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Stadt Kempen
Großartige Musikerlebnisse à la carte

Stadt Kempen: Großartige Musikerlebnisse à la carte
Die jungen Musiker des Armida Quartetts sorgen bei ihren Konzerten für einen "permanenten Gänsehautalarm". FOTO: STADT
Stadt Kempen. Die Saison 2015/2016 nähert sich der Sommerpause - doch es lassen sich kein Schwächeln und kein nachlassendes Interesse feststellen. Ausgesuchte Solisten und faszinierende Ensembles machen Konzerte in Kempen so anziehend. Von Heribert Brinkmann

Heute ist das Konzert des französischen Duos Peirani und Parisien gerade eine Woche her - doch das Nachtkonzert klingt immer noch nach. Kempen hat nur 34.800 Einwohner - nicht gerade eine große Stadt. Aber das Musikprogramm in dieser Stadt hat Großstadtformat. Das Kompliment gilt den Programmmachern, die solch exzellente Künstler einladen, und den Konzertbesuchern, die dieses Angebot gut annehmen und die Konzerte kundig genießen. Nebenbei gesagt sind die Eintrittspreise in Kempen überaus moderat. Wer beispielsweise am Samstag zum Konzert der 27-jährigen chinesischen Pianistin Yuja Wang in die Düsseldorfer Tonhalle gehen will, zahlt je nach Sitzreihe zwischen 30 und 46 Euro je Karte. Bereits im Krefelder Seidenweberhaus müssen Konzertbesucher etwa beim Konzert des Sinfonieorchesters zwischen 20,50 und 42,50 Euro zahlen. In Kempen spielen zwar keine Sinfonieorchester, aber dafür sind auch die Kartenpreise zwischen zehn und 28 Euro moderat. Deswegen sollte das Angebot ausgiebig wahrgenommen werden.

Das nächste Konzert im Programm steht am Sonntag, 12. Juni, um 18 Uhr in der Paterskirche an. Das Armida Quartett (Martin Funda, Violine, Johanna Staemmler, Violine, Teresa Schwamm, Viola, Peter-Philipp Staemmler, Violoncello) spielt Mozarts Streichquartett B-Dur KV 589, Schumanns Streichquartett F-Dur op. 41 Nr. 2 und Dvoráks Streichquartett As-Dur op. 105.

Gut besucht war die Nachtmusik mit den französischen Musikern Vincent Peirani, Akkordeon, und Emile Parisien, Sopransaxofon. Die Nachtmusik-Reihe zieht ein ganz besonderes Publikum an, die Atmosphäre ist locker. FOTO: BRINKMANN

Permanenten Gänsehautalarm stellte das Hamburger Abendblatt fest und "Rondo" rezensierte "Das Armida Quartett gehört zu jenen jungen Nachwuchsensembles, die uns Musik wie die hier präsentierte auf neue Art erleben lassen. (...) Wir hören diesen quicklebendigen, fröhlichen, vor Temperament überschäumenden Mozart."

Erster Preis sowie Publikumspreis beim Concours de Genéve 2011, Sieg beim Internationalen Musikwettbewerb in München 2012 und Nominierung für die "Rising Stars"-Reihe der Europäischen Konzertsaalorganisation 2015 - das sind die Stationen, die das junge Armida Quartett innerhalb kürzester Zeit auf dem Weg in die vorderste Reihe internationaler Streichquartett-Formationen absolviert hat. Nach seiner Gründung in Berlin 2006, dem Studium bei Mitgliedern des Artemis Quartetts, weiteren Anregungen etwa von Alfred Brendel, Tabea Zimmermann, Walter Levin und Meisterkursen beim Alban Berg, Guarneri und Arditti Quartett arbeitet das Armida Quartett derzeit mit Rainer Schmidt (Hagen Quartett) und Reinhard Goebel.

Ein ganz anderes Musikgenre bietet am Mittwoch, 15. Juni, 20 Uhr, das Konzert des Fries-Nuss-Quartetts im Campus - Jazz. Es spielen Heinrich Fries, Tenorsaxofon, Benyamin Nuss, Klavier, Robert Schulenburg, Bassgitarre, Simon Busch, Schlagzeug. Unaufdringlich, wie selbstverständlich fließt, ja atmet die Musik. Dabei fehlt es durchaus nicht an Ecken und Kanten, an solistischen und freien Ausbrüchen, doch bleibt alles eingebunden in einem großen Ganzen. Die vier Musiker haben allesamt bei namhaften Jazz-Größen studiert und Workshops besucht - Heinrich Fries und Simon Busch etwa u. a. bei John Abercrombie und David Liebman. Das Konzert im Campus wird gefördert vom Kultursekretariat NRW Gütersloh und von den Stadtwerken Kempen.

Quelle: RP
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