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Stadt Kempen
Hospizinitiative arbeitet mit Kindern

Stadt Kempen: Hospizinitiative arbeitet mit Kindern
Mancher Patient genießt die Hand, die ihm gereicht wird. Leichte Massagen der Hand könnten oft Wunder bewirken, sagen die Experten der Hospizinitiative. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Mitarbeiter des kreisweit agierenden Vereins organisieren auch in Kempen Projektwochen in Grundschulen. Die Initiative sucht ehrenamtliche Helfer, die Todkranke und deren Angehörige unterstützen möchten. Von Silvia Ruf-Stanley

Sterben, Tod und Trauer sind vielfältig. Sie werden von jedem einzelnen anders erlebt, so Gerda Kretschmann von der Hospizinitiative Kreis Viersen bei einer Vorstellung der Aktivitäten des Vereins gemeinsam mit Kempens Sozialdezernent Michael Klee. Es ging vor allem um die verschiedenen Angebote für Schulen.

Seit 1993 gibt es die Hospizinitiative im Kreis Viersen. Er ist nicht nur in Kempen, sondern auch in anderen Kommunen des Kreises tätig. Mehr als 60 ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten Todkranke und ihre Familien in einer für alle Beteiligten schweren Zeit. Dazu gehört die Zuwendung für den Sterbenden genauso wie eine Entlastung der Angehörigen. Gerade pflegende Familien benötigen eine Auszeit, um entspannen zu können.

Seit einigen Jahren geht die Initiative verstärkt in Schulen. In Kempen sind dies derzeit die Regenbogengrundschule sowie die Grundschule in Tönisberg. Für die Kinder des dritten und vierten Schuljahres werden Projektwochen angeboten. Eltern reagierten oft zurückhaltend, wenn die Schule dies plant, erzählt Gerda Kretschmann. Mit Kindern über den Tod, über das Sterben oder die Trauer zu reden, davon möchten viele Eltern ihre Kinder lieber schützen. Denn auch Erwachsene haben ihre Probleme mit diesem Thema. Aber die Kinder, so berichtet sie, ingen sehr unverkrampft damit um.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die diese Projektwochen betreuen, sind zusätzlich zu ihrer Ausbildung zum Sterbebegleiter für die Arbeit mit den Kindern geschult. Die eigentliche Ausbildung zum Sterbegleiter umfasst 120 Stunden. Dazu gehört im ersten Teil die Beschäftigung mit eigenen Trauererfahrungen aber auch der eigenen Endlichkeit. Denn erst wenn man sich damit auseinander gesetzt hat, kann man stark genug sein für diese Arbeit. Davon ist das Team der Hospizinitiative überzeugt. Es folgt in der Ausbildung ein mehr medizinischer Teil, der die vielen Möglichkeiten der heutigen Palliativmedizin aufzeigt. Aber es gibt auch Gespräche mit Bestattern oder ein Besuch in einem Krematorium. Am Schluss stehen Praktika in Altenheimen oder Hospizeinrichtungen. In ihrer praktischen Arbeit versuchen die Ehrenamtler, möglichst genau auf die Bedürfnisse der Sterbenden und ihrer Angehörigen einzugehen. Dazu gehöre viel Einfühlungsvermögen, berichten Irmgard Klewitz und Jutta Berger. Manchmal seien sie nur ein paar Stunden in der Woche bei jemanden, ein anderes Mal besuchten sie einen Kranken täglich. Der eine möchte gerne beschäftigt werden, um sich abzulenken. Ein anderer genießt die Hand, die ihm gereicht wird. Leichte Massagen der Hand wirkten oft Wunder, erzählt Irmgard Klewitz. Da gelte es, eine möglichst passende Betreuung anzubieten. Daher ist Gerda Kretschmann froh, dass es einen großen Pool an Helfern gibt. So kann sie versuchen, auf alle individuellen Wünsche einzugehen.

Der immer größer gewordene Bedarf für Sterbebegleitung liege sicher auch an der gesellschaftlichen Entwicklung, so die Betreuerinnen. Familien sind oft aus unterschiedlichen Gründen räumlich oder emotional auseinander gerissen. Es gibt immer mehr Alleinstehende, die überhaupt keine Angehörigen haben, die sich kümmern. Den Bedarf sieht auch Kempens Sozialdezernent Klee. Schon lange gibt es eine Diskussion, ob es nicht in Kempen ein stationäres Hospiz geben könnte. Der Weg dorthin scheint allerdings schwierig. Es muss nicht nur ein passendes Grundstück, sondern auch ein Träger für eine solche Einrichtung gefunden werden. Zudem muss die Finanzierung gesichert werden. Die Hospizinitiative Kreis Viersen, so Gerda Kretschmann, könne hier lediglich beraten, aber eine solche Einrichtung nicht selbst unterhalten. Denn sie ist auf Spenden angewiesen. Da freut sie sich sehr, dass die Stadt Kempen für die Schulprojekte die Hälfte der Kosten für die Arbeitsmaterialien übernimmt

Quelle: RP
 
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