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Stadt Kempen
284 i-Dötzchen zentral angemeldet

Stadt Kempen. Zum ersten Mal praktiziert die Stadt Kempen ein zentrales Anmeldeverfahren für die Grundschulen. Das Schulverwaltungsamt berät die Eltern vor allem dann, wenn das Kind nicht auf die Wunschschule kann. Von Andreas Reiners

Insgesamt ist aus Sicht der Stadtverwaltung alles ohne große Probleme gelaufen. Die Premiere scheint gelungen, wenn man dem für die Schulen zuständigen Beigeordneten Michael Klee glauben darf. Und das tun die Beteiligten. Aus den Kreisen der Schulleitungen oder der Elternschaft gab es bislang kleine Klagen über das neue zentrale Anmeldeverfahren für die Erstklässler in Kempen. 284 angehende i-Dötzchen wurden in den vergangenen Wochen beim Schulverwaltungsamt angemeldet. Das berichtete Schuldezernent Klee jetzt im Schulausschuss.

Lediglich für 19 Kinder steht noch nicht fest, welche Grundschule sie im kommenden Schuljahr 2017/2018 besuchen werden. Für zehn Kinder konnte der Elternwunsch bislang nicht erfüllt werden. Das Schulverwaltungsamt prüft nun, ob die Kinder möglicherweise doch an die von den Eltern bevorzugt genannte Schule können. Es fehlen auch noch einige Anmeldungen. Gegebenenfalls müssen Eltern von der Stadt so beraten werden, dass sie ihr Kind zu einer anderen Schule schicken. Ausschlaggebend bei der Beratung der Eltern ist für die Stadt beispielsweise, ob ein Geschwisterkind bereits die gewünschte Schule besucht, ob die Eltern eine Bekenntnisschule wünschen oder nicht oder wie sich der Schulweg für das Kind darstellt.

Dass die Stadt erstmals selbst in das Anmeldeverfahren für die Grundschulen eingestiegen ist, hat bekanntlich den Grund, dass es im Vorfeld des laufenden Schuljahres einen - teilweise erbitterten - Streit um die Bildung von Eingangsklassen an den beiden Grundschulen im Kempener Süden gegeben hatte. Bei der Auseinandersetzung - ausgetragen von Eltern sowohl der Regenbogenschule als auch der Katholischen Grundschule Wiesenstraße - wurde einiges an Porzellan zerschlagen, was im Nachhinein nur schwer zu kitten war. Der Schulfrieden ist - gottseidank -längst wieder hergestellt.

Dennoch sollten sich solche Auseinandersetzungen nicht mehr wiederholen. Daher beschloss der Schulausschuss die Abkehr vom alten dezentralen Anmeldeverfahren und ein zentrales System, bei dem das Schulverwaltungsamt die erste Anlaufstelle bei der Anmeldung der Schulneulinge in allen Kempener Stadtteilen ist. Die Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes haben Eltern entsprechend beraten, ihre Wünsche weitgehend berücksichtigt.

Auswahlkriterien sind Wohnortnähe, Geschwisterkinder, der Besuch eines Kindergartens in der Nähe der Grundschule. Außerdem soll ein ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen sowie von Schülern unterschiedlicher Muttersprache berücksichtigt werden. Wichtig: Die Stadt trifft bei dem jetzt erstmals praktizierten Verfahren nur eine Vorauswahl. Über die Aufnahme der Kinder entscheiden letztlich die Schulleitungen. Sie behalten damit ihre Autonomie.

Wie Dezernent Klee im Schulausschuss mitteilte, verteilen sich die Anmeldungen derzeit folgendermaßen auf die Grundschulen: 19 Kinder wurden für die Grundschule Tönisberg angemeldet, 53 für die Astrid-Lindgren-Schule im Hagelkreuz, 59 für die Katholische Grundschule Wiesenstraße, 63 für die Grundschule St. Hubert und 90 für die Regenbogenschule.

Da einige Anmeldungen noch fehlen und einige Eltern für eine andere Schule "umberaten" werden sollen, ergibt sich laut Klee folgende Verteilung der zu bildenden Eingangsklassen: Tönisberg startet mit einem ersten Schuljahr, zwei Eingangsklassen sind aus Sicht der Stadt in der Schule an der Wiesenstraße wünschenswert, jeweils drei in St. Hubert und an der Astrid-Lindgren-Schule. Einen Sonderfall stellt seit Jahren die Regenbogenschule dar: Hier werden immer jahrgangsübergreifende Klassen für das erste und zweite Schuljahr gebildet. Sechs sollen es zum neuen Schuljahr 2017/2018 sein, das heißt: hier sollen 80 Kinder eingeschult werden. Zwischen den Schulleitungen besteht übrigens Konsens über das praktizierte Anmeldeverfahren.

Quelle: RP
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