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Gemeinde Grefrath
Initiative kämpft weiter für das Breitband

Gemeinde Grefrath. Wenn es um Internet geht, sei Deutschland Entwicklungsland, sagt die Bürgerinitiative "Breitband für Grefrath". Statt auf Glasfaser zu setzen, wie weltweit üblich, verwenden deutsche Anbieter meist nach wie vor Kupferkabel. Von Heiner Deckers

Über Vectoring werde dem Kupfer alles abgepresst, so werde besonders der ländliche Raum zur digitalen Provinz. Seit Sommer habe Grefrath, heißt es weiter, eine große Chance in greifbarer Nähe. Die Deutsche Glasfaser biete den Ausbau einer zukunftsweisenden und nachhaltigen Dateninfrastruktur mit Glasfaser an, und das bis ins Haus oder in die Wohnung. Die gebuchte Geschwindigkeit sei verlustfrei und garantiert. "Das ist ein entscheidender Schritt für die Zukunft, die Anziehungskraft einer Gemeinde und ein Standortfaktor für Privatpersonen, Unternehmen und Schulen gleichermaßen.

Voraussetzung freilich: 40 Prozent aller Haushalte müssen einen Vertrag abschließen. Die Frist in den Ortsteilen Alt-Grefrath und Oedt läuft am Montag, 30. Oktober, aus. Die Zahl liegt deutlich unter 40 Prozent. Für die beiden Ortsteile besteht die Gefahr, dass das moderne Netz um sie herum gebaut wird, obwohl nicht absehbar ist, dass ein andere Anbieter einen derartigen Ausbau im ländlichen Raum anbieten wird. In Vinkrath hingegen haben sich 59 Prozent für einen Glasfaseranschluss entschieden. Auch Mülhausen liegt gut im Rennen.

"Eine rationale Erklärung gibt es nicht. Wenn die Vorbehalte greifbar wären, wäre es natürlich viel einfacher, ihnen zu begegnen. Wir haben sehr viel Freizeit investiert, um zu verhindern, dass der Zug ohne Grefrath und Oedt abfährt", sagt Irmgard Agsten von der Bürgerinitiative. Nach wir vor steht die Initiative den Bürgern beratend zur Seite. Sehr viel Aufklärungsarbeit sei notwendig, meint Daniela Mohr: "Viele betrachten das Angebot aus der momentanen Situation heraus. Es ist ein Technologiewechsel und eine Investition in Zukunft. Drei oder fünf Jahre weiter zu denken, das fällt den meisten schwer." Die technische Entwicklung mache auch Angst, " das kann ich gut verstehen". Aber aufzuhalten sei sie nicht.

Noch einmal rührt die Initiative die Werbetrommel: Das Produkt stimme, die Preise seien fair, und während der Nachfragebündelung sei der Hausanschluss kostenlos und somit interessant für Immobilienbesitzer. In den nächsten Jahren werde die Entwicklung rasant weitergehen: "Für diese Anforderungen hat unser Kupferkabel ausgedient. Schon heute, aber morgen erst recht", sagt Daniela Mohr. Auch Bürgermeister Manfred Lommetz bezieht klar Position und hatte schon vor Wochen in einem Brief an die Grefrather Haushalte betont: "Ich möchte Sie alle bitten, sich intensiv mit der Glasfasertechnik auseinanderzusetzen und sich seriös beraten zu lassen, denn der Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes ist ein entscheidender Schritt in die digitale Zukunft."

Wer sich noch für die neue Technik entscheidet, kann sich bei der Hotline der Bürger-Initiative unter Telefon 02158 699 89 66 melden. Auf der Internetseite www.glasfaser-grefrath.de finden sich zahlreiche Informationen.

Quelle: RP
 
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