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Stadt Kempen
Jacqui Naylor und ihr Trio begeistern im Kempener Campus

Stadt Kempen. Bereits zum dritten Mal gastierte Jacqui Naylor in Kempen, und prompt war der Campus ausverkauft. Wer sie zum ersten Mal hörte, erlebte gleich zu Beginn eine Überraschung. Ihre ersten Zeilen sang sie noch mit zarter Mädchenstimme, dann aber ließ sie ihrer ungewöhnlich tiefen und kraftvollen Stimme die Zügel schießen - binnen Sekunden schlug sie mit diesem Coup das Publikum in Bann und ließ es den ganzen Abend lang nicht mehr los. Von Mojo Mendiola

Die Sängerin aus San Francisco, die erst spät zu ihrem jetzigen Beruf fand, ist aber nicht nur mit einer wirklich außergewöhnlichen Stimme gesegnet, sonders weiß diese auch zu führen. Ob sanft balladesk und knackig funky, ihr Schmelz und ihr Feeling überzeugten auf der ganzen Bandbreite des abwechslungsreichen Programms. So unterschiedliche Vorbilder wie Billie Holiday, Carol King, Sheryl Crow und Tracy Chapman ließen sich hier und da heraushören, im Prinzip aber schrieb Naylor ihre eigene Handschrift, die stark mitgeprägt war von ihrem Bandleader, Pianisten, Gitarristen und Ehemann Art Khu.

Die Arrangements, die er zusammen mit Schlagzeuger Josh Jones geschrieben hatte und mit dem ebenfalls exzellenten Sam Bevan am Bass realisierte, bildeten den idealen Rahmen für Naylor und waren teilweise recht eigenwillig. So hatte er aus Gershwins "Summertime" für sie einen Uptempo-Song gemacht, was eigentlich verwerflich ist, ihn aber unterlegt mit dem Hauptthema aus "Whipping Post" von den Allman Brothers, was auf wundersame Weise ein schlüssiges Stück ergab.

Ähnliches passierte später noch einmal, als Naylor das durch Nina Simone bekannt gewordene "Feeling Good" sang, während die Band sich an Bob Marleys "I Shot The Sheriff" orientierte. Nicht so ganz tadellos kamen David Bowies "Space Oddity", das einen textadäquaten Spannungsaufbau vermissen ließ, und der Temptations-Hit "Papa Was A Rollin' Stone", den sie zu hektisch anging, so dass auch hier innere Spannung verloren ging.

Vollends überzeugend dagegen gelangen "Loosing My Religion" von R.E.M., "Black Coffee" von Led Zeppelin und ihr eigenes "It's The Right Time For Taking A Chance", das sie ganz besonders toll phrasierte. Und nicht zuletzt begeisterte die herzerfrischende Unbefangenheit, mit der sie sich ihr Repertoire aus unterschiedlichsten Stilen, Epochen und Genres zusammenstellte - in den USA selbstverständlich, hierzulande eher selten.

Und was Art Khu zwischendurch an Soli auf Klavier und Gitarre bot, wäre allein schon den Konzertbesuch wert gewesen.

Quelle: RP
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