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Stadt Kempen
Grundschüler lernen mit Tablet-PCs

Stadt Kempen: Grundschüler lernen mit Tablet-PCs
Lehrerin Agatha Christ arbeitet in der Kempener Astrid-Lindgren-Schule mit den Kindern seit dem vergangenen Schuljahr erfolgreich mit Tablet-PCs im Unterricht. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. An Kempener Grundschulen wird der Unterricht mit mobilen Kleincomputern erprobt. Die Erfahrungen sind bislang sehr positiv. Es hakt für die Schüler jedoch beim Übergang auf weiterführende Schulen. Dort fehlen Tablet-PCs. Von Silvia Ruf-Stanley

Schon im Frühjahr hatte Kempens Schuldezernent Michael Klee im Schulausschuss über Möglichkeiten des Einsatzes von Tablet-Computern an Grundschulen informiert. Alle Kempener Grundschulen sind mit W-LAN ausgestattet und das wird nun für das Projekt "Mobiles Lernen mit Tablets" genutzt. Ziel dieses Projekts ist es, die Arbeit mit modernen Medien in den Grundschulen weiter zu entwickeln und zu fördern.

Als erstes wurden die Astrid-Lindgren-Schule und die Gemeinschaftsgrundschule Tönisberg bereits vor den Osterferien mit je einem Satz von 16 Tablets ausgestattet. Die Lehrerinnen Agatha Christ und Valerie Krüger berichteten jetzt im Schulausschuss von den ersten Erfahrungen. Mit dabei waren auch die Pädagogen Ralf Krause und Stefanie Maurer, die im Auftrag der Bezirksregierung Düsseldorf in der Region solche Projekte betreuen und selbst in ihren Schulen vielfältige Erfahrungen im Umgang damit haben. Im Vordergrund stehe immer, so Maurer, dass die Schüler schon früh lernen, die Möglichkeiten moderner Medien nicht einfach zu konsumieren, sondern eigene Erfahrungen damit zu machen.

Sehr positiv fanden die beiden Lehrerinnen, wie schnell die Kinder selbst in der ersten Klasse mit den Tablets eigenständig arbeiten konnten. Und sie entwickeln auch Verantwortungsgefühl für die Geräte. Diese werden nach Gebrauch stets ordentlich abgeputzt in ihre Boxen wieder einsortiert und auch bei der Benutzung gehen die Kinder damit sorgfältig um. Die beiden Sätze von je 16 Geräten wurden an den Schulen in je zwei Boxen aufgeteilt. So kann je nach Bedarf in zwei Klassen gleichzeitig mit Tablets gearbeitet werden. Und, das zeigten die Bilder der Lehrerinnen aus dem Unterricht, die Kinder arbeiten gerne in kleinen Teams mit dem Tablet. Das bestätigte auch Ralf Krause aus seinen Erfahrungen. Man kommt auch mit einem kleinen Satz an Geräten für eine ganze Klasse aus.

Das Tablet biete sich aufgrund seines Formates geradezu dafür an. Kinder, die sich aus dem Klassentrubel für eine Aufgabe zurück ziehen möchten, können mit dem Tablet einfach in den Flur umziehen. Oder es ist auch möglich, dass ein Teil der Klasse mit dem Tablet arbeitet, der andere auf herkömmliche Weise und dann getauscht wird. In den Schulen wurden mit den Tablets einzelne Projekte umgesetzt. So wurde der herbstliche Wald wurde erforscht. Dabei fotografierten die Kinder mit den Tablet-PC beim Spaziergang durch die Natur Bäume, dann fügten sie Texte und eigene Bilder zu einer Präsentation zusammen. Oder es wurden mit Hilfe des Tablets kleine Stücke einstudiert. Man kann damit Vortragsarten üben und die eigene Sprache prüfen. Kleine Aufführungen werden mittels Beamer dann auch für die ganze Klasse sichtbar. Und nicht zuletzt können lernschwächere Kinder sich manchmal besser über das Tablet ausdrücken. Damit erfüllt es auch einen wichtigen Schritt bei der Inklusion.

In die Entwicklung des Projekts waren auch alle anderen Grundschulen einbezogen. Seit den Herbstferien sind auch sie mit Tablets ausgestattet. Stefanie Maurer - sie unterrichtet an einer Grundschule in Essen - und Ralf Krause - er unterrichtet an einer weiterführenden Schule in Dormagen - lobten die gute Vernetzung der Kempener Grundschulen bei der Einführung des neuen Mediums.

Bei allem Lob für das gelungene Projekt kam auch die Frage auf, wann denn die weiterführenden Schulen so ausgestattet werden. Rektor Uwe Hötter von der Gesamtschule berichtete, dass Schüler dort bereits nachfragten. Die Umsetzung dort wird wohl noch dauern, so Dezernent Klee, da zurzeit die Schulen mit unterschiedlichen PC-Plattformen arbeiten und noch nicht ausreichend W-LAN-tüchtig sind. Bislang ist dort die Technik nur in den PC-Räumen vorhanden.

Quelle: RP
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