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Auch fünf Kinder im Wagen
Schleuser steckt Flüchtlinge in Kühltransporter

Kempen. Zehn Flüchtlinge aus dem Irak sind am Samstagmorgen in Kempen gestrandet. Sie hatten einen Schleuser damit beauftragt, sie von Frankreich nach Großbritannien zu bringen. Der Schlepper aber steckte sie in einen Kühltransporter, der sich auf den Weg nach Deutschland machte. Verletzt wurde niemand. 

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, dauerte die Reise der Flüchtlinge etwa acht Stunden. Im Großraum Paris hatten sie sich wohl gegen Mitternacht auf den Weg gemacht. Nach Angaben der Polizei waren unter den Meschen im Transporter auch fünf Kinder im Alter zwischen acht Monaten und 15 Jahren. Als die Flüchtlinge von einem Mitarbeiter der Kempener Firma entdeckt wurden, waren sie nach Polizeiangaben völlig durchgefroren. 

Portugiesischer Fahrer schlief in Kabine

Der Schleuser hatte sie in einen Kühltransporter gesteckt, der Obst nach Deutschland transportierte. Die Lagerfläche das Fahrzeugs war etwa drei Grad warm. Die Polizei vermutet, dass die Schlepper die Flüchtlinge in das Fahrzeug schleusten, als der Fahrer, ein 34-jähriger Portugiese, in seiner Kabine schlief. Ein alleinreisender 21-jähriger Flüchtling gab an, dass die Schlepper ihn in Frankreich von seiner Frau und seinem Kind getrennt hatten.

Die Flüchtlinge wurden in Kempen beim Entladen des Fahrzeugs vom Fahrer und dem Firmenpersonal der an der St.-Huberter-Straße ansässigen Firma entdeckt. Bis die Polizei den Sachverhalt aufgenommen hatte, kümmerte sich das Personal um die Menschen.

Die Flüchtlinge wollen keinen Asylantrag in Deutschland stellen, teilt die Polizei mit. Sie wurden zunächst in einer Notunterkunft in Kempen untergebracht und versorgt. Der Fahrer durfte nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen gehen. 

(sef/ots)
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