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Stadt Kempen
Gummibärchen helfen beim Operieren

Stadt Kempen: Gummibärchen helfen beim Operieren
Beim "Tag der offenen Tür" im Kempener Krankenhaus wurden unter anderem die Wirbelsäulenchirurgie (oben), das so genannte Armeo-Training (links) oder die Messung der Sauerstoffkonzentration erläutert. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Einmal selber medizinische Instrumente in die Hand nehmen oder bei einer Darmuntersuchung zuschauen. Beim Tag der offenen Tür im Kempener Krankenhaus nutzten viele Besucher die Chance für den Blick hinter die Kulissen. Von Bianca Treffer

"Die Gummibärchen müssen einfach in die Schüssel transportiert werden", erklärt Christopher Johannes Preetz. Die Aussage des Assistenzarztes, die sich so leicht anhört, ist in der Praxis um Einiges komplizierter, wie die Besucher feststellen, die zu den beiden Kunststoffhandstücken mit Stangen greifen, an deren Ende sich je eine Zange befindet. Durch zwei kleine Zugänge in einer Plexiglasscheibe müssen die Zangen unter der durchsichtigen Scheibe so bewegt werden, dass die Gummibärchen mit ihrer Hilfe von einer Auflage in eine kleine Schüssel gelangen. Was bei Preetz kinderleicht wirkte, erfordert Einiges an Übung.

"Jetzt müssen sie sich vorstellen, dass wir über die Bilder, die uns eine kleine eingeführte Kamera auf einen Bildschirm projiziert, mit diesen Instrumenten operieren", erklärt Oberarzt Dr. Maximilian Anheier. Neben den Zangen gibt es Greifer und Scheren mit Ultraschall, mit deren Hilfe nicht nur geschnitten, sondern Blutgefäße auch direkt geschlossen werden können. "Und Gummibärchen kann man auch essen", meint Chefarzt Dr. Sven Hansen lachend, lässt ein Bärchen verschwinden und löst damit herzliche Lacher bei den Besuchern aus.

Aber nicht nur hier ist ein Blick hinter die Kulissen des Kempener Hospitals zum Heiligen Geist möglich. Im Nebenraum demonstrieren Ärzte am Modell eine Darmspiegelung mittels Endoskopie. Wie eine Arthroskopie vonstatten geht, ist ebenso erlebbar. Informativ und unterhaltsam, so präsentierte sich das gesamte Krankenhaus am Samstag beim "Tag der offenen Tür". Dabei konnten die Besucher nicht nur Operationstechniken erleben und Geräte einmal selbst in die Hand nehmen, sondern auch einige Untersuchungen selbst wahrnehmen, angefangen vom Hörtest über Blutdruck-, Blutzucker- und Venendruckmessungen bis hin zum Ultraschall der Halsgefäße.

"Es ist hochinteressant, was medizinisch alles möglich ist und welche Hilfsmittel es gibt", sagt Sylvia Landeker, die gerade den Erklärungen von Jörg Fessenbecker, Leiter der Physiotherapie, zum Balance-Trainer folgt. In dem Hightech-Gerät steht wiederum Ludwig Knöfler, der einmal ausprobiert, was er vorher theoretisch gehört hat. Das Armeo Training am PC, vorgestellt von Ergotherapeutin Yvonne Tödter, das unter anderem für Schlaganfallpatienten benutzt wird, zieht die Blicke genauso auf sich wie die Ausstellung von DePuySynthes. Melanie Lippka zeigt nämlich, wie Knochenbrüche mit Platten, Schrauben und Nägeln aus Titan gehalten werden. Jede Menge durchsichtige Knochen, vom Oberschenkel bis zur filigranen Hand, sind mit den entsprechenden Materialien versehen. "Sehr anschaulich. Das kann man sich sonst gar nicht so richtig vorstellen", lautet der Kommentar einer Besucherin.

Aber es gibt noch mehr. Kinder lernen spielerisch die Medizin bei der Kinder-Uni kennen, Erste-Hilfe- Kenntnisse können vertieft werden und auf dem Außengelände findet ein buntes Familienfest mit Musik, Hüpfburgen und Live-Musikprogramm statt. Ein informativer Tag mit Spaßfaktor, der den Besuchern das Kempener Krankenhaus und seine vielschichtige Arbeit näher bringt.

Quelle: RP
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