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Stadt Kempen
Judenstraße: Startschuss für den Endspurt

Stadt Kempen: Judenstraße: Startschuss für den Endspurt
Vertreter von Stadt, Einzelhandel und Baufirma Hamelmann griffen gestern Morgen auf der Judenstraße in Kempen zum Spaten, um symbolisch den letzten Bauabschnitt für die Neugestaltung der Einkaufsmeile in der Altstadt einzuläuten. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. In Kempens beliebter Einkaufsmeile hat gestern der letzte Bauabschnitt mit der Verlegung des neuen Straßenpflasters begonnen. Die Stadt rechnet mit vier Monaten Bauzeit. Am Ende soll es ein großes Straßenfest geben. Von Andreas Reiners

Die Reste der Straßenmalaktion vom November vergangenen Jahres haben sich erstaunlich gut auf dem provisorischen Asphalt gehalten. Auch wenn die kleinen Kunstwerke, die Kinder aus Kempener Grundschulen und Kindertagesstätten in der Vorweihnachtszeit mit Fassadenfarbe auf den Straßenbelag aufgemalt hatten, vom Regen der vergangenen Monate schon etwas ausgewaschen sind, so haben sie doch dazu beigetragen, dass die Judenstraße auch während der langen Baupause ein ansehnliches Pflaster hatte. Gestern morgen begannen Mitarbeiter der Kempener Baufirma Hamelmann damit, die provisorische Asphaltdecke wieder zu entfernen. Denn seit gestern läuft der letzte Abschnitt für eine der größten Tiefbauaktionen in der Kempener Altstadt. Von der Einmündung der Patersgasse an wird nun in den kommenden Wochen der neue Straßenbelag verlegt.

Die Arbeiten werden nach Angaben von Tiefbauamtsleiter Torsten Schröder, der für die Stadt die Bauleitung hat, von der Patergasse in beide Richtungen der Judenstraße abgewickelt. Parallel wollen sich die Pflasterer sowohl in Richtung Buttermarkt als auch in Richtung Kreuzung Enger-/Kirchstraße vorarbeiten. Die Arbeiten werden wieder von der Kempener Baufirma Hamelmann vorgenommen. Die hat bereits im vergangenen Jahr im Auftrag von Stadt und Stadtwerken den Abwasserkanal und die Versorgungsleitungen in der Judenstraße erneuert. Der alte Kanal stammte noch aus den 1930er-Jahren und war bei der Anlage der Fußgängerzone zu Beginn der 1970er-Jahre in der Judenstraße nicht erneuert worden. Deshalb gestalteten sich die Tiefbauarbeiten auch so aufwendig. Daran erinnerte gestern Bürgermeister Volker Rübo.

Für die Anlieger - Geschäftsleute und Anwohner der Judenstraße - verliefen die Arbeiten bisher ziemlich spannungsfrei. Stephan Bunse und Silke Zander von der Interessengemeinschaft der Einzelhändler an der Judenstraße lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Bautrupp der Firma Hamelmann. Die meisten der Mitarbeiter, die bereits im vergangenen Jahr bei den Tiefbauarbeiten am Werk waren, werden nun auch die Pflasterarbeiten vornehmen. Firmenchef Jürgen Hamelmann stellte gestern drei Modelle einer so genannten Rüttelplatte vor, die zur Verdichtung des Unterbaus des neuen Straßenpflasters eingesetzt werden muss. Die Modelle sollen allesamt lärmgemindert und ohne allzu große Erschütterungen arbeiten. Das Gerät, das bei dem Test in diesen Tagen am besten abschneidet, kommt dann in den kommenden Wochen zum Einsatz.

Für den Technischen Beigeordneten Stephan Kahl beginnt nun mit der Fertigstellung des Straßenbelags die "schöne" Arbeit in der Judenstraße. In den nächsten Tagen werden Anlieger und Passanten bereits einen ersten Eindruck vom neuen Pflaster erhalten können. Um den Belag hatte es bekanntlich im vergangenen Jahr einen zeitweise sehr heftigen Streit der Meinungen gegeben. Erst nachdem drei Varianten an der Mauer zum Propsteigarten verlegt worden waren, entschied die Politik, dass die gelbliche Version der Platten zum Einsatz kommen soll. Die Pflasterung der Judenstraße hat übrigens Modellcharakter für den Straßenbelag in der gesamten Kempener Altstadt. Die Pflastersteine und Platten, die hier jetzt verlegt werden, sollen bei künftigen größeren Sanierungen in anderen Straßen der Fußgängerzone berücksichtigt werden. Für kleinere Reparaturarbeiten sind auf dem Städtischen Baubetriebshof Reste der alten Waschbetonplatten, die aus dem alten Belag der Jugendstraße entfernt wurden, eingelagert.

Übrigens: Auch das Teilstück der Alten Schulstraße zwischen Juden- und Orsaystraße wird nun erneuert. Die Stadtwerke lassen dort in den kommenden Wochen die Versorgungsleitungen erneuern. Anschließend wird die Gasse ebenfalls mit den neuen Platten gepflastert. Der übrige Teil der Alten Schulstraße zwischen Orsay- und Tiefstraße bleibt unverändert.

Die Stadt rechnet insgesamt mit Baukosten von 360.000 Euro. Wenn in vier Monaten die Judenstraße mit dem neuen Pflaster fertig gestellt ist, die neue Straßenbeleuchtung, Müllbehälter und Sitzbänke installiert sind, soll es ein großes Straßenfest geben. Dann wird auch wieder eine spezielle Baustellenente - inklusive Namenswettbewerb - präsentiert. Komplett beendet sein wird die Neugestaltung der Judenstraße erst im Herbst. Dann sollen die beiden neuen Bäume vor der Propstei gepflanzt werden. Die alten mussten dem Kanalbau weichen.

Quelle: RP
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