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Stadt Kempen
Karl Fasbender aus Kempen wird morgen 100 Jahre alt

Stadt Kempen. Er macht noch regelmäßig seine Spaziergänge in die Altstadt. Täglich telefoniert er mit seinem ältesten Sohn.

In ganz bemerkenswerter geistiger Frische und guter körperlicher Verfassung vollendet am morgigen Mittwoch Karl Fasbender aus Kempen sein 100. Lebensjahr. Er unternimmt nach wie vor Spaziergänge aus der Neuen Stadt bis in die Altstadt von Kempen hinein, "Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass ich einmal so alt werde", meint der Altersjubilar, der köstlich plaudern kann und auch in seinem hohen Alter noch viele persönliche Daten in seinem Gehirn abgespeichert hat.

Als er vor 100 Jahren in Krefeld das Licht der Welt erblickte schrieb man Krefeld noch mit "C", nachzulesen in seiner Geburtsurkunde. Er wuchs als Einzelkind auf und schon 1919 gab es den Umzug nach Hüls. Dort hat er vier Jahre die Volksschule besucht und anschließend die Oberrealschule in Krefeld, wo er 1934 sein Abitur machte. Er begann eine kaufmännische Lehre in einer Bandweberei. Es folgte der Reichsarbeitsdienst und die Einberufung zum Wehrdienst 1937. Er wurde 1939 Soldat, schlug die Reserveoffizierslaufbahn ein und schaffte es bis zum Oberleutnant.

Noch vor Kriegsbeginn war Fasbender Leutnant der Reserve. Er war als Funker in der Vermittlung tätig, war nie an der Front und wurde später Nachrichtenoffizier. Er war im Einsatz in den Niederlanden, Frankreich, Russland und dem Baltikum. Glück hatte er in Riga, wo 50 Meter von ihm entfernt eine Granate einschlug. Fünf Jahre war er in russischer Gefangenschaft. Erntearbeiten in verschiedenen Lagern musste er durchführen. Ende 1949 kehrte er nach langen Kriegsjahren in die Heimat zurück und nahm 1950 seine berufliche Tätigkeit als kaufmännischer Angestellter wieder auf. In den 1950er Jahren heiratete er seine Frau Annemarie, die ihm zwei Töchter und zwei Söhne schenkte. Das Eheglück war nur von relativ kurzer Dauer, denn 1979 starb sie bereits und Karl Fasbender musste seine jüngsten Kinder allein aufziehen. 1968 kam er nach Kempen. "Ich fühle mich hier sehr wohl", bemerkt er. Er hat sich in der Altenhilfe ehrenamtlich engagiert und bis zum Jahr 2000 im Kirchenchor gesungen.

Seine vier Kinder wohnen in verschiedenen Städten von Deutschland, unter anderem in Heidelberg und Wetzlar. Seinen ältesten Sohn in Wetzlar ruft er jeden Tag an, "damit er weiß, dass ich noch lebe." Er sieht nicht mehr gerne fern. "Das geht mir alles zu schnell", meint er. Er liest seit Jahrzehnten die Rheinische Post, benötigt dafür jedoch eine Lupe. Er ist froh, dass er am Concordienplatz einige Geschäfte hat, wo er alles bekommt. Der Pflegedienst besucht ihn täglich. Das Mittagessen bekommt er in sein Haus gebracht und eine Putzhilfe hat er ebenfalls.

Gefeiert wird am morgigen Mittwoch im Pfarrheim am Concordienplatz. Der rüstige Altersjubilar freut sich über seinen runden Geburtstag.

(mab)
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