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Stadt Kempen
Hygienesiegel fürs Hospital

Stadt Kempen: Hygienesiegel fürs Hospital
Hygiene im Krankenhaus ist oberstes Gebot. Gerade bei Infusionen können sich Keime verbreiten. FOTO: DAK Scholz/DPA
Stadt Kempen. Das Hospital zum Heiligen Geist ist neben vier anderen Krankenhäusern in Viersen und Nettetal zertifiziert worden. Auch das Tönisvorster Alexianer-Krankenhaus strebt das Qualitätssiegel an. Von Andreas Reiners

Bei Bewertungen von Qualität und Service schneiden die Krankenhäuser im Kreis Viersen seit Jahren stets gut bis sehr gut ab. Nun haben fünf der sechs Kliniken im Kreisgebiet ein spezielles Gütesiegel erhalten, dass ihnen die Einhaltung hoher Standards bei der Krankenhaus-Hygiene bescheinigt. Bakterien und Keime im Krankenhaus sind ein großes Problem - häufig wird dadurch die Therapie eines Patienten massiv erschwert oder sogar gänzlich gefährdet . Im Viersener Kreishaus-Forum überreichte Landrat Dr. Andreas Coenen Vertretern der fünf Häuser, die sich einem Zertifizierungsverfahren unterzogen hatten, jetzt das so genannte MRSA-Siegel. Auch das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen hat das Siegel erhalten. Dieses wird von der deutsch-niederländischen Hygiene-Initiative Eursafety verliehen und bietet Patienten Transparenz und Sicherheit im Umgang mit dem MRSA-Bakterium. MRSA steht für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus - das sind im landläufigen Sinne Krankenhaus-Bakterien. Dass die Krankenhäuser im Kreis Viersen - auch das Alexianer-Krankenhaus in Tönisvorst ist dem regionalen Netzwerk angeschlossen und wird voraussichtlich im Laufer des kommenden Jahres das MRSA-Siegel erhalten - gut aufgestellt seien, werde durch die Vergabe des Qualitätssiegels unterstrichen, sagte Landrat Coenen bei der Übergabe der Zertifizierungsurkunden.

Im Einsatz für ein sauberes Krankenhaus (v.l.): Dr. Oliver Schmidt Osterkamp, Angelika Hartmann und Amtsärztin Martina Kruß . FOTO: Hospital

Das Kempener Hospital schreibt eigenen Angaben zufolge effizientes Hygienemanagement seit jeher groß und hat sich jetzt im Netzwerk mit den anderen Kliniken im Kreis Viersen einmal mehr für ein sauberes Krankenhaus eingesetzt.

Im Kempener Hospital ist ein Nasen-Rachen-Abstrich bei der Aufnahme eines Patienten Standard. Das ist in Deutschland noch nicht in vielen Krankenhäusern der Fall. "Das Patienten-Screening in Form eines Nasen-Rachen-Abstrichs ist bei uns schon seit vielen Jahren gängige Methode", erklärt Hygienefachkraft Angelika Hartmann. Durch das Screening stellen die Mitarbeiter von Anfang an fest, welche Personen von MRSA betroffen sind und können diese isoliert behandeln und eine Übertragung verhindern.

Im Verbund mit anderen Kliniken im Kreis Viersen hat auch das Hospital zum Heiligen Geist alle Kriterien zur erfolgreichen Zertifizierung erfüllt. Dazu zählen neben der Einhaltung besonderer Hygiene-Vorschriften regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiter sowie Treffen mit den anderen Netzwerk-Mitgliedern. "Das MRSA-Qualitätssiegel ist eine Gemeinschaftsleistung aller teilnehmenden Häuser im Kreis Viersen. Denn nur durch konsequente flächendeckende Zusammenarbeit im Kampf gegen multirestente Keime, können wir etwas erreichen", so der Ärztliche Direktor des Hospital zum Heiligen Geist, Dr. Oliver Schmidt Osterkamp.

Das MRSA-Bakterium kommt besonders häufig vor; etwa jeder Dritte trägt den Staphylokokken-Erreger in sich. Er lebt auf der Nasenschleimhaut oder der Haut und hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Wärme oder Trockenheit. Während der Staphylokokken für gesunde Menschen mit gut funktionierendem Immunsystem keine Gefahr darstellen, kann er bei geschwächten Patienten zu schweren Infektionen führen.

Die Prävention von MRSA ist aber nur ein erster wesentlicher Baustein einer Reihe von Hygiene-Zielen, die sich der EurSafety-Qualitätsverbund gesetzt hat. Weitere Qualitätssiegel können stufenweise erreicht werden und sind, ebenso wie das MRSA-Siegel jeweils für zwei Jahre gültig. Außerdem bauen die Zertifikate aufeinander auf. Neben der MRSA-Prävention betreffen sie andere multiresistente Erreger und Antibiotikatherapie oder Hygienestrukturen.

Was das Thema Antibiotikatherapie betrifft, hat man sich in Kempen ebenfalls bereits positioniert: Das Hospital praktiziert eigenen Angaben zufolge - falls notwendig - einen gezielten und rationellen Einsatz von Antibiotika. Regelmäßig werden gemeinsam mit dem Krankenhaushygieniker und Infektiologen Dr. Uwe Werfel so genannte Antibiotika-Visiten in allen Fachabteilungen durchgeführt.

"Die Kombination all dieser Maßnahmen, zu denen auch unsere eigenen Resistenzstatistiken gehören, führt letztlich dazu, dass wir im Hospital zum Heiligen Geist die Ansteckungsgefahr für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter erheblich reduzieren und eine Weiterverbreitung resistenter Bakterien möglichst vermeiden", so Dr. Oliver Schmidt Osterkamp.

Quelle: RP
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