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Stadt Kempen
Hefe van Haag liebäugelt mit Kempen

Stadt Kempen: Hefe van Haag liebäugelt mit Kempen
Das Firmengelände im St. Töniser Gewerbegebiet Tempelshof ist für Hefe van Haag ausgereizt. Seit über einem Jahr suchen die Eigentümer nach einem größeren Freigelände in der näheren Region. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Kempen. Weil das Backwaren-Unternehmen am Standort in St. Tönis nicht mehr expandieren kann, plant die Firma einen Umzug nach Kempen. Neben der Absatzzentrale am Kempener Außenring steht eine ausreichend große Fläche zur Verfügung. Von Heribert Brinkmann

TÖNIS Seit mehr als einem Jahr laufen die Gespräche in Tönisvorst - und anderswo. Hefe van Haag will expandieren, kann sich aber am angestammten Standort am Tempelsweg in St. Tönis nicht weiter ausdehnen. Seit 40 Jahren ist das Backwaren-Unternehmen im Tönisvorster Gewerbegebiet Tempelshof angesiedelt. Jetzt verdichtet sich die Absicht, nach Kempen umzuziehen. Direkt neben der Absatzzentale für Obst und Gemüse ist noch eine große Wiese frei, die genügend Fläche bietet. "Zurzeit stimmten Unternehmen, Architekt und Stadt Vorgaben und Inhalte der Planung ab", erklärt Kempens Pressesprecher Christoph Dellmans. Auf mehr Informationen lässt er sich nicht ein und verweist auf das Unternehmen. Bürgermeister Volker Rübo weist darauf hin, dass noch nichts unterschrieben sei. Nach Informationen der Rheinischen Post ist nun aber fast alles in trockenen Tüchern. Die Verhandlungen mit dem Unternehmen gestalteten sich allerdings nicht einfach, berichten Insider. Es wurde lange um den Kaufpreis fürs Grundstück gerungen. Schließlich sollen sich Stadt und Hefe van Haag auf einen Preis geeignet haben, der berücksichtigt, dass über das Gelände eine Hauptstromleitung verläuft.

Dem Tönisvorster Bürgermeister Thomas Goßen ist das ehrliche Bemühen um den Verbleib des Unternehmens in St. Tönis anzumerken. Er hat die Suche nach Ersatzflächen zur Chefsache erklärt. Die ursprünglich anvisierte neue Fläche im Gewerbegebiet Höhenhöfe (neben dem Real-Markt) - nicht weit vom alten Standort entfernt - ließ sich nicht verwirklichen. Wie nicht zum ersten Mal scheitern die Pläne an der Hürde Wasserschutzgebiet III a. Zwar ist das Unternehmen kein Baumarkt oder keine Autowerkstatt, wo mit Lacken und Ölen gearbeitet wird, aber auch ein Backwaren-Unternehmen setzt Kühlgeräte ein. Anzunehmen ist, dass deren Betriebsmittel in einer Wasserschutzzone nicht zugelassen werden. Auf jeden Fall hat die Stadt zusammen mit den entsprechenden Ämtern des Kreises Viersen intensiv zusammengearbeitet. Sogar die Überlegung, eine Minister-Entscheidung zu versuchen, stand im Raum - wurde aber angesichts der Verfahrensdauer und des unsicheren Ergebnisses letztendlich verworfen. Das Unternehmen scheint aufs Tempo zu drücken. Eine mögliche Alternative wären neue Gewerbeflächen jenseits des Südringes gewesen. Doch die sind bisher nur Planungsziel und noch keine Realität. Vielmehr wird dort weiter Landwirtschaft betrieben.

Damit zeigt sich das Problem in Tönisvorst, große, fertig erschlossene Gewerbeflächen anbieten zu können. Auch die Wiese, die Kempen anbieten konnte, ist eine der wenigen größeren Freiflächen in den Kempener Gewerbegebieten. Dort stehen insgesamt 46.000 Quadratmeter zur Verfügung. Über einen Vermittler hat das Unternehmen mit der Stadt Kempen Kontakt aufgenommen. Für das Gelände liegt ein Bebauungsplan vor, doch die Planung für ein solch umfangreiches Vorhaben dauert einige Monate. Von Seiten der Stadt wäre eine Umsetzung der Pläne in 2017 möglich, doch der Zeitplan ist vom Investor abhängig.

Mit Hefe van Haag käme ein grundsolides Unternehmen nach Kempen. Im Jahr 2014 hat die Firma, die neben St. Tönis Standorte in Köln und Neuwied sowie eine niederländische Tochter in Venlo hat, den Umsatz um 8,5 Millionen Euro (7,2 Prozent) auf knapp 126 Millionen Euro steigern können. Das Unternehmen, das im Berichtzeitraum 225 Mitarbeiter hatte, hat 2014 rund 766.000 Euro investiert, im Wesentlichen in den Ausbau des Fuhrparks.

Quelle: RP
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