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Stadt Kempen
Heilig-Geist-Kapelle am Buttermarkt: Keine neue Nutzung in Sicht

Stadt Kempen: Heilig-Geist-Kapelle am Buttermarkt: Keine neue Nutzung in Sicht
Seit dem Auszug der Buchhandlung im März 2012 steht die Heilig-Geist-Kapelle im Herzen der Kempener Altstadt leer. Im Anbau leben Flüchtlinge. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Kirchengemeinde sieht aktuell keine Perspektive für das Gebäude, muss sich aber langfristig aus Kostengründen von der Immobilie trennen. Von Silvia Ruf-Stanley

Seit März 2012 steht sie leer, die alte Heilig-Geist-Kapelle am Buttermarkt. Dabei ist sie ein Gebäude, das den Marktplatz prägt. Es gibt immer wieder einmal Gerüchte, was aus der Kapelle nun wird, nachdem die Buchhandlung von Gereon Vogeler dort ausgezogen ist. Von Metzgerei bis Touristeninformation - an diesem zentralen Ort wird an alles gedacht.

Aber derzeit, so der stellvertretende Kirchenvorstand Hans-Jürgen Beulertz, ist an eine neue Nutzung nicht zu denken. Denn im angrenzenden Gebäude sind Flüchtlinge untergebracht. Das habe im Moment den Vorrang. Wenn man die Kapelle, in welcher Art auch immer, nutzen wolle, wären Umbauten wie die Einrichtung von Sozialräumen und ähnlichem notwendig. Langfristig denkt die Gemeinde aber wohl über eine neue Nutzung des Gebäudes nach. Denn es gibt eine klare Streichvorgabe des Bistums. Die Gemeinden müssen 30 Prozent ihrer Ausgaben für Immobilien einsparen - in Kempen mit drei Kirchen, der Kapelle St. Peter und eben der Heilig-Geist-Kapelle nicht leicht. Wie Beulertz im Gespräch mit der Rheinischen Post weiter sagte, wird langfristig schon daran gedacht, das Nebengebäude - in dem derzeit Flüchtlinge untergebracht sind, in Wohnungen umzubauen und die Kapelle wieder kommerziell zu nutzen. Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht.

Die Kapelle hat eine wechselvolle Geschichte. Sie wurde 1421 durch Herman und Arnold von Broichhausen für das erste Hospital in Kempen errichtet. Die Kapelle ist im spätgotischen Stil erbaut worden. Es ist ein einschiffiger, schlichter Hallenbau aus Backsteinen mit einfachen Strebepfeilern. Den Chorraum schmückt ein einfaches Sterngewölbe. Zwischen 1624 und 1631 nutzten die Franziskaner die Kapelle zum Gebet, da ihr Kloster noch in Gründung war.

Dann kamen vollkommen andere Zeiten für das Gotteshaus. Als es nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt wurde, zog hier ein Wirtshaus ein. Der Bau wurde geteilt, ein oberes Stockwerk durch eine Zwischendecke geschaffen. Unten war die Schänke, oben gab es einen Speiseraum. Später wurde aus der Kapelle ein Friseursalon und noch später, daran erinnern sich wahrscheinlich viele Kempener, hatte in der Kapelle - wie auch in dem zwischenzeitlich angebauten Nebengebäude - die Stadtbibliothek ihren Platz.

Als diese ins Franziskanerkloster umzog, lebten eine Zeit lang die Brüder und Schwester vom gemeinsamen Leben dort in einer Klostergemeinschaft. Der Kempener Architekt Heinz Cobbers sanierte die Kapelle damals behutsam und organisierte auch einiges für die Ausstattung. Danach nutzten die Schwestern vom Orden "Unserer lieben Frau" aus Mülhausen die Gebäude als Exerzitienhaus. Dann folgte der Umbau der Kapelle zur christlichen Choros-Buchhandlung.

Quelle: RP
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