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Stadt Kempen
In Kempen bleibt das Wohnen teuer

Stadt Kempen. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat seinen neuen Marktbericht veröffentlicht. In Kempen hat die hohe Nachfrage Auswirkungen auf die Preise. In Grefrath ist das Wohnen günstig. Von Marc Schütz

Kempen liegt meist an der Spitze, Grefrath dümpelt im hinteren Drittel vor sich hin: Das lässt sich zwischen sperrigen Wörtern wie "Umrechnungskoeffizient" oder "Flächenumsatz" sowie zahlreichen Schaubildern und Tabellen aus dem Grundstücksmarktbericht 2015 für den Kreis Viersen herauslesen. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat diesen jetzt veröffentlicht.

Das Wohnen in Kempen ist nach wie vor beliebt - und teuer, wie ein Blick in die Vergleichstabellen zeigt. So zahlten Häuslebauer im Jahr 2014 für Wohnbauflächen in der Thomasstadt in besten Lagen bis zu 300 Euro pro Quadratmeter. Auffallend: Solche "beste Lagen" gibt es im Kreis Viersen einzig und allein in Kempen, in den anderen Städten und Gemeinden allenfalls "gute Lagen". Und auch in dieser Kategorie liegt Kempen mit 250 Euro an der Spitze, dicht gefolgt von St. Tönis, wo 245 Euro aufgerufen wurden. Günstiger ist es in Grefrath mit 180 Euro, nicht weit entfernt vom Schlusslicht Niederkrüchten mit 155 Euro. Der Quadratmeter in mäßigen Lagen kostet in Kempen immerhin noch stolze 200 Euro, in Grefrath 150, mittlere Lagen kosten 230 beziehungsweise 160 Euro pro Quadratmeter für unbebaute Baugrundstücke.

Zu den Gründen für Kempens Beliebtheit sagt der Marktbericht nichts, aber die haben sich in den vergangenen Jahren auch nicht geändert: Die Wohnqualität ist außerordentlich gut, die Altstadt hat Flair und viele Geschäfte, es gibt ein umfangreiches Kultur- und Freizeitangebot - und wer doch mal weg möchte, ist mit dem Auto schnell in Krefeld und mit der Bahn flott in Düsseldorf. Entsprechend gut verkaufen sich die Grundstücke in den Baugebieten. An der Kreuzkapelle wurden die Flächen sogar ausgelost, da es so viele Interessenten gab. Auch "An der Mühle" in St. Hubert ist bei Käufern beliebt.

Grefrath ist zwar ein bisschen "ab vom Schuss", doch auch dort werden freie Flächen vermarktet - am alten Sportplatz in Vinkrath beispielsweise oder in Mülhausen am Klostergarten. Keine große Rolle spielen in Grefrath ältere Eigentumswohnungen, ausschlaggebend für den Anstieg der Eigentumswohungsverkäufe um 133 Prozent im Vergleich zu 2013 dürften Neubauten sein. In absoluten Zahlen: 2013 wurden sechs Eigentumswohnungen verkauft, ein Jahr später 14. Im Schnitt zahlten die Käufer pro Quadratmeter 2070 Euro. Ein Preis, von dem die Kempener nur träumen können: Dort wurden im Mittel 3060 Euro fällig. Im Klosterhof sollen bis zu 3500 Euro bezahlt worden sein, und die Nachfrage ist nach wie vor so groß, dass Investor Ralf Schmitz für sein Projekt an der Peterstraße mit mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter kalkuliert. 102 Eigentumswohnungen wurden im Jahr 2014 in Kempen gekauft, 113 waren es ein Jahr zuvor.

Vergleichsweise unauffällig war die Entwicklung auf dem Markt für Ein- und Zweifamilienhäuser. In Grefrath stieg die Zahl der Verkäufe um 15, in Kempen um 6 Prozent. Auffälliger die Zahlen für Tönisvorst, wo das Segment um 19 Prozent einbrach, und Schwalmtal, wo 62 Prozent mehr Verkäufe verzeichnet wurden.

Nicht ganz oben mitspielen kann Kempen hingegen bei den Preisen für Gewerbeflächen. Kostet der Quadratmeter in Schiefbahn oder Willich bis zu 85 Euro und an den Höhenhöfen in Vorst 80 Euro, werden in Kempen und St. Hubert nur 50 bis 60 Euro, in Tönisberg gar nur 45 Euro verlangt. Schlusslicht im Kreis ist auch hier Niederkrüchten mit 35 Euro. Für Grefrath nennt der Grundstücksmarktbericht mangels Verkäufen gar keine Zahlen.

Quelle: RP
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