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Stadt Kempen
Judenstraße: Das Musterpflaster liegt

Stadt Kempen: Judenstraße: Das Musterpflaster liegt
Bereits gestern wurden drei Varianten des Betonsteinpflasters als Muster auf der Judenstraße verlegt. FOTO: HŸskes, Achim (achu)
Stadt Kempen. Schon gestern verlegten Mitarbeiter der Tiefbaufirma Hamelmann die Mustersteine fürs neue Straßenpflaster auf der Judenstraße. Nun kann über die Varianten debattiert werden. Morgen beim Straßenfest gibt's dazu Gelegenheit. Von Andreas Reiners

Auf einmal geht es ganz schnell. Bereits gestern wurde das Musterpflaster entlang der Mauer des Propsteigartens verlegt. Damit war die Stadt einen Tag früher am Ball, als sie selbst noch am Vortag erklärt hatte. Damit kann ab heute die öffentliche Diskussion über die Neugestaltung der Judenstraße nach dem Ende der Tiefbauarbeiten beginnen. Um die Pflastersteine hatte es - wie mehrfach berichtet - in den vergangenen Wochen teilweise heftige Diskussionen gegeben. Sowohl die Händlergemeinschaft der Judenstraße als auch die Politik in den Fachausschüssen zeigte sich mit dem von der Bauverwaltung vorgelegten Entwurf nicht einverstanden. Die von der Verwaltung bevorzugten so genannten Klosterhof-Steine fielen erst einmal glatt durch. Die Händler und Anwohner der Judenstraße wollen sie nicht, auch in der Politik gab es dafür wenig bis gar keinen Beifall.

Massive Kritik musste sich der Technische Beigeordnete Stephan Kahl gefallen lassen. Er hielt an seinem Gestaltungsvorschlag fest, verteidigte ihn in insgesamt drei Ausschusssitzungen und musste am Ende doch hinnehmen, dass eine deutliche Mehrheit der politischen Parteien von der Bauverwaltung verlangte, bis zur Ratssitzung am kommenden Dienstag auf der Judenstraße drei verschiedene Mustervarianten eines möglichen neuen Straßenbelags für die Judenstraße dort verlegen zu lassen.

Dies ist gestern geschehen. Was in der vergangenen Woche nach Angaben von Dezernent Kahl angeblich nicht klappen sollte, ist nun sogar einen Tag früher als erwartet umgesetzt worden. Die Platten liegen, heute wird es den Feinschliff am Musterpflaster geben und vor allem für morgen werden größere Diskussionen erwartet. Denn dann starten Stadt, Stadtwerke, Baufirma Hamelmann und Händlergemeinschaft Judenstraße mit der zweiten großen Begleitaktion zur Tiefbaustelle. Während Kinder auf einem richtigen Bagger unter Anleitung auf einem großen Sandberg nach Herzenslust baggern, können sich ihre Eltern und Großeltern die Mustervarianten ansehen und ein Bild von einer möglichen Neugestaltung der Judenstraße machen.

Auch die politischen Parteien werden die Diskussion ums Pflaster an der Mauer des Propsteigartens gespannt verfolgen. Der Ortsausschuss Mitte der Kempener CDU hat die Bürger bereits eingeladen, ihre Meinung zu sagen. Zwischen 10 und 12 Uhr nehmen die Christdemokraten Stellungnahmen entgegen. "Die CDU Kempen ist sehr an der Meinung der Kempener Bürgerschaft interessiert, um diese in die politische Meinungsbildung einfließen zu lassen", erklärte Heike Höltken, Geschäftsführerin der CDU-Fraktion im Stadtrat.

Auch die anderen Parteien werden die morgige Veranstaltung sicherlich nutzen, um Volkes Stimme zu hören. Fest steht: Der Stadtrat wird am Dienstagabend im öffentlichen Teil seiner Sitzung einen Grundsatzbeschluss zur Neugestaltung der Judenstraße fassen. Der beinhaltet auch die Auswahl der Pflastersteine. Anders als beispielsweise von den Grünen gefordert, wird es keinen offiziellen Bürgerentscheid übers Straßenpflaster geben. Eine für den September von der Stadt geplante Bürgerinformation wird den Grundsatzbeschluss nicht mehr ändern können. Wer also sein Meinung kundtun möchte, sollte das jetzt - sprich: bei der morgigen Veranstaltung - tun.

Die Politik wird beraten und am Dienstag ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses am Buttermarkt öffentlich entscheiden. Wer danach meint, er hätte von nichts gewusst und sei nicht gefragt worden, kann dann dafür weder die Stadt noch die Politik verantwortlich machen.

Quelle: RP
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