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Stadt Kempen
Immer den weißen Pfeilen folgen

Stadt Kempen: Immer den weißen Pfeilen folgen
An der Burg Uda in Oedt hatten die Organisatoren des Radwandertages ein Zeltdorf aufgebaut. Viele nutzten die Gelegenheit und besichtigten die Burg. FOTO: Kaiser Wolfgang
Stadt Kempen. Auf den Sattel steigen hieß es gestern beim 25. Niederrheinischen Radwandertag. Tausende von Radlern starteten im Jubiläumsjahr auf dem Kempener Buttermarkt oder querten den Platz im Verlauf ihrer Routen. Von Bianca Treffer

Der Stempel mit den beiden Buchstaben "KK" ist nonstop in Benutzung. Kirsten Pfennings und Karin Semmler von der Stadt Kempen haben alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Teilnehmerkarten mit dem ersten Stempel zu versehen. Es ist kurz vor 10 Uhr und am Anmeldestand der Stadt für den Niederrheinischen Radwandertag hat sich bereits eine erste Schlange gebildet. Das neu von der Stadt Kempen gestaltete Routenheft findet reißenden Absatz. Dazu gibt es einen Würfel Traubenzucker. "Das ist in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums etwas Besonderes", erklärt Kirsten Pfennings. Denn der Niederrheinische Radwandertag findet zum 25. Mal statt und eben solange ist die Thomasstadt schon dabei.

Der Buttermarkt ist, wie in den Vorjahren, fest in Radlerhand. Immer mehr Fahrradfahrer trudeln ein. Gruppen stehen zusammen und besprechen Routen, wobei viele mit Blick auf den Himmel entscheiden, wohin es gehen soll. So manch einer nutzt die Chance für eine frühmorgendliche Stärkung an den gastronomischen Ständen. Die Stimmung ist locker und die gute Laune der Radler spürbar.

Dass Kempens Bürgermeister Volker Rübo (vorne links) ein begeisterter Radfahrer ist, weiß man in der Thomasstadt. Beim Niederrheinischen Radwandertag schwang er sich selbstverständlich auch auf den Sattel. FOTO: Kaiser

"Sie stehen hier alle in den Startlöchern und ich kann nur sagen, es gibt keine schönere Art, sich am Niederrhein zu bewegen, als mit dem Fahrrad", begrüßt Bürgermeister Volker Rübo die Teilnehmer und gibt damit den offiziellen Startschuss zum Jubiläums-Radwandertag. Gut gelaunt fahren die ersten Radler vom Buttermarkt ab, wobei gleich sieben Routen zur Verfügung stehen. Wo es langgeht, zeigen die weißen Pfeile samt Routennummern auf dem Asphalt.

"Das ist Fabian, der fährt auch mit", sagt Martine und deutet auf die Puppe, die an ihrem Kinderfahrrad in einem Körbchen am Lenker sitzt. Überhaupt ist die Neunjährige bestens ausgerüstet. In den rosa Packtaschen ist neben Regenzeug und Fahrradschloss auch jede Menge Stärkung für unterwegs verstaut. Immerhin liegen 21 Kilometer vor ihr und ihrer Mutter sowie der Oma. "Wir kommen aus Dinslaken und haben uns erstmals dazu entschieden, in Kempen zu starten. Erstens finde ich es gut, dass es hier eine angepasste Route für Familien mit Kindern gibt und zum Zweiten konnte man sich vorab anmelden, um Räder zu leihen", sagt Nicole Langenfeld. Ein Angebot, das sie und ihre Mutter genutzt haben. Die Beiden sitzen so auf den grünen Niederrheinrädern, während Martine ihr eigenes Rad mitgebracht hat. "Das passte noch ins Auto. Mit unseren Rädern wäre das etwas kompliziert geworden", sagt Renate Langenfeld. Die Leihräder einstellen, die mitgebrachten Fahrradkörbe montieren und es geht über die Judenstraße auf die Route 67 K.

Thomas Herold und Christof Weckers machen sich ebenfalls startklar und dazu gehört ein letzter Blick auf das Smartphone. "Ich habe eine App heruntergeladen, auf der alle Schlauchautomaten in der Region verzeichnet sind. Sicher ist sicher", meint Weckers, wobei Herold schmunzeln muss. Im vergangenen Jahr mussten die Beiden ihre 50 Kilometer lange Route nämlich um 20 Kilometer verlängern. "Auf der Strecke von Grefrath nach Nettetal hatte ich einen Platten. Flickzeug hatte ich mit, aber das reichte nicht. Ich brauchte einen neuen Schlauch", erzählt Herold. Es ging zurück nach Grefrath, wo sie einen solchen Automaten fanden. Zwei Schlauchautomaten gibt es diesmal auf ihrer ausgesuchten Route 23, die sie von Kempen über Krefeld nach Willich und Tönisvorst zurück in die Thomasstadt führen wird, wie die App verrät. "Aber ich habe diesmal auch einen Ersatzschlauch dabei", sagt Herold. Die Beiden schwingen sich aufs Trekking- und Mountainbike und radeln los.

Während die einen ihre Tour in Kempen starten, trudeln die ersten Radler ein, für die Kempen eine Zwischenstation ist. Der "KK"-Stempel bleibt heiß begehrt, denn nahezu überall gibt es im Anschluss Verlosungen, wenn eine entsprechende Anzahl von Stempeln die Teilnehmerkarte ziert. Aber auch wer nicht mit dem Rad unterwegs ist, kann seinen Spaß auf dem Buttermarkt haben. Die beiden Looping-Bikes locken und für die kleinen Besucher gibt es eine Disco-Hüpfburg. Dazu kommen Info- und Verkaufsstände rund ums Radeln.

72 Städte beteiligten sich am Niederrheinischen Radwandertag. Es gab 70 ausgeschilderte Fahrtrouten von insgesamt fast 3000 Kilometer Länge, die nicht nur durch Deutschland, sondern auch durch die benachbarten Niederlande führten.

Quelle: RP
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