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Serie Freilichtmuseum Dorenburg
Jeder kann sich als Zimmermann versuchen

Einmal selber unter die Zimmerleute gehen und ein Fachwerkhaus bauen, im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath ist das realisierbar. Möglich macht es der im vergangenen Jahr angelegte Platz neben der Hofanlage Hagen. "Über den Museumsverein und die Sparkassenstiftung war es uns möglich, drei große und zehn kleine Fachwerkhausmodelle zu kaufen", sagt Kevin Gröwig, der stellvertretende Museumsleiter. Eins steht in seiner ganzen Pracht auf dem Platz, unter einem Anbau liegen die beiden anderen Modelle in ihren Einzelteilen. Schon in früheren Jahren war es so, dass der Zimmermann das Holzgerüst für ein Fachwerkhaus nicht an Ort und Stelle baute, sondern auf seinem eigenen Bauplatz herstellte. Jeden Balken versah der Handwerker mit einem so genannten Abbundzeichen. Das heißt, jedes Holzstück hatte seine Markierung, die dem Fachmann verriet, wohin besagter Balken kam. "Wir haben das Ganze etwas einfacher gestaltet und unsere Holzelemente mit Zahlen und Buchstaben versehen. Dazu gibt es einen entsprechenden Plan, nachdem dann gebaut wird", erklärt Gröwig. Unter dem Titel "Mit Kluft, Beil und Säge" können Gruppen einen solchen Kursus buchen. Wobei die Teilnehmer nicht nur bauen, sondern auch Wissenswertes über die Arbeitsweise und Bräuche des Zimmererhandwerks erfahren. Und wer weiß schon, dass die sechs Knöpfe an der traditionellen Cordjacke eines Zimmerers für eine Sechs-Tage-Woche stehen und die acht Knöpfe an der Weste für eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden. Lehrrahmen verdeutlichen indes, wie einst ausgefacht wurde. Es ist genau zu erkennen, wie die gespaltenen Weidenäste um die Staken gewunden und danach mit einem Lehm-Stroh-Gemisch bestrichen wurden. Der Bauspaß, den das Museum sowohl für Erwachsene als auch für Kinder anbietet - natürlich können auch große und kleine Teilnehmer gemeinsam bauen - dauert rund zwei Stunden und kostet 50 Euro zuzüglich Museumseintritt. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 30 Personen. "Bis jetzt haben es alle Gruppen geschafft, das Modellfachwerkhaus zusammenzubauen", verrät Gröwig. Bei Schlechtwetter stehen kleine Modelle zur Verfügung, die in den museumspädagogischen Räumen zusammengebaut werden können. Übrigens: Der Abbau nach dem Richtfest gehört auch dazu.

(tre)
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