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Stadt Kempen
Keiner mag den Entengang

Stadt Kempen: Keiner mag den Entengang
Test bestanden - der Löschzug Kempener zeigte bei der Übung, dass im Ernstfall Verlass auf ihn ist. FOTO: wolfgang kaiser
Stadt Kempen. Der Kempener Löschzug machte eine Übung in der Chemiefabrik Byk. Das Szenario sah einen Mülleimerbrand vor, der sich auf ein Labor ausdehnte. Anschließend brannte es an einer Entladestelle. Am Ende gab es Lob für die Teilnehmer. Von Willi Schöfer

"Ich persönlich hasse den Entengang, aber bei einer dichten Rauchentwicklung in einem chemischen Labor geht es manchmal nicht anders, weil man sich dort nicht wegen der Glasscherben am Boden auf Knien fortbewegen kann," sagte bei einer ersten Lagebesprechung Stefan Meiner, der eigentlich im Leverkusener Chempark arbeitet, aber jetzt einer der praktischen Ausbilder war. Erneut fand nämlich auf dem Betriebsgelände von Byk Chemie an der St. Huberter Straße eine Übung des Kempener Löschzuges statt.

Es gehört seit Jahren zu einem festen Termin, Einsätze in diesem Unternehmen anhand von verschiedenen Szenarien zu erproben. Etwa 25 Feuerwehrmänner aus Kempener waren mit ihrem Löschzugführer Michael Nagels an Ort und Stelle, darunter waren außerdem die jeweiligen Schichtleiter und Standort-Koordinatoren des Unternehmens mit dem Betriebsleiter Dr. Alexander Jezierski. Der Übungsleiter des Löschzuges hieß Michael Bayer, Brandinspektor und zugleich Fachberater Chemie.

Es war eine stille Alarmierung, mit der die verschiedenen Trupps in den Löschfahrzeugen und Gerätewagen zur Einsatzstelle geschickt wurden. Das erste Übungs-Szenario war: durch einen Mülleimerbrand in einem Büro hatte sich das Feuer und der Rauch auf das angrenzende Labor ausgedehnt. "Das Vorgehen des Angriffs-Trupps hat mir gut gefallen, es war koordiniert und geordnet", sagte der zweite "Ausbilder", Hanns-Ulrich Adam, der bei Byk-Chemie der Brandschutzbeauftragte ist.

Dennoch konnten die erfahrenen Ausbilder den jungen Feuerwehrmännern einige Tipps mit auf den Weg geben. "Zieht Euch die richtige Westen an, damit jeder weiß, wer der Abschnitts- oder Einsatzleiter ist, steht nicht voll im Rauch, schlagt Keile in die Türen, damit sich diese nicht schließen und damit die Wasserzufuhr versperren", wurde bei einer Manöverkritik gesagt. Wichtig sei außerdem, sich bei den leitenden Firmen-Mitarbeitern nach den Lageplänen und Chemikalien erkundigen, die beispielsweise gerade im Labor oder an anderen Stellen behandelt werden oder fließen. Und Stefan Meiner fiel noch etwas ein: "Bevor es losgeht, schaut euch die Kameraden eures Trupps an, ob zum Beispiel bei der Kleidung oder den Geräten und anderem Zubehör alles in Ordnung ist."

Der erste Einsatz mit Wärmebildkamera oder dem "Flammenvorhang" war schnell erledigt. Wichtig waren die Nachbesprechungen und bei den heißen Temperaturen drinnen wie draußen die Erfrischungen. Vor dem Mittagessen wurde noch der zweite Einsatz erledigt: Brand an einer Entladestelle, hervorgerufen durch ein Leck in einem 200-Liter-Blechgebinde. Auch hier arbeitete der Löschzug kontrolliert. Die Chemikalie war schnell ermittelt, der Brand wurde mit einem speziellen Schaum bekämpft, eine Wasserwand gesetzt, damit sich das Feuer nicht auf andere Gebäude ausdehnen konnte. Gullis wurden abgedichtet, Bindemittel eingesetzt, nachdem auch die betriebseigenen Auffangsysteme aktiviert waren. Natürlich wurde sich auch um den verletzten Stapelfahrer gekümmert.

Zum Schluss ging es darum, eine undichte Rohrleitung an der Betankungsanlage zu bekämpfen. Gott sei Dank kamen diesmal nur Nebelmaschinen zum Einsatz, spielten Übungspuppen die Verletzten und waren die Chemikalien Wasser mit beigesetzter Lebensmittelfarbe. Jedenfalls wurden die ausgegebenen Check-Listen Schritt für Schritt abgearbeitet. Unter den Beobachtern war der St. Huberter Löschzugführer, Thomas Hormanns, der zugleich stellvertretender Wehrführer in Kempen ist. "Das machen die Jungs ganz gut", lobte Hormanns zwischendurch das Vorgehen der verschiedenen Trupps. Immerhin hatte jeder Feuerwehr

Quelle: RP
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