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Stadt Kempen
Handwerkern über die Schulter geschaut

Stadt Kempen. Bei der Kempener Ferienspielaktion sind die Arbeiten schon weit gediehen. Die Kinder haben gemeinsam mit den Betreuern eine Lokomotive gebaut. Auch ein Wagen entsteht in der Halle. Von Silvia Ruf-Stanley

Suchen muss man den Bauspielplatz auf dem Ferienspaßgelände an der Berliner Allee wirklich nicht. Wenn man einfach dem Geräusch von Sägen und Hämmern nachgeht, landet man unwillkürlich bei den eifrigen Handwerkern in der Halle auf dem Sportgelände.

In diesem Jahr hatten sich der stellvertretende Bürgermeister Otto Birkmann und Hubert Zens, die das Ganze ehrenamtlich begleiten, passend zum Thema der Ferienaktion "Zeitreise" in die mittlerweile dreißig Jahre Ferienspaß ausgedacht, mit den Kindern eine Lokomotive zu bauen. Die steht schon stattlich auf der Wiese. Gerade sind einige Kinder dabei, das Gefährt anzustreichen. Betreuer Muradkran Chamaka passt auf, dass auch jeder eine altes Hemd überzieht, bevor der Pinsel in die Hand genommen wird. Schließlich soll es ja keinen Ärger mit den Eltern geben. Manchmal braucht es da noch ein bisschen Hilfe, bis der Kittel richtig sitzt. Ihm selbst macht der Ferienspaß Freude. Die ganzen sechs Wochen ist der Fachschüler für Sozialpädagogik dabei. Knallrot ist die Lokomotive mit einem richtig altmodischen Dampfkessel - alles von den Kindern aus Holz gebaut.

Dazu fällt Otto Birkmann direkt eine gute Geschichte ein. Ein kleiner Junge, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, hatte schon zu Beginn der Arbeiten skeptisch gefragt, ob das denn alles so richtig sei, was da gemacht wird. Dann kam er immer wieder vorbei und hat die Fortschritte bestaunt. Um dann bei der fertigen Lokomotive festzustellen, das könne ja nicht richtig sein. Er habe noch nie einen ICE mit Dampfkessel gesehen.

In der Halle wird inzwischen schon der Personenwagen gebaut. Anna-Marie (7) schleift gerade mit Feuereifer an einem Stück Holz. Das muss erst ganz glatt werden, erklärt sie. Dann wird daraus ein Stab geschnitten. Seit einer Woche ist sie beim Ferienspaß dabei und findet es schön, hier herum zu werkeln. Sie hat viele Ideen, was man alles mit dem Holz machen kann. Marie (7) hilft ihr und sägt eine Halterung aus. Vor der Arbeit mit der scharfen Säge in ihrer Hand hat sie keine Angst. "Das hat mir Papa schon gezeigt." Elie (7) hat auch keine Probleme damit, mit den Werkzeugen umzugehen. "Ich habe mehr Energie in mir, als man denkt", sagt die schmale kleine Handwerkerin ganz selbstbewusst.

Der 13-jährige Roberto ist derweil dank seiner langer Arme eine willkommene Hilfe für Hubert Zens beim Bau des Personenwagens. Er ist seit der vierten Woche beim Ferienspaß und findet die Arbeit in der Werkstatt richtig gut. Auch zu Hause sei er ein Bastler, erzählt er. Allerdings beschränkt sich das vor allem auf das Zusammenbauen von Computern. Dann schnappt er sich den achtjährigen Jason und die Beiden fangen erst einmal an, Sägemehl vom Hallenboden zusammen zu kehren.

Stadtjugendpfleger André Fitzner ist hoch zufrieden mit den Fortschritten der kleinen Baumeister. Nächste Woche soll der Personenwagen fertig sein. Dann kann die Zeitreise an der Berliner Allee so richtig los gehen.

Quelle: RP
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