sanierungsobjekt" gemacht. Vom damaligen Landesbauminister Christoph Zöpel hieß es danach: "Kommen sie mir nie mehr mit der Sanierung Oedt."

Räppel scheute sich nicht, im RP-Gespräch auch über eine "Niederlage" zu sprechen, das Nichtzustandekommen der so genannten Mäurers-Arkaden. "Ich halte diese Entscheidung auch heute noch für falsch", meinte er. Ein Grund sieht er unter anderem in der damals nicht einheitlichen Haltung der Grefrather Händlerschaft.

Überrascht hatte ihn die hohe Niederlage von Herbert Kättner gegen Manfred Lommetz bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren. "Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet", so Räppel. Überrascht hatte ihn außerdem, dass der Oedter Heimatverein mit Heinz Panzer an der Spitze die gelungene Sanierung und Umgestaltung der Burg Uda geschafft habe. Er sei auch angenehm überrascht gewesen darüber, wie die Alten Herren des SV Grefrath bei "Wind und Wetter" in den Jahren 2006/2007 das Clubheim gebaut haben.

Michael Räppel erinnerte schließlich auch daran, wie lange - nämlich zwei bis drei Jahre - und intensiv seinerzeit die Verhandlungen mit der Kommunalaufsicht und der Firma Frauenrath gedauert haben, um das so genannte Grefrather Modell für den Sportpark "Auf dem Heidefeld" zu verwirklichen. Daraus sei ein "ganz dickes Vertragswerk" geworden. Michael Räppel freut sich, dass auf dem ehemaligen Sportplatz Nordkanal jetzt das letzte Grundstück" verkauft worden ist. Er freut sich, dass die Neubaugebiete "Bousch" (die teuersten Grundstücke sind bereits alle verkauft) und "Klostergarten" in Mülhausen so gut laufen. "Wir haben lange Zeit keine neuen Baugebiete ausgewiesen. Das war nicht richtig. Wir konnten vor allem jungen Familien in Grefrath keine passenden Angebote machen", meinte Räppel rückblickend.

Geärgert hat er sich, dass er im Rat der Gemeinde Grefrath nicht offiziell verabschiedet worden ist. Eine Sondersitzung für ihn hatte er jedoch abgelehnt. Aber: Er hat sich sehr gefreut ("Ich war völlig überrascht"), dass er innerhalb der Verwaltung zunächst in die "Kemenate Ritter Michael" der Burg Uda entführt und dort gebührend verabschiedet wurde. "Ich gehe frohen Herzens in Ruhestand. Ich werde die weitere Entwicklung der Gemeinde aus der Ferne beobachten", betonte er im RP-Gespräch. Dr. Michael Räppel möchte in seinem Ruhestand mit seiner Ehefrau häufiger reisen. Sein Haus im Grefrather Westen hat er mit Blick auf den Ruhestand schon "funktionsfähig" gemacht.

Quelle: RP
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