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Landratskandidaten: Dr. Andreas Coenen
"Ich will dem Amt ein Gesicht geben"

Landratskandidaten: Dr. Andreas Coenen: "Ich will dem Amt ein Gesicht geben"
Coenen tritt für die Verlängerung der Regiobahn von Kaarst nach Viersen ein, außerdem will er die Beziehungen zu den Niederlanden ausbauen. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Aus dem Kreishaus heraus will Dr. Andreas Coenen am 13. September Landrat werden. Der Kreisdirektor ist der Kandidat der CDU - es gab dort keinen weiteren Bewerber für die Nachfolge des Parteifreundes Peter Ottmann. Dass er dann allerdings auch ohne einen Kontrahenten aus der SPD in den Wahlkampf ziehen werde, hatte Coenen nicht erwartet.

Seinem Selbstbewusstsein entspricht, wie Andreas Coenen die politisch sehr ungewöhnliche Entwicklung beurteilt. "Das hat wohl auch mit meiner Person zu tun. Ich gehe davon aus, dass andere Parteien gut mit mir leben könnten, wenn ich gewählt werden sollte", sagt der Viersener. "Das Vertrauen der eigenen Partei aber tut wirklich gut. Das ist die Dividende der vorausgehenden Zusammenarbeit", stellt er fest.

Weil er eine möglichst hohe Wahlbeteiligung erhofft, hat Coenen so ziemlich alle Kanäle bespielt, die man sich vorstellen kann: Parteiveranstaltungen, Info-Stände, Internet, Facebook, Bus- und Radtouren, Flyer und ein Booklet mit den wichtigsten Themen, die er anpacken will. "Das Interesse ist jedenfalls riesengroß", urteilt er nach bisherigen Begegnungen mit den Bürgern.

Amtsführung Andreas Coenen will "das Amt des Landrates" nach außen mehr bekannt machen. Grundlage seien ein "aktives Ausfüllen" der Aufgabe und viel Präsenz. "Ich will dem Amt ein Gesicht geben", sagt er. Nach innen verstehe er sich als Leiter einer Behörde mit etwa 1000 Mitarbeitern der Kreisverwaltung und annähernd 500 Polizeibeamten. Ihre gemeinsame Aufgabe sei es, den Bürgern Dienste zu leisten. Dazu gehöre auch eine "sichtbare und angemessene Polizeipräsenz im Kreisgebiet".

Außenwirkung "Der Landrat ist der sichtbare Vertreter des Kreises Viersen außerhalb der Kreisgrenzen", unterstreicht Coenen. Er unterstützt die Bestrebungen, eine starke Metropolregion im Raum Düsseldorf und Köln zu bilden, erwartet aber, dass das Profil des Niederrheins als geschlossener Raum geschärft wird. Coenen ist ein Verfechter dafür, dass regionale Produkte kenntlich und besser vermarktet werden. Im Agrobusiness seien bereits viele Akteure unterwegs, da müsse der Kreis insgesamt stärker sichtbar werden. Gleiches gilt für den Tourismus, der noch "viel Luft nach oben" hat. Coenen tritt für die Verlängerung der Regiobahn von Kaarst nach Viersen ein, außerdem will er die Beziehungen zu den Niederlanden pflegen und stärker ausbauen. Die "geniale Lage des Kreises in Europa" müsse noch deutlich offensiver herausgestellt werden.

Interkommunale Arbeit "Der Landrat muss sich reinhängen für den Kreis und mit den Gemeinden", fordert er von sich selbst. Voraussetzung sei eine solide Vertrauensbasis mit den Bürgermeistern. Das ist vor allem abhängig von meinem persönlichen Verhalten, wenn ich Landrat werden sollte." Coenen möchte Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit weiter erforschen und fördern. Konkrete Vorschläge dazu solle die Kreisgemeinschaft selbst erarbeiten.

KRZN Der Landrat Coenen wäre auch weiterhin Verbandsvorsteher des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein (KRZN), dessen Grenzen längst nicht erreicht seien. Ziel sei es, ein gesundes Wachstum als IT-Dienstleister in NRW voranzutreiben und weitere Kommunen zu gewinnen.

Bildung/Kultur Dieser Bereich trägt durch die Kreismusikschule, das Kreisarchiv und das Freilichtmuseum bereits zum Teil die Handschrift Coenens. Sein Bestreben sei es, darüber hinaus die bedarfsgerechte Kinderbetreuung nachhaltig zu sichern und die Berufskollegs zu stärken. Fördern will er die Partnerschaft mit Hochschulen, die der Kreis mit Unternehmen zusammenbringen sollte.

Soziales/Gesundheit Die demografische Entwicklung macht es erforderlich, die Versorgung älterer Menschen für die Zukunft abzusichern. In dieses Spektrum passt auch das Ziel, die allgemeine Gesundheitsversorgung im Kreis Viersen zu sichern. Parallel dazu habe der Kreis die Aufgabe, jene Menschen zurückzugewinnen, die nach Ausbildung und/oder Studium in der Fremde eine Familie gründen und sich niederlassen wollen.

DAS GESPRÄCH FÜHRTEN JOACHIM NIESSEN UND LUDGER PETERS.

Quelle: RP
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