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Stadt Kempen
Hülser Straße über Monate Großbaustelle

Stadt Kempen: Hülser Straße über Monate Großbaustelle
In der Hülser Straße in Kempen werden sämtliche Versorgungsleitungen und teilweise auch der Kanal samt Hausanschlüssen erneuert. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Die Tiefbauarbeiten auf der wichtigen Verbindung von und zur Kempener Innenstadt laufen seit zwei Wochen. In den kommenden 18 Monaten werden die Versorgungsleitungen und der Kanal erneuert. Von Andreas Reiners

Aus Sicht von Bauleiter Michael Schwarz vom Planungsbüro BFT wäre es sicherlich einfacher gewesen, für dieses Großprojekt die Straße komplett zu sperren. "Aber nach Vorgesprächen mit den Anliegern, insbesondere mit Firmen, die ihren Sitz an der Hülser Straße haben, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir die Sanierungsarbeiten mit einer Einbahnregelung stadtauswärts hinbekommen", sagt Hubertus Kinkel, Rohrmeister der Stadtwerke Kempen. Also wird seit zwei Wochen auf der wichtigen Verkehrsader bei laufendem Verkehr gebuddelt.

Etwa eineinhalb Jahre sind als Bauzeit für die Sanierung von Gas-, Wasser und Stromleitungen sowie des städtischen Abwasserkanals vorgesehen. In insgesamt vier Bauabschnitten wird die beauftragte Firma Hamelmann vorgehen. Firmenchef Jürgen Hamelmann hat ein besonders erfahrenes Team zur Hülser Straße beordert, es sind vor allem die Mitarbeiter, die bereits bei der Sanierung und Neugestaltung der Judenstraße so hervorragende Arbeit geleistet haben.

Für die beiden Stadtwerke-Chefs Siegfried Ferling und Norbert Sandmann ist das Projekt auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil über die Hülser Straße die Hauptwasserversorgung für die Kempener Altstadt läuft. 2014 war bereits ein erstes Teilstück der Leitung zwischen Wasserwerk an der Ecke Heinrich-Horten-Straße und dem Industriering Ost erneuert worden. Nun sollen die bis zu 80 Jahre alten Leitungen bis zur Altstadt erneuert werden. Geplant wird in vier Teilabschnitten. Bis Ende dieses Jahres soll im ersten Bauabschnitt zwischen Industriering Ost und Verbindungsstraße/Bahnüberquerung gearbeitet werden. Danach geht es im zweiten Abschnitt bis zur Einmündung St. Huberter Straße weiter, der dritte Abschnitt geht bis zur Kreuzung Moorenring/St. Töniser Straße. Schließlich müssen die neuen Leitungen über den Altstadtring ans Innenstadtnetz angeschlossen werden. Das, so wurde gestern bei einem Pressegespräch erläutert, soll im nächsten Jahr eventuell in den Sommerferien erfolgen, wenn am Viehmarkt ohnehin für das neue unterirdische Regenrückhaltebecken gebuddelt wird.

Zurück zur Hülser Straße: Die neuen Leitungen sollen im Regelfall parallel zu den alten Rohren in die Erde gebracht werden. Die noch in Betrieb befindlichen Leitungen werden nach Inbetriebnahme des neuen System stillgelegt. Das garantiert auch während der Bauzeit für die angeschlossenen Haushalte einen weitgehend normalen Betrieb. Um die Wasserversorgung aufrecht erhalten zu können, müssen einige Arbeiten auch nachts vorgenommen werden.

Zeitlich besonders aufwendig wird die komplette Erneuerung der Hausanschlüsse sein. Dafür müssen die Hausbesitzer, was die Wasser-, Gas- oder Stromleitungen betrifft, keinen Eigenanteil bezahlen, so die Stadtwerke. Anders sieht es bei der Erneuerung des Abwasserkanals und der neuen Hausanschlüsse an den Kanal aus: Da kann die Stadtverwaltung als Bauherr die Kosten teilweise auf die Anlieger umlegen. Das Tiefbauamt rechnet mit Kosten für den Kanalbau in Höhe von 400.000 Euro, von denen 30 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden können.

Wie die Bauarbeiten im Bereich der Bahnüberquerung laufen werden, steht noch nicht fest. Dazu führen die Stadtwerke und das Planungsbüro noch Abstimmungsgespräche mit der zuständigen Bahntochter DB Netz. Stadtwerke, Stadt und Baufirma Hamelmann wollen die Beeinträchtigungen für die Anlieger und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich halten.

Quelle: RP
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