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Stadt Kempen
Große Orgelbaukunst in den Gotteshäusern

Wer Interesse auf gute Orgelmusik hat, dem seien nur einige der Instrumente genannt, die es in Kempen gibt. Da ist zunächst die Albiez-Orgel in der Propsteikirche. Diese Orgel hat aufgrund seines Testaments Johannes Hüskes, Propst von Kempen, errichten lassen. "Zur größeren Ehre Gottes konnte dieses Werk durch die Freigebigkeit vieler vollendet werden im Jahr des Herrn 1979." So lautet übersetzt die lateinische Inschrift am Rückpositiv des Instruments aus der Lindauer Werkstatt des Orgelbauers Winfried Albiez. Die Orgel steht an der optisch wie akustisch gleichermaßen idealen Stelle am Westende des Mittelschiffs, wo schon von 1541 bis 1858 die Renaissance-Orgel des Kölner Meisters Veit ten Bendt gestanden hatte.

Das zweitälteste deutsche Renaissancegehäuse, einzigartig vor allem wegen der 18 von ursprünglich 24 Portraitmedaillons, für eine moderne große Orgel aber ungeeignet, ist inzwischen restauriert und ohne das ursprünglich zugehörige Rückpositiv in den fehlenden Teilen ergänzt, es wartet auf den klingenden Inhalt. Dies wäre eine weitere Bereicherung der Kempener Orgellandschaft, meint Organist Christian Gössel. Die Realisierung wird aber wohl noch etwas dauern.

Am 12. Februar 2000 wurde die Wiedereinweihung der 1752 von dem Kölner Orgelbauer Ludwig König erbauten Orgel in der Paterskirche gefeiert. Nach vierjähriger Vorbereitungszeit konnte die niederländische Orgelbaufirma Verschueren die Arbeiten zur Rekonstruktion des Instruments im historischen Gehäuse abschließen.

Andere erhaltene König-Orgeln wie Instrumente in Nijmwegen, Breda, Oudenbosch in den Niederlanden waren neben den Befunden am Gehäuse wichtigste Grundlage für die möglichst authentische Rekonstruktion. Die Wiederherstellung der Kempener König-Orgel wurde ausschließlich durch private Spendengelder ermöglicht. Bereits 1994 hatte der Kempener Unternehmer Karl Nagels gemeinsam mit Ute Gremmel-Geuchen eine Spendenaktion ins Leben gerufen. In sechs Jahren wurden insgesamt 850.000 D-Mark gesammelt, um das Instrument zu restaurieren. So konnte ein bedeutendes Denkmal gerettet, die barocke Ausstattung der Paterskirche komplettiert und die rheinische Orgellandschaft um eine konsequent im historisch-orientierten Stil erbaute Orgel ergänzt werden.

Eine weitere schöne Orgel erklingt in der evangelischen Thomaskirche an der Kerkener Straße. Das Instrument aus der renommierten holländischen Werkstatt Verschueren passt sich hervorragend in das Kirchengebäude ein. Es ist klanglich sehr warm. Mit seinen Frontpfeifen beherrscht das Instrument das Mittelgewölbe der 1910 erbauten Kirche. Es wurde 1991 eingesegnet und orientiert sich an den Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts.

Die frühere Kantorin Brigitte Kröger gab den Anstoß, die irreparable alte Orgel zu ersetzen. Ganz bewusst wählte sie damals eine niederländische Firma aus, denn immer schon war die Nachbarschaft beider Länder im Grenzbereich beim Orgelbau vorherrschend.

(sr)
 
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