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Gemeinde Grefrath
Keine Straßennamen mehr nach Personen

Gemeinde Grefrath. Der Rat traf eine Grundsatzentscheidung. Es gab vier Stimmen gegen den Antrag des Heimatvereins.

Mit 27:4 Stimmen hat der Grefrather Gemeinderat den Antrag des Oedter Heimatverein abgelehnt, den Platz an der Marienschule in Mülhausen nach dem langjährigen Bürgermeister Josef Lepers zu benennen. Für den Antrag stimmten nur drei Mitglieder der CDU und ein Mitglied der FDP. Noch bei der Umgestaltung des ehemaligen Grevelourgeländes hatte man eine Straße "Schwartzstraße" genannt, nach einem Grefrather Unternehmer.

Schon im Vorfeld der Ratssitzung hatte die Vorlage der Verwaltung deutlich gemacht, dass man nicht gewillt ist, weitere Straßen, Wege, Plätze oder Gebäude nach Persönlichkeiten zu benennen. In den Fraktionen hatte man sich verständigt, in der Gemeinde Grefrath keinen Personenkult zu betreiben. Bitter enttäuscht war Alfred Knorr (CDU-Ratsherr aus Mülhausen). Er war es auch, der sich, obwohl aussichtslos, mit voller Kraft für den Antrag des Heimatverein einsetzte.

Ebenso enttäuscht waren auf der Besucherbank Angehörige der Familie Lepers sowie Karl A. Willmen, der Vorsitzende des Oedter Heimatvereins. Knorr meinte: "Den Beschluss halte ich für falsch, weil sich der Rat in dieser Frage selbst entmündigt. Ohne Not will der Rat künftig auf seine Möglichkeit und sein Recht freiwillig verzichten, bedeutende historische Persönlichkeiten aus Kultur und Gesellschaft, aus der Wirtschaft und Politik zu ehren.

" Knorr sah eine lange Tradition zu Ende gehen und erinnerte an den Bergerplatz oder die Albert-Mooren-Halle. Auch der Hinweis von Knorr, dass immerhin das Kloster und sieben Vereine hinter dem Antrag gestanden hätten, konnte die überwiegende Zahl der Ratsmitglieder nicht umstimmen.

(mab)
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