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Stadt Kempen
Grundschulen: CDU vor Kehrtwende

Stadt Kempen: Grundschulen: CDU vor Kehrtwende
Die Regenbogenschule ist mit Abstand die beliebtestes Grundschule in Kempen. Sie profitiert vom zunehmenden Interesse der Eltern. Deren Abstimmungsverhalten lässt sich politisch nicht reglementieren. FOTO: Hüskes
Stadt Kempen. Lehrerinnen und Elternvertreter warben für eine zusätzliche siebte Eingangsklasse zum neuen Schuljahr an der Kempener Regenbogenschule. Das beeindruckte die Politik im Haupt- und Finanzausschuss sehr. Von Andreas Reiners

Dieser Auftritt hat mächtig beeindruckt. Bei Politikern aller Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss und auch bei der Dezernentenriege hinterließen die Aussagen von Lehrerinnen und Elternvertretern der Kempener Regenbogenschule unerwartet deutliche Spuren. Eine Entscheidung, ob die beliebte Gemeinschaftsgrundschule im Kempener Süden zum kommenden Schuljahr sechs oder vielleicht doch sieben altersgemischte Eingangsklassen bilden kann, wurde auf Wunsch der CDU-Fraktion bis zur Ratssitzung am kommenden Montag, 14. März (18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses am Buttermarkt) vertagt. Im Schulausschuss hatten CDU und FDP kürzlich den Vorschlag von Schuldezernent Michael Klee gekippt, fürs neue Schuljahr angesichts der aktuellen Anmeldezahlen an der Regenbogenschule sieben und der Katholischen Grundschule Wiesenstraße zwei Eingangsklassen zu bilden (die RP berichtete). Schon im Schulausschuss ernteten Christ- und Freidemokraten von den anderen Parteien - insbesondere von den Grünen und der SPD - deutliche Kritik. CDU und FDP ignorierten den Elternwillen, hieß es unter anderem. Auch in der Sitzung am Montagabend gab es deutliche Worte der Kritik, noch bevor CDU-Fraktionschef Wilfried Bogedain sich zu Wort melden konnte. Auch er beteuerte vor den anwesenden Vertretern der Regenbogenschule, dass man als Union durchaus die kompetente Arbeit der Grundschule schätze und dass es eine schwierige Entscheidung sei.

Klar ist, dass eine wie auch immer geartete Entscheidung im Stadtrat zukunftsweisend für die Grundschullandschaft in Kempen sein wird. Die beiden katholischen Grundschulen in Alt-Kempen, die Astrid-Lindgren-Schule und die Schule an der Wiesenstraße, verlieren - trotz durchaus anspruchsvoller Programme und Angebote - zunehmend an Schülern. Von der Auflösung der Friedrich-Fröbel-Schule hat die benachbarte Astrid-Lindgren-Schule nicht - wie erwartet - durch eine stärkere Nachfrage profitieren können. Die Eltern aus dem Kempener Süden haben durch ihr Wahlverhalten bei den Anmeldungen die Regenbogenschule im Kempener Süden deutlich bevorzugt. Diese Gemeinschaftsgrundschule gilt als Kempener Vorzeige-Bildungseinrichtungen. Unter der Führung der erfahrenen Rektorin Josefine Lützenburg hat die Schule speziell in den Bereichen Inklusion oder Integration bereits Maßstäbe gesetzt. Gemeinsamer Unterricht von nicht-behinderten und behinderten Kindern oder multi-kulturelle Klassen sind hier bereits erprobt und haben sich bewährt.

Dass andere Grundschulen in Kempen da - aus welchen Gründen auch immer - hinterher hinken, hat sich bei Eltern herumgesprochen. Seitdem es keine Schulbezirksgrenzen mehr gibt, haben Eltern von potenziellen Erstklässlern die freie Wahl. Manche Politiker hatten bislang geglaubt, dass die Regenbogenschule Eltern bei der Anmeldung abweisen und zur benachbarten Katholischen Grundschule Wiesenstraße weiter vermitteln könne. Doch das kann bei klarem Elternwillen nicht funktionieren.

Die CDU-Fraktion und auch die Kempener Liberalen haben bis zur Ratssitzung Bedenkzeit. Die Richtung scheint aber seit Montagabend klar zu sein. Die siebte Eingangsklasse für die Regenbogenschule wird kommen. Die CDU sucht nur noch nach Argumenten, wie man die schulpolitische Rolle rückwärts galant hinbekommt. Aber Fraktionschef Wilfried Bogedain ist zu erfahren, als dass er das nicht noch schaffen würde.

Quelle: RP
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