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Kreis Viersen
In Elmpt muss schnell etwas geschehen

Kreis Viersen: In Elmpt muss schnell etwas geschehen
Der Kreis Viersen kann nach Ansicht von IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz von der Achse der Nordsee-Häfen zur Rheinschiene profitieren, ohne ein reiner Transitraum zu sein. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Kreis Viersen. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz plant für 2016 eine wirtschaftspolitische Veranstaltung im Kreis Viersen. Zur Begleitung des Integrationsprozesses von Flüchtlingen bereitet er ein Konzept für die Vollversammlung vor. Von Ludger Peters

Jürgen Steinmetz war unlängst mit einer kleinen, aber hochkarätigen Delegation im Hafen Rotterdam. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK) erhielt einen ihn beeindruckenden Einblick in die Entwicklung von Güterverkehr, Logistik und Wertschöpfungsketten. Eines wurde ihm auch klar: "Der Kreis Viersen kann eine Brückenfunktion zwischen den Häfen und deren Hinterland übernehmen. Entweder er wird zur Transitregion, oder er profitiert als Kooperationspartner der Häfen."

In Rotterdam sahen sich auch die Regierungspräsidenten der "Metropolregion Rheinland" aus Düsseldorf und Köln um. Rotterdam ist einer der "ZARA-Häfen". Das Kürzel steht für Zeebrugge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Steinmetz ist fest entschlossen, den IHK-Bezirk nicht durch die Güter überrollen zu lassen, sondern Potenziale abzuschöpfen. Der Raum zwischen Maas und Rhein ist das Einfallstor der bis hinter Warschau und Mailand reichenden Achsen, auf denen Güter unterwegs sind.

Darüber wird der IHK-Hauptgeschäftsführer schon bald mit dem neuen Landrat, Dr. Andreas Coenen, und politischen Vertretern im Kreistag reden. Auf Tuchfühlung ist er bereits mit dem Venloer Bürgermeister Antoin Scholten gegangen. Steinmetz will Kontakte über offizielle Anlässe hinaus vertiefen. Die strukturelle Ähnlichkeit des Großraums Venlo und des Kreises Viersen sei geprägt von einer starken Landwirtschaft mit peripheren Dienstleistungen und Produktionen. Darin sieht er Anknüpfungspunkte für den grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum.

Mit großem Interesse schaut die IHK auf die Entwicklung des früheren Flughafens in Elmpt. Parallel zur Aufnahme von Flüchtlingen dort sollten alle Anstrengungen unternommen werden, so zügig wie möglich die Gewerbeentwicklung anzukurbeln. Darüber hat er sich mit Peter Hauptmann, dem Geschäftsführer der Invest Region Viersen, schon verständigt. Steinmetz appelliert an alle, die das beeinflussen können, sie sollten die "Hürden für die Ansiedlungspolitik in Elmpt nicht zu hoch ziehen" und handeln.

Die traditionell engen Wirtschaftsbeziehungen zum Nachbarland Niederlande will Steinmetz mit der IHK weiter vorantreiben. Inzwischen haben sich mehr als 500 Teilnehmer für das Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum am 18. November in Mönchengladbach angemeldet. Die generelle Nachfrage aus den Unternehmen nach Kontakten sei ungewöhnlich groß.

Mit Zuversicht schaut Steinmetz auf den neuen Regionalplan. "Er bietet viele Chancen und Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit." An der Rheinschiene wächst die Bevölkerung im Gegensatz zu anderen Regionen. Steinmetz befürwortet daher eine Planung, die Wirtschaft und Wohnräume fördert. Die Region brauche auf beiden Gebieten Entwicklungsräume. Die Planungsdebatte dauert ihm ohnehin schon zu lange. "Sie hat 2009 begonnen und muss 2016 beendet werden."

Mit Blick auf den Zustrom von Flüchtlingen unterstreicht Steinmetz die "große Bereitschaft von Unternehmen, sich zu engagieren und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden". Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthaltsstatus, angemessenen Deutschkenntnissen und persönlicher Bereitschaft sich einzubringen, hätten sehr gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. "Die IHK wird sich da engagieren", versichert Steinmetz. Das Präsidium habe ihn ohnehin schon beauftragt, der Vollversammlung im Dezember ein Konzept vorzulegen, wie die Institution die Integration begleiten wird. "Das erwarten die Unternehmen von uns", fügt er hinzu. So nehme auch die IHK den Weg durch den "Dschungel der Rechtskreise" auf sich. Es gehe darum, Absprachen mit den zahlreichen Behörden von den Kommunen über die Agentur für Arbeit bis zu Ausländerbehörden zu treffen.

Wie viele andere Wirtschaftsvertreter erwartet Steinmetz, dass viele Flüchtlinge dauerhaft bleiben werden. Gelinge ihre Integration und nutzte die Gesellschaft ihre Fähigkeiten und Anlagen, dann könnten sie die dringend gesuchten "Fachkräfte von morgen" sein.

Quelle: RP
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