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Stadt Kempen
Im LvD hat die Zukunft begonnen

Stadt Kempen: Im LvD hat die Zukunft begonnen
Gisela Ditzen engagiert sich für den Einsatz neuer Medien in der Schule. Im Matheunterricht benutzt sie Tablets, und die Schüler sind mit Begeisterung dabei. FOTO: kaiser
Stadt Kempen. Im Luise-von Duesberg-Gymnasium ist ein neues Projekt gestartet worden. Casio hat der Schule 60 Tablets zur Verfügung gestellt. Der Mathematik-Leistungskursus von Gisela Ditzen arbeitet jetzt komplett mit dem neuen Medium. Von Bianca Treffer

Im Mathematik-Leistungskursus der Q1 von Gisela Ditzen gehören Hefte und Federmäppchen der Vergangenheit an. Wenn der Unterricht beginnt, packen die 16 Schüler die Tablets auf den Tisch und Gisela Ditzen schließt ihr Tablet an den Beamer an. "Ich muss in diesem Kursus nie mehr mit dem Rücken zu Klasse an der Tafel stehen und etwas aufschreiben", sagt die Lehrerin. Sie selbst hat dafür gesorgt, dass das so ist. Denn dank ihrer Initiative hat das Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD) in Kempen jetzt 60 Tablets im Bestand.

"Mein Sohn und meine Tochter, die beide studieren, nutzen Tablets für ihre Arbeit. Ich war begeistert von den Möglichkeiten, die diese Geräte bieten", erzählt Gisela Ditzen. Sie kaufte sich selbst ein solches Gerät und bekam immer mehr Ideen für eine Nutzung im Unterricht. Die Lehrerin wollte diese Technik im Unterricht einsetzen. Bei einer Fachtagung in Münster im vergangenen Jahr erfuhr Gisela Ditzen, dass Deutschland den letzten Platz beim Einsatz digitaler Medien in Schulen einnimmt.

"Wir sind seit vier Jahren Referenzschule von Casio und beim Casio-Meeting in Berlin habe ich von meinen Visionen digitaler Medien berichtet", berichtet Gisela Ditzen. Damit brachte die Lehrerin, die am LvD auch Mathematik-Moderatorin und zertifizierte Medienberaterin ist, einen Stein ins Rollen. Sie wurde zum internationalen Meeting von Casio nach Hamburg eingeladen. Dort kam die Ansage: "Probieren Sie es aus. Wir stellen ihnen 60 Tablets mit Taschenrechner-Software zur Verfügung." Das war eine Chance, die sich das Kempener Gymnasium nicht entgehen lassen wollte. "In Sachen Tablet-Nutzung halten sich Verunsicherung und Begeisterung die Waage. Wichtig ist uns, wir wollen alle Schüler mitnehmen und wir wollen uns nicht rein auf die Technik verlassen. Wir begleiten das Projekt kritisch", betont Schulleiter Benedikt Waerder. Eine eigene Steuerungsgruppe aus verschiedenen Lehrern wurde ins Leben gerufen, die den Einsatz der Tablets evaluiert.

Wenn Gisela Ditzen an die Einführung der Tablets in ihrem Leistungskursus Mathematik Anfang des neuen Schuljahres denkt, dann muss sie immer noch lachen. "Ich habe mich vor die Schüler gestellt und sie gefragt, wie sie sich den Unterricht der Zukunft vorstellen könnten", erzählt sie. Es kamen Antworten wie "Alle arbeiten mit Tablets", "Man muss nichts mehr von der Tafel abschreiben" und "Man kann mit einem Stift auf einem Tablet schreiben und auch auf ihm die Hausaufgaben machen". Dann folgte die Frage, wann ein solcher Unterricht wohl möglich wäre. Die Meinungen der Schüler variierten von fünf bis 15 Jahren. "Ich habe auf die Uhr geguckt und gesagt, in fünf Minuten geht es los", erzählt Ditzen. Als dann die Tablets kamen und ausgepackt wurden, herrschte ein Gefühl wie Weihnachten in der Klasse. Doch die Arbeit mit der modernen Technik muss erst einmal erlernt werden. "Man muss sich daran gewöhnen und wissen, wie es funktioniert. Es ist anders, aber auch viel bequemer. Man schleppt kein Buch mit sich, hat keinen Ordner mit einer Blättersammlung, kann immer schnell etwas nachgucken - es ist schon gut", sagt Nicole (16).

Als generell sinnvoll bezeichnet es Robin. Er könnte sich den Einsatz auch für andere Fächer vorstellen. "Aber ich denke, es dauert zwei bis drei Monate, bis man sich wirklich an das Tablet gewöhnt hat und es entsprechend nutzen kann", meint der 16-Jährige. Neben der Taschenrechner-Software verfügen die Tablets dank Unterstützung des Schulträgers über weitere Programme wie One Note, Tipp 10 und einen Bildschirmrecorder. Ein großes Problem gibt es im LvD allerdings noch und das heißt Wlan. "Wir brauchen ein vernünftiges Wlan in den Klassen, um schnell und effizient arbeiten zu können. Daran hapert es derzeit und das macht den Einsatz der Tablets teilweise schwer", sagt Gisela Ditzen.

Quelle: RP
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