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Gemeinde Grefrath
Hausärztin hilft Mallorca-Hunden

Gemeinde Grefrath: Hausärztin hilft Mallorca-Hunden
Dr. Anneliese Lückertz-Jost arbeitet in Praxen in Grefrath und neuerdings auch in Hinsbeck. FOTO: jürgen karsten
Gemeinde Grefrath. Als die Dr. Anneliese Lückertz-Jost Ärztin 1979 erstmals Urlaub auf Mallorca machte, sah sie nicht nur die schönen Seite, sondern erfuhr auch von den Schattenseiten. Tierschutz hatte dort so gut wie keine Bedeutung, Hunde wurden damals kaum als Haustiere gehalten und hatten keinerlei Stellenwert. Sie beschloss, sich zu kümmern. Das tut sie bis heute ehrenamtlich und mit viel Engagement. Am 12. Dezember 2012 mündete das Tierschutzengagement in die offizielle Gründung des Vereins: Mallorca-Hunde.

Eine Pflegestelle für Hunde gibt es in Deutschland und eine zweite befindet sich auf Mallorca. Sie wird dort liebevoll betreut von Jörg Schwarzenau, der auf einer Finca im Osten der Insel ein Asyl für die Hunde führt und dabei von dem Verein aus Grefrath unterstützt wird. Zu ihm werden Hunde gebracht, die vor der Tötung stünden, oder er holt sie von Tötungsstationen ab, ehe sie umgebracht werden. Der Verein bezahlt die Futterkosten und die Kosten für die tierärztliche Betreuung sowie den Transfer nach Deutschland, wenn die Hunde transportiert und hier vermittelt werden. Rund 30 Hunde werden pro Jahr durchschnittlich vermittelt.

Es gibt zwar auf Mallorca inzwischen auch Pflegestellen, allerdings inoffizielle und nicht vom Staat unterstützte. Das sind die "Pereiras", die aber nicht dem Standard etwa der deutschen Tierheime entsprechen. Hunde, die keine Chips tragen und nach 21 Tagen nicht vermittelt werden konnten, werden zur Tötung freigegeben. Das wollte Dr. Anneliese Lückertz-Jost verhindern und tut dies bis heute.

Sie hat in früheren Jahren schon erschreckende Erlebnisse auf der Insel gehabt: Da wurden Katzen in Mülltonnen gesteckt, völlig verflohte und in schlechtem Zustand befindliche Hunde waren zudem starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt und Hunde wurden im Straßenverkehr angefahren, ohne dass sich jemand um sie kümmerte. Zwar gebe es heute schon ein wenig Umdenken in der spanischen Gesellschaft und Hunde würden zunehmend auch schon als Haustiere gehalten, doch gebe es immer noch genug zu tun, um das Schicksal der Tiere zu verbessern. So würden die Tiere immer noch Kindern als eine Art Spielzeug geschenkt und wenn das Interesse daran abflaut, einfach auf der Straße ihrem Schicksal überlassen.

Alle Hunde, die vermittelt werden, sind kastriert, werden vor dem Trabsport nach Deutschland tierärztlich untersucht und der Verein guckt sich auch die neuen Herrchen und Frauchen gut an, ob die Hunde auch gut untergebracht sind und genügend Auslauf haben. Meist sind es Mischlingshunde. Finanziert werden alle Tierschutzaktivitäten über Geld- und Sachspenden sowie durch den Mitgliedsbeitrag von 30 Euro pro Jahr. Teuer sind vor allem die Flüge, wenn die Hunde nach Deutschland gebracht werden, denn die Airlines lassen sich die Transporte gut bezahlen und geben keine Rabatte. Die aber gibt eine Bochumer Spedition, die für die Hälfte des normalen Transportpreises auf dem Landweg und dann weiter per Schiff die Hunde transportiert.

(jka)
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