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Stadt Kempen
Hemesath: Die Sanierung dauert noch Jahrzehnte

Stadt Kempen. Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz gaben Experten einen Zwischenbericht ab.

Der Grundwasserschaden, der vom Betrieb der früheren chemischen Großreinigung Hemesath an der Wiesenstraße in Kempen ausgegangen ist, ist deutlich größer als in den vergangenen Jahren von den Experten vermutet. Wie berichtet waren bis 1992 auf dem Gelände der Reinigung chlorierte Kohlenwasserstoffe in den Boden gelangt. Die Reinigung stellte nach Insolvenz 2010 ihren Betrieb ein. Die Gebäude wurden im selben Jahr abgerissen. Bereits seit 2009 läuft die Sanierung des Umweltschadens, der sich vor allem auf das Grundwasser ausgewirkt hat. 2013 war der belastete Boden auf dem ehemaligen Betriebsgelände ausgetauscht worden.

Während das Gelände nun wieder bebaut werden könnte, muss das Grundwasser in den nächsten Jahren weiterhin in einem aufwendigen Spezialverfahren gereinigt werden. Wie der beauftragte Gutachter Dr. Werner Heckemann jetzt im Kempener Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz berichtete, hat die bisherige Sanierung des Grundwasserschadens noch nicht die erhoffte Wirkung gezeigt. Die Giftstoffe - vor allem Tetrachlorethen (PER) - hätten sich bislang kaum verflüchtigt, so der Experte.

Das heißt, dass die seinerzeit eigens für die Sanierung gebaute Pump- und Reinigungsstation am Peschweg auch in den kommenden Jahren in Betrieb bleiben muss. Zunächst bis Ende 2017 wird weiterhin das gelöste Oxidationsmittel Natriumpermanganat ins belastete Grundwasser eingeleitet. Damit soll die Schadstoffkonzentration gesenkt werden. Das Grundwasser ist bis zu einer Tiefe von 30 Metern belastet. Die PER-Fahne befindet sich zwischen Kempener Außenring und dem Bereich Berliner Allee und Hagelkreuz. Sie verändert ihre Lage aufgrund einer sehr geringen Fließgeschwindigkeit kaum.

In den nächsten Monaten sollen die weiteren Sanierungsschritte vertraglich festgelegt werden. Federführung ist der AAV - Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung in NRW. Er arbeitet eng mit dem Kreis Viersen und der Stadt Kempen zusammen. Dr. Uwe Hoffmann vom AAV erklärte im Kempener Ausschuss, dass bei der Sanierung weitere Kosten entstehen werden. Wie hoch die sein werden, muss noch ermittelt werden. Die beteiligten Behörden wollen die Kempener Politik wieder in zwei Jahren über den Stand der Sanierung informieren.

(rei)
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