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Kempen
Hochschule Niederrhein stellt Muster-Kita vor

Kempen. Kindheitspädagogen des Fachbereichs Sozialwesen entwickelten kindgerechte Räume.

viersen (gap) Ein ungewöhnliches Projekt nähert sich seinem Abschluss: An der Hochschule Niederrhein ist im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts mit der Unfallkasse NRW ein "Leitfaden für eine inklusive Kita" entstanden. Faktisch geht es um eine Muster-Kita. Seit zweieinhalb Jahren arbeiten Kindheitspädagogen des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule Niederrhein und Architekten zusammen, um einen Raum zu entwickeln, der für die Bedürfnisse der Kinder und Erzieherinnen ideal ist.

"In der Regel sprechen Architekten und Pädagogen erst sehr spät darüber, wie eine ideale Räumlichkeit aussehen könnte", sagt Prof. Dr. Astrid Krus, Leiterin des Kompetenzzentrums Kindheitspädagogik in Bewegung. "Das haben wir von Beginn an anders gemacht." So war seit 2011 der gelernte Architekt und Bildhauer Matthias Wilk als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Projekt involviert. Das Raumkonzept für die Muster-Kita basiert auf der Erkenntnis, dass Raumerfahrungen in der frühen Kindheit bedeutsam für die weitere Entwicklung sind.

"Räumliche Möglichkeiten und Grenzen prägen die kindliche Aktivität", sagt Prof. Dr. Christina Jasmund, die gemeinsam mit Krus das Kompetenzzentrum leitet. Jasmund ist auch Vorsitzende des Trägervereins "Kibelig", der bereits als Jugendhilfeträger der Stadt Krefeld anerkannt ist. Die zentralen Themen der neuen Kita sind Inklusion, Bewegung und . Auf der insgesamt rund 700 Quadratmeter großen Grundfläche der Muster-Kita (NGF) soll es in jedem Raum ein Angebot geben.

In dem mit 65 Quadratmetern betont großen Bewegungsraum sollen die Kinder Raumerfahrungen ohne enge Grenzen machen. Zusätzlich gibt es einen Bauraum, einen Leseraum, ein Atelier. In dem Bistro-Bereich soll Wert auf die Art und Weise der Ernährung gelegt werden - in der Modell-Kita soll auch selbst gekocht werden. "Zu den Kleinkindern in der Einrichtung entsteht eine besondere Bindung beim Wickeln", sagt Matthias Wilk, der daher angenehme Bedingungen im Wickelraum geplant hat.

Der lange Flur soll ebenfalls von den Kindern genutzt werden können. Zum Außengelände führt eine relativ lange Sauberlauf-Zone, in der die Gummistiefel ausgezogen werden können.Besonders wichtig ist Matthias Wilk der Aufenthaltsraum für die Erzieher und Erzieherinnen. Hier sollen sie wirklich ungestört von den Kindern Pause machen können. "Wir wissen, dass Erzieherinnen sehr selten Pausen einlegen - und wenn, dann belegen sie sie oft doch mit Arbeit.

Das erklärt unter anderem ihren relativ hohen krankheitsbedingten Ausfall." Mit einem wirklichen Rückzugsraum, der für die Kinder tabu ist, soll Abhilfe geleistet werden. Ziel des Vereins ist, eine solche Muster-Kita in Krefeld zu bauen. Profitieren sollen Studierende und Mitarbeiter.

Quelle: RP
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